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Philosophie Erkenntnis und Erkenntnislehre (Wissenschaftslehre, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie) Philosophie

 

Erkenntnis bedeutet das Sichaneignen des Sinngehalts von erlebten bzw. erfahrenen Sachverhalten, Zuständen, Vorgängen, mit dem Ziel der Wahrheitsfindung. Erkenntnis heißt sowohl (ungenau) der Vorgang, der genauer als Erkennen bezeichnet werden muß, als auch dessen Ergebnis. Im Sinne der Philosophie ist Erkennen immer „etwas als etwas erkennen“, so wie man z. B. sagt: „Er hatte ihn als Lügner erkannt“. In der Erkenntnis ist also ein Beurteilen enthalten, das sich auf Erfahrungen stützt. Wer nicht weiß, was ein Lügner ist und daß es Lügner gibt, kann niemals einen Menschen als Lügner erkennen. In der Erkenntnis ist stets auch ein Wiedererkennen enthalten. Neue, von innerer und äußerer Erfahrung unabhängige Erkenntnisse können nur durch die schöpferische Phantasie entstehen.

Die Erkenntnis wird seit der griechischen Philosophie untersucht nach den Gesichtspunkten von (objektiver) Quelle bzw. Herkunft, (subjektiver) Fähigkeit, d. h. Vermögen dazu, Ziel und Zweck, Kennzeichen und Maßstäben, Grenzen und Hindemissen (Aporien und Antinomien) in einer Erkenntnislehre, die erst seit Kant als philosophisches Sondergebiet unter dem Namen Erkenntnistheorie auftritt und dann mitunter beinahe die ganze übrige Philosophie überwuchert. Innerhalb der Erkenntnis wird unterschieden zwischen der (uneigentlichen) formalen oder abstrakten Erkenntnis und der (eigentlichen) inhaltlichen oder konkreten Erkenntnis Diese zerfällt ihrerseits in so viele Erkenntnisarten, wie es wichtige Sachgebiete gibt.

Bei der Erkenntnis stehen sich Subjekt und Objekt als Erkennendes und Erkanntes gegenüber. Das Subjekt erkennt, das Objekt ist erkennbar. Das Erkennen geschieht dadurch, daß das Subjekt gleichsam in die Sphäre des Objekts hinübergreift und es in seine eigene hereinholt, genauer dadurch, daß die Bestimmungsstücke des Objektes an seinem, im Subjekt entstehenden Abbild wiederkehren. Auch dieses Abbild ist objektiv, d.h. das Subjekt unterscheidet es, an dessen Aufbau es selbst beteiligt ist, von sich selbst als ein Gegenüberstehendes. Das Abbild ist nicht identisch mit dem Objekt, aber ihm kommt „Objektivität“ zu. Das Objekt ist unabhängig vom Subjekt. Es ist mehr als nur ein Gegenstand der Erkenntnis und in diesem Mehr-als-bloßes-Objekt-Sein ist es das „Transobjektive“. Neben dem Gegenstand-Sein besitzt das Objekt An-sich-Sein. Wird das Objekt unabhängig von der Erkenntnisbeziehung gedacht, so wird es zum Ding. Das Subjekt aber kann auch für sich selbst Subjekt sein, d.h. es kann ein Bewußtsein für seine Fähigkeit des Erkennens haben, es besitzt über seine Eigenschaft als eines Erkennenden hinaus noch ein Für-sich-Sein. Das An-sich-Sein des Objektes bedeutet, daß neben dem am Objekt Erkannten noch ein unerkannter Rest übrig bleibt. Die Tatsache, daß wir den Erkenntnisgegenstand nie vollständig und ohne Rest, nie in der Fülle seiner Bestimmtheit erkennen können, spiegelt sich wider in der Nichtübereinstimmung zwischen Objekt und Abbild. Sofern das Subjekt von diesem Unterschied weiß, ergibt sich das Phänomen des Problems, das den weiteren Erkenntnisvorgang mit Spannung lädt und auf immer weitere Erkenntnisbemühungen drängt. Der Ausgleich einer solchen Spannung liegt in der Richtung eines Erkenntnisprogresses, durch den die Grenze zwischen dem, was bereits erkannt wurde, und dem, was erkannt werden sollte, auf das Transobjektive hin verschoben wird. Der Erkenntnisdrang des Bewußtseins, dessen Wirkung der Erkenntnisprogreß ist, ist ein fortschreitendes Sich-empfänglich-Machen für die Bestimmthetlen des Objekts. Für den Erkenntnisdrang ist das, was erkannt werden soll, unerschöpflich, für ihn ist es ein Unendliches.

Der Erkenntnisprogreß findet seine Schranke an der selten verschiebbaren Grenze der Erkennbarkeit. Dahinter beginnt das Unerkennbare, das Transintelligible(irreführend oft das Irrationale genannt). „Wie das Transobjektive in der verlängerten Richtung des Erkannten liegt, so liegt innerhalb des Transobjektiven das Transintelligible in der verlängerten Richtung des Erkennbaren“ (Nicolai Hartmann N. Hartmann). Die Existenz des Transintelligiblen ist es, die den Erkenntnisvorgang nicht zur Ruhe kommen läßt. Der Bereich des Transintelligiblen, dem An-sich-Sein und Für-sich-Sein zugehören, ist das Medium, das den Wirkungszusammenhang zwischen Objekt und Subjekt ermöglicht. In welcher Weise die Übertragung der Bestimmungsstücke des Objekts auf das Subjekt erfolgt, ist im wesentlichen unbekannt. Geht man aber davon aus, daß alles Seiende, da der gemeinsamen Sphäre des Unerkannbaren angehörend, sich gegenseitig irgendwie bedingt und bestimmt, bedenkt man ferner, daß das Subjekt das rekationsfähigste und empfindsamste unter allem Seienden ist, so ergibt sich, daß das ganze System des Seienden vom Transobjektiven her über das Objekt und das Abbild vor dem Subjekt in Erscheinung treten muß. Erkenntnis ist, so gesehen, ein Wahrnehmen der dem Subjekt zunächst gelegenen Glieder der Beziehungen zwischen Objekt und Subjekt.

Die Erkenntnisprinzipien, d.h. die Art und Weise, in der Erkenntnis stattfindet, müssen also für alle Subjekte die gleichen sein. Andererseits ergibt sich, z.B. aus der (innerhalb der bekannten Fehlerbereiche möglichen) Berechenbarkeit physikalischer Vorgänge, daß die Gesetze der mathematischen Logik (und somit die Gültigkeit apriorischer Einsichten) die logisch-mathematische Sphäre überschreiten und darüberhinaus Gültigkeit haben. Die Anwendung eines mathematischen Satzes auf ein Naturgeschehen bedeutet ein Übergreifen der logischen Sphäre auf die reale. Es gibt logische Zusammenhänge und Beziehungen, die mit denen des Realen übereinstimmen. Die logische Sphäre vermittelt demnach zwischen der Welt der Abbilder und der Welt des Realen. Die Erkenntnisprinzipien sind also nicht nur für alle Subjekte dieselben, sondern sie treten auch in der Welt der Objekte auf, und zwar als die Kategorien. Erkenntnis ist möglich, weil Erkenntniskategorien und Seinskategorien identisch sind. Aber weder sind alle Erkenntniskategorien zugleich Seinskategorien, noch sind alle Seinskategorien zugleich Erkenntniskategorien. Träfe das erstere zu, so würden alle Erkenntnisse die reine Wahrheit zum Inhalt haben, träfe das letztere zu, so wäre alles Seiende ohne Rest erkennbar. Die Bereiche der Seins- und der Erkenntniskategorien decken sich teilweise, und nur so ist es zu verstehen, daß sich das Naturgeschehen nach mathematischen Gesetzen zu richten scheint: daß z.B. die Planetenbahnen auch tatsächlich „elliptisch“ sind. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wird Erkenntnis hauptsächlich mit Erfahrungs-Erkenntnis der Naturwissenschaften gleichgesetzt, während Geisteswissenschaften über die rationale Erkenntnis hinauszugreifen gezwungen sind.

 

Die Erkenntnislehre, auch Erkenntnisthorie, Wisenschaftslehre (einschließlich Wissenschaftstheorie und -praxis), Epistemologie oder Erkenntniswissenschaft genannt, ist die spezialisierteste Lehre der Erkenntnis und gliedert sich in Erkenntniskritk, die von einem vorher bestehenden Erkenntnistypus ausgeht, an dem sie die vorhandenen Kenntnisse kritisch mißt, so Kant in seine Kritik der reinen Vernuft (1781), und Erkenntnismetaphysik, die das Wesen der Erkenntnis erforscht und dabei meist von den im Sein des Erkennenden und im Sein des Erkannten beschlossenen Möglichkeiten des Erkennens ausgeht.

Mitunter, so bei Nicolai Hartmann, wurde die Erkenntnislehre in die Metaphysik einbezogen. Hartmann wählte den Titel „Metaphysik der Erkenntnis“ (1921) ganz gezielt, um auszudrücken, daß die Grundannahme über die Relation von Erkenntnissubjekt und –objekt rational nicht zu erklären ist. Das unlösbare Rätsel der Beziehung von Erkenntnis und Sein führt nach Hartmann notwendig in Aporien. Gegen Kant war Hartmann der Auffassung, daß man keine voraussetzungsfreie Erkenntnistheorie aufstellen kann. Jede Erkenntnistheorie hat metaphysische Voraussetzungen. Erkenntnis bedeutete für Hartmann ein Erkennen von etwas schon Vorhandenem. Dieses beschrieb Hartmann als einen Vorgang in drei Phasen. Am Anfang steht eine Phänomenologie der Erkenntnis. Hierzu gehören Vorgänge der Wahrnehmung ebenso wie Vorgänge des Bewußtseins, wie die Bildung von Repräsentationen, und der Erkenntnisfortschritt. In der phänomenologischen Betrachtung versucht man ein „Maximum an Gegebenheit“ zu erreichen. (Vgl. Nicolai Hartmann, Grundzüge einer Metaphysik der Erkenntnis, 1921, S. 43). Allerdings zeigt sich, daß es Grenzen der Erkenntnis gibt. Der Mensch kann das Wesen der Wirklichkeit, von dem er und seine Erkenntnisleistung selbst lediglich ein Teil sind, nie vollständig erfassen. Bestenfalls kann er die Grenzen verschieben und seinen Erkenntnishorizont erweitern. Im zweiten Schritt erfolgt eine Analyse der gegebenen Phänomene. Diese Analyse zeigt eine Grundaporie, die Grundlage für alle weiteren Probleme der Erkenntnis ist. Einerseits ist das Subjekt in den Grenzen seines Bewußtseins gefangen, andererseits bezieht es sich auf ein Seiendes außer sich selbst. Die Erkenntnis ist abhängig von der Beziehung auf einen Gegenstand außerhalb ihrer selbst. Hartmann suchte für diesen Widerspruch keine Lösung, sondern betrachtete ihn als gegeben. Die Auffassung von der Existenz ist Ergebnis der phänomenologischen Betrachtung. Hartmann versuchte im dritten Schritt, diese Auffassung zu rechtfertigen. Sein wesentliches Argument ist, dass von der Annahme des Realismus, der sowohl die natürliche als auch die wissenschaftliche Weltsicht widerspiegelt, nur aus guten Gründen abgewichen werden darf. „In Wirklichkeit fällt also die Beweislast gerade dem Idealismus zu, eben weil er es ist, der sich vom natürlichen Gegenstandsbewusstsein und von der Sachlage des Erkenntnisphänomens entfernt und eine Behauptung aufstellt, die von vorn herein den Stempel der Widernatürlichkeit trägt.“ (Ebd., 1921, S. 229)

Martin Heidegger versuchte mit seiner Existenzphilosophie die Subjekt-Objekt-Beziehung durch das In-der-Welt-Sein des Menschen zu ersetzen. Heideggers Existenz(ial)ontologie (Fundamentalontologie) und Hartmanns „Neue Ontologie“ entwickleten sich zum Teil aus denselben Wurzeln. „Die alte Seinslehre hing an der These, das Allgemeine, in der essentia zur Formalsubstanz verdichtet und im Begriff faßbar, sei das bestimmende und gestaltgebende Innere der Dinge. Neben die Welt der Dinge, in der auch der Mensch eingeschlossen ist, tritt die Welt der Wesenheiten, die zeitlos und materielos ein Reich der Vollendung des höheren Seins bildet.“ (Nicolai Hartmann, Systematische Philosophie, 1942, S. 240). Im Gegenbsatz zu Heidegger klammerte Hartmann jedoch die Frage nach dem „Sein an Sich“, nach der speziellen Metaphysik, aus und beschränkte seine Ontologie auf die Untersuchung des Seienden als Seienden, auf die Welt der Wirklichkeit. Die Kategorien dieser neuen Ontologie werden „Zug um Zug den Realitätsverhältnissen abgelauscht“ (ebd., 1942, S. 209) Aufgrund der Grenzen der Erkenntnisfähigkeit des Menschen faßte Hartmann seine gesamte Ontologie als Hypothese, als weiterzuentwickelndes Konzept auf. Bei der phänomenologischen Untersuchung der Kategorien des Seienden unterschied Hartmann die „intentio recta“ als Untersuchung der natürlichen und wissenschaftlichen Einstellungen zu einem Gegenstand. Mit diesem Vorgehen können – anders als bei Kant oder im Neukantianismus – keine Ergebnisse a priori gewonnen werden. Den Gegenpol bildet die „intentia obliqua“, die sich apriorisch-deduktiv und reflektorisch mit dem Akt der Erkenntnis in Logik, Psychologie oder Erkenntnistheorie befaßt. Gemäß Hartmann ist die Wirklichkeit in allem Seienden. „Das Sein des Seienden ist eines, wie mannigfaltig dies auch sein mag. Alle weiteren Differenzierungen des Seins sind aber nur Besonderungen der Seinsweise.“ (Nicolai Hartmann, Zur Grundlegung der Ontologie, 1935, S. 38) „Sein ist ein Letztes, nach dem sich fragen läßt. Ein Letztes ist niemals definierbar. Definieren kann man nur aufgrund eines anderen, das hinter dem Gesuchten steht.“ (Ebd., 1935, S. 43). Diese Undefinierbarkeit bedeutete für Hartmann, daß man vom Begriff des Seins kein Gegenteil bilden kann. Daher lehnte er auch eine dialektische Gegenüberstellung von „Sein“ und „Nichts“ (gegen Hegel und Heidegger) ab. Für ähnlich verfehlt hielt er auch Heideggers Frage nach dem „Sinn von Sein“. Die Untersuchung des Seienden als Seindem gehe auf die Wirklichkeit und nicht auf Begriffe, so Hartmann (vgl. ebd., 1935, S. 42). Seiendes sei nicht mit Gegenständen gleichzusetzen, denn ein Gegenstand bestimme sich durch seine Beziehung zu einem Subjekt, während Seiendes subjektunabhängig sei.

Die phänomenologische Analyse führte Hartmann zu verschiedenen Unterscheidungen:
Seinsmomente sind Dasein und Sosein Mehr
Seinsweisen sind Realität und Idealität Mehr
Seinsmodi sind Möglichkeit, Wirklichkeit und Notwendigkeit Mehr
Jedes Seiendes hat sowohl Dasein als auch Sosein. Beide Aspekte sind untrennbar miteinander verbunden (vgl. Nicolai Hartmann, Zur Grundlegung der Ontologie, 1935, S. 86). Dasein und Sosein haben sowohl reale als auch ideale Entitäten wie mathematische Gegenstände. Jedes Dasein hat ein Sosein. Und jedes Sosein ist stets ein Sosein eines Daseienden. Realität und Idealität schließen sich hingegen aus. Ein Daseiendes ist entweder real oder ideal. Ideales ist nicht etwas nur Gedachtes, sondern nicht-gegenständliches Seiendes. Hierzu zählte Hartmann Mathematisches, Wesenheiten, Logisches und Werte. Ideales Seiendes ist zeitlos, allgemein und unveränderlich. Reales Seiendes ist dagegen zeitlich, konkret und vergänglich. Realität ist aufdringlich. Man erfährt sie in einem Widerstandserlebnis. Ideales ist in Realem als Struktur oder Gesetzmäßigkeit enthalten. So ist eine geometrische Kugel ein ideales Gebilde, das die Struktur einer materiellen Kugel beschreibt. Empirische Urteile beziehen sich stets auf reale Entitäten, mathematische Urteile auf ideales Seiendes. Beide Arten von Urteilen sind ein Erfassen von etwas An sich-Seiendem.


Zwar konnte auch die im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts entstandene (sogenannte!) „wissenschaftsthoretische Wende“ die Erkenntnistheorie ein bißchen bereichern, doch das Verhältnis der Wissenschaftstheorie zur Wissenschaft blieb ambivalent. Jede Wende (Beispiele: „Linguistische Wende“, scheinbar neue „anlytische Philosophie“, „kritischer Rationalismus“ u.s.w.) konnten dieses Verhältnis nur leicht verbessern. Da vor allem die Entwicklung der formalen Logik (bzw. Logistik) und der Sprachphilosophie sowie die im Rahmen der damaligen Denkgewohnheiten nicht erfaßbaren Vorstellungen der Quantentheorie (Max Planck) und Relativitätstheorie (Albert Einstein) zur Entstehung einer neueren Wissenschaftstheorie geführt hatten, blieb sie zunächst auch wesentlich bestimmt vom Neopositivismus und logischen Empirismus; dagegen begründete z.B. Karl Popper die zweite Grundrichtung dieser neueren Wissenschaftstheorie, den sogenannten kritischen Rationalismus, nach dem sich Wissenschaftstheorie auf die Untersuchungen der Bedingungen für eine Falsifikation der als Hypothesen aufgefaßten wissenschaftlichen Theorien beschränken muß. (Anti-Test). Der begründungstheoretische Ansatz wird, gefördert z.B. durch die analytische Philosophie, zum einen von der analytischen Wissenschaftstheorie, zum anderen in der operationalistisch orientierten und von Paul Lorenzen begründeten konstruktiven Wissenschaftstheorie fortgeführt. Aber trotzdem: das Verhältnis der Wissenschaftstheorie zur Wissenschaft ist ambivalent. Faktische wissenschaftliche Forschung steht eben oft unter anderen Bedingungen als ihre in der Wissenschaftstheorie analysierten Strukturen und Normen. Die Frage nach den Grenzen der Erkenntnis wird wissenschaftstheoretisch immer noch als Abgrenzungsproblem zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Aussagen oder - wie bei Kant - als Kritik der „reinen Vernunft“ behandelt. Als theoretische Fundamentaldisziplin hat die Erkenntnistheorie damit die Stelle der Metaphysik, d.h. ihren ersten Platz übernommen, denn in der transzendentalen Erkenntnistheorie Kants erfuhr die Erkenntnistheorie ihre (wirklich) entscheidende Wende. (Kant als „Vater der ModerneVater der ModerneKant, Vater der Moderne). Das scheinbar ewige Subjekt-Objekt-Problem führte, indem unter Erkenntnistheorie nicht mehr nur primär Methodologie naturwissenschaftlichen Wissens verstanden wurde, zu der auch heute noch fundamentalen Unterscheidung zwischen Realismus und Idealismus. (Übrigens konnte auch Heideggers „In-der-Welt-Sein“ trotz enormen Willens und grandioser Versuche das Subjekt-Objekt-Problem nicht tilgen ). Zugleich wurde die Erkenntnistheorie aus der Einsicht in die historische Bedingtheit des Erkennens (vgl. Historismus) durch die Hermeneutik ergänzt, d.h. wissenschaftstheoretisch um die Unterscheidung von Verstehen und Erklärung. Die erkannte Bedeutung der Sprachphilosophie gilt angesichts der sprachlichen Verfaßtheit aller Erkenntnis auch für die Begründung des sogenannten exakten Wissens (Mathematik, Naturwissenschaft).

 

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