
Der Papst ist Nachfolger des Apostels Petrus (Bischof von Rom), der von
Jesus
eingesetzt wurde (Matth. 16, 16ff.). Die Vorrangstellung des Bischofs
von Rom trat in den ersten Jahrhunderten allmählich deutlicher hervor,
obwohl in der alten Christenheit die höchste Autorität beim ökumenischen
Konzil
lag. Ein Aufstieg des Papsttums als Institution begann mit Cölestin
I. (422-432) und erreichte einen ersten Höhepunkt mit Leo I.
(440-461). Nach dem Untergang des Römischen Reiches war die Taufe des
Franken-Königs Chlodwig
I. (498) für die Entwicklung des Reichskirchensystems von entscheidender
Bedeutung. Wegen dieser Vorbedingungen konnte Gregor I. am Ende des
6. Jahrhunderts die (faktisch) weltliche Macht des Papsttums und die Entwicklung
des Patrimonium Petri zum späteren Kirchenstaat einleiten,
die durch reiche Schenkungen im 8. Jh. seitens der Karolinger
gefördert wurde. |