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Prägnant und möglichst knapp formulierte Gedanken

von

Ernst Jünger (1895-1998)

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„Wir hatten Hörsäle, Schulbänke und Werktische verlassen und waren in den kurzen Ausbildungswochen zu einem großen, begeisterten Körper zusammengeschmolzen. Aufgewachsen in einem Zeitalter der Sicherheit, fühlten wir alle die Sehnsucht nach dem Ungewöhnlichen, nach der großen Gefahr.“
Ernst Jünger, In Stahlgewittern, 1920

„Wir Nationalisten glauben an keine Wahrheiten. Wir glauben an keine allgemeine Moral. Wir glauben an keine Menschheit als ein Kollektivwesen mit zentralem Gewissen und einheitlichem Recht. Wir glauben vielmehr an ein schärferes Bedingtsein von Wahrheit, Recht und Moral durch Zeit, Raum und Blut. Wir glauben an den Wert des Besonderen.“
Ernst Jünger, Das Sonderrecht des Nationalismus, in: Publizistik, 1926, S. 280

„Man kann sich heute nicht in Gesellschaft um Deutschland bemühen; man muß es einsam tun wie ein Mensch, der mit seinem Buschmesser im Urwald Bresche schlägt und den nur die Hoffnung erhält, daß irgendwo im Dickicht andere an der gleichen Arbeit sind.“
Ernst Jünger, Das abentuerliche Herz, 1929

„Das Maß der Freiheit des Einzelnen entspricht genau dem Maße, in dem er Arbeiter ist. Arbeiter, Vertreter einer großen, in die Geschichte eintretenden Gestalt zu sein, bedeutet, Anteil zu haben an einem neuen, vom Schicksal zur Herrschaft bestimmten Menschentum.“
Ernst Jünger, Der Arbeiter, 1932

„Die schlechte Rasse wird daran erkannt, daß sie sich durch den Vergleich mit anderen zu erhöhen, andere durch den Vergleich mit sich zu erniedrigen sucht.“
Ernst Jünger, Blätter und Steine, 1934

„Unter Ihren Bemerkungen fiel mir der Satz auf, daß Sie und Ihre Freunde die Menschen nur nach ihrem funktionalen Charakter werteten. Wichtig ist aber ohne Zweifel nur, was übrig bleibt, wenn man den Menschen seiner Funktion beraubt, sei es seiner technisch-politischen, sei es der des Lebens überhaupt. Das ist ein metaphysischer, unteilbarer und unorganisierbarer Rest.“
Ernst Jünger, Brief an Edgar Traugott, 21.09.1942

„Nach dem Erdbeben schlägt man auf die Seismographen ein. Man kann jedoch die Barometer nicht für die Taifune büßen lassen, falls man nicht zu den Primitiven zählen will.“
Ernst Jünger, Strahlungen, 1949

„Daneben wird niemand übersehen, daß in der Welt der Tatsachen der Nihilismus sich den letzten Zielen annähert. Nur war beim eintritt in seine Zone der Kopf bereits gefährdet, der Leib dagegen noch in Sicherheit. Nun ist es umgekehrt. Das Haupt ist jenseits der Linie.“
Ernst Jünger, Überdie Linie, 1950

„Waldgänger ist ... jener, der ein ursprüngliches Verhältnis zur Freiheit besitzt, das sich, zeitlich gesehen, darin äußert, daß er dem Automatismus sich zu widersetzen und dessen ethische Konsequenz, den Fatalismus, nicht zu ziehen gedenkt.“
Ernst Jünger, Der Waldgang, 1951

„Wo der Verstand dem Urphänomen begegnet, stößt er auf Stärkeres. Hier muß er haltmachen; hier kann ihm ein Damaskus zuteil werden.“
Ernst Jünger, An der Zeitmauer, 1959

„Wo der Liberalismus seine äußersten Grenzen erreicht, schließt er den Mördern die Tür auf. Das ist Gesetz!“
Ernst Jünger, 1960er Jahre

„Wie hat der deutsche Soldat zweimal hintereinander unter einer unfähigen politischen Führung gegen die ganze wider ihn verbündete Welt sich halten können? Das ist die einzige Frage, die man meiner Ansicht nach in 100 Jahren stellen wird.“
Ernst Jünger, im „Le-Monde“-Interview am 22.02.1973

„Alles, was sie heute von sich weisen, wird eines schönen Tages zur Hintertüre wieder hereinkommen.“
Ernst Jünger, im „Le-Monde“-Interview am 22.02.1973

„Ich bin ja nie mit Staatsformen zurechtgekommen, sondern schon als Unterprimaner in die Fremdenlegion ausgerissen, offenbar, weil mir die bürgerlichen Umstände nicht zusagten, und das ist eben mein Elend bis heute. Aber im Zusammenhang mit dem Goethe-Preis habe ich zahllose Briefe bekommen, und da heißt es immer weider, mit dem Preis gerade an mich deute sich eine »Tendenzwende« an. Daher wohl auch die Aufregung. Ich wünsche aber gar keine Tendenzwende.“
Ernst Jünger, im „Spiegel“-Interview aus Anlaß der Verleihung des Goethe-Preises, 1982

„Was darf man denn heute? Die Sachen, die man darf, sind doch, sagen wir mal, dem Barock gegenüber, gewaltig reduziert. .... Zum Beispiel dürfen Sie heute nicht mehr sagen: »Ich bin ein Faschist.« Dann sind Sie schon gleich der Unterste.“
Ernst Jünger, im „Spiegel“-Interview aus Anlaß der Verleihung des Goethe-Preises, 1982

 

 

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