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| Adoleszenz oder Konvenienz |
Die nachpubertäre Jugend, auch Adoleszenz genannt, zeichnet sich bekanntlich durch aufklärerische Orientierung und die am Ende zu gewinnenden Lebensleitlinien aus. Der Noch-Jugendliche oder Fast-Erwachsene - je nach Fall - läßt sich weiter ausbilden oder bringt die noch geringen Mengen an verdientem Geld nach Hause. Bevor er aber voll zur Erwachsenenwelt gerechnet werden kann, muß er gedient haben. Dienen und erstes verdientes Geld sind Synonyme für die jetzt in den Kulturen auftauchenden Verdienste für ihren Kulturfleiß. Industrielle Revolution wird deshalb auch die abendländische Industrialisierung genannt, die in England um 1760/'70 begann, bald auf die bedeutenden Staaten in Europa und Nordamerika übergriff und mit dem eben erwähnten Verdienst vergleichbar ist, weil auch eine Kultur sich in einer für sie zunächst fremden Berufswelt (Kulturberufung) ausbilden läßt und für den neuartigen Fleiß (lat. industria) auf neue Art belohnt wird. So wie in der späten Jugend und im frühen Erwachsenenleben das Kapital immer wichtiger wird, so beginnt auch in den entsprechenden Phasen einer Kultur der Kapitalismus eine immer wichtigere Rolle zu spielen. In der Antike nahm während dieser Phase die Anzahl der Sklaven sprunghaft zu, denn in der Antike waren Sklaven lebende Geldmünzen. Nach dem antiken Recht war ein Sklave eine körperliche Sache und keine Person. Als lebendiges Geld wechselten Sklaven natürlich schnell den Besitzer. Abendländer hingegen sahen in den Sklaven kein körperliches Geld, sondern räumliches Kapital. Als fleißig (lat. industrius) wurden sie solange eingestuft, wie sie industriell wertvoll waren. Demzufolge war die neuzeitliche Sklaverei von Beginn an eine Vorstufe zur Maschinenindustrie und wurde deshalb auch erst durch die Industrialisierung abgeschafft: Kohle und Maschinen sollten sich am Ende als fleißiger erweisen. (Vgl. 20-22). Die in dieser Phase noch zaghaft ausfallende Industrialisierung war eine notwendige Vorbereitung auf die erwachsene Zivilisation. Dienerisch perfekt, pedantisch bis ins letzte Detail war auch die Kunst dieser Phase, die den pompösen, prunkvollen und allmächtig wirkenden Barock zwar nicht verdrängen, aber dienerisch zu einer Dekoration und Ornamentik verhelfen konnte. Im positiven Licht betrachtet sollte man als sehr dienlich, als ein Verdienst des Rokoko ansehen. Und genau diese Funktion hatte in der antiken Kultur die Korinthik inne. Dienlich waren auch die in dieser Phase zur Höchstform auflaufenden Ethiken. Die Ethiker boten ihre Dienste an mit den Fragen: Wie kann ich mich nützlich machen? Wie kann ich dienen? Wem soll ich dienen? Für die Antike war Sokrates (470-399) das alles überragende Beispiel, für das Abendland vor allem Rousseau (1712-1778), aber auch Kant (1724-1804) oder Friederich II. von Preußen (1712-1786), der als Monarch erster Dienerdes Staates sein wollte. Dieser aufklärerische Philosophenkönig beherbergte in seinem selbst entworfenen und 1745 bis 1747 erbauten Schloß Sanssouci zeitweise seinen Freund Voltaire (1694-1778), den wohl berühmtesten französischen Schriftsteller und Philosophen der Aufklärung. In dieser Phase stellte sich alles in den sozialen Dienst der Vereinbarkeit oder Verträglichkeit, je nachdem, ob die Fragen ethisch oder politisch gestellt wurden, ob nach Kompatibilität oder Konvenienz. Sicher waren sie sich einig darüber, daß der perfekte Sozialdienst bzw. Staatsdienst allein schon deswegen zu bewerkstelligen wäre, weil er auf Aufklärung beruhte. Wie Spätjugendliche fühlten sie sich als Aufgeklärte und Mündige, also als Früherwachsene, aber waren sie das auch? Waren sie (zu) früh Erwachsene? Beschmückten sie sich nicht selbst wie das dekorative Rokoko die Innenräume der Barockbauten? Waren sie im Innern nicht noch Kinder oder Jugendliche? Gehört zu einer früh erwachsenen Kultur mehr als Aufklärung, Mündigwerdung und anfängliche industrielle Revolution? Nach Kant ist Aufklärung ein Erwachen des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Auch parallelisiert Kant das Kindesalter mit dem Dogmatismus, das Jünglingsalter mit dem Skeptizismus und das Erwachsenenalter mit dem Kritizismus, der für ihn den Ursprung und die Grenzen des menschlichen Erkennens erst festzustellen fähig ist. Er mußte das doch wissen, hatte er doch selbst den Sprung vom Skeptizismus zum Kritizismus vollzogen, gehörte also sowohl in die von ihm so genannte spätskeptizistische Jünglingsphase als auch in die darauf folgende frühkritizistische Erwachsenenphase (vgl. 18-20). Kritizismus ist nach Kant die gegen den metaphysischen Dogmatismus und Skeptizismus gerichtete Forderung, daß vor dem Aufbau theoretischer Systeme die Möglichkeit der benutzten und vorgetragenen Erkenntnisse untersucht und deren methodische Prinzipien und Mittel bereitgestellt werden. In der Tat: Untersuchung und Bereitstellung sollten in dieser Phase, der Aufbau theoretischer Systeme aber in der nächsten Phase geschehen. (Vgl. 18-20).
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| Alles in allem waren das Vorbereitungen auf die nächste Phase bzw. das gesamte Kulturquartal der herbstlichen Erwachsenenkultur. (Vgl. 18-20, 20-22, 22-24). Überhaupt zeigen alle 4 Phasen, die sich am Ende eines Kulturquartals befinden, diesen Vorbereitungscharakter auf die jeweils nächste Kulturjahreszeit. Und dies trifft eben auch auf die Aufklärungsphase zu. In der Antike bereitete sie die klassische attische Philosophie vor, im Abendland den klassisch-romantischen Idealismus, und erst diese beiden Klassiken sollten, einer Weinernte gleich, die Kulturauslese darstellen. (Vgl. 18-20). |
| Es
gibt kein besseres Mittel, sich in eine richtige und genaue Vorstellung von den
Weltbegebenheiten zu machen, als sie durch Vergleichungen zu beurteilen, Beispiele aus der Geschichte zu wählen, sie neben die Ereignisse unserer Tage zu stellen und auf die Ähnlichkeiten zwischen ihnen zu achten. Nichts ist mehr imstande, unsere Erkenntnis zu erweitern. (Friedrich II. [der Große] als Kronprinz von Preußen, 1738). |
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Der Lehrer und Zeitgenosse des Demokrit (460-371) war Leukipp (5. Jh. v. Chr.).
Beide gelten als Begründer der Atomistik; wegen der mangelnden Quellen über
Leukipp kann man jedoch eher dazu neigen, Demokrit als den eigentlichen Begründer
des Atomismus zu bezeichnen. Die Atomistik ist die naturphilosophische Lehre,
die besagt, daß alle Dinge aus selbständigen Elementen bestehen und
alles Geschehen auf Umlagerung, Vereinigung und Trennung dieser Elemente beruhe.
Auch diese Lehre gehört zu den das antike Ursymbol
körperlicher Abgegrenztheit immer wieder neu bestätigenden Bildern,
die zusammen das antike Seelenbild
ergeben und rechtfertigen (sollen). Mit Daniel Sennert (1572-1637) lebte der Atomismus
im Abendland wieder auf. Er entwickelte anschaulich-gestalthaft ein umfassendes
System der Atomistik. Nach ihm erneuerte auch Pierre Gassendi (1592-1655) die
atomistisch-mechanistische Physik Demokrits. Überhaupt sollte gerade der
antike Atomismus eine solch starke, erbschaftliche Wirkung erzielen, daß
er noch heute in den abendländischen kausal-mechanischen Natur- und Weltauffassungen
mitregiert und erst durch Heisenberg
und die moderne ganzheitliche Betrachtungsweise erschüttert worden ist. Demokrit
lehrte, daß alles Geschehen Mechanik der Atome sei, die, verschieden an
Gestalt und Größe, Lage und Anordnung, sich im leeren Raum in ewiger
Bewegung befänden und durch ihre Verbindung und Trennung die Dinge und Welten
entstehen und vergehen ließen. Die Seele, identisch mit dem Element des
Feuers, besteht nach ihm aus kleinsten glattrunden Atomen, die im ganzen Leib
verbreitet sind. Organ des Denkens ist für ihn allein das Gehirn. Die Empfindungen
sollen dadurch zustande kommen, daß von den Dingen ausgehende Ausflüsse,
sich loslösende Abbilder in die Sinnensorgane eindringen und die Seelenatome
in Bewegung setzen. Das höchste Gut sei die Glückseligkeit, so Demokrit,
und sie bestehe wesentlich in der Ruhe und Heiterkeit der Seele, die am sichersten
durch Mäßigung der Begierden zu erreichen sei. Demokrit selbst hieß
schon in antiken Zeiten wegen der Befolgung dieser Lehre der lachende Philosoph.
Leukipp und Demokrit vollbrachten auf typisch antike Weise das, was Newton
und Leibniz
auf typisch abendländische Weise vollbrachten. Auf ihre Art waren die Atomisten
Nachfolger der ionischen und eleatischen Naturphilosophen weiter, die abendländischen
Naturwissenschaftler und Mathematiker Nachfolger der sie fordernden Naturphilosophen.
(Vgl. 12-14
und 14-16).
Es wurde bereits erwähnt, daß der Philosoph
und Mathematiker Christian Wolff (1679-1754) führend in der deutschen Aufklärung
geworden war. Er hatte das System des deutschen Rationalismus unter Verwendung
aristotelischer, stoischer und auch scholastischer Gedanken zur höchsten
Entfaltung gebracht und dadurch die von ihm umgestaltete Leibnizsche Philosophie
zur herrschenden Philosophie seiner Zeit gemacht. Seine Schüler, die Wolffianer,
hatten an fast allen deutschen Universitäten die philosophischen Lehrstühle
inne. |
2) Eleaten Seinsphilosophie/Rationalismus seit -550 3) Pythagoräer Rel.-pol.-arist. Rationalismus seit -550 4) Subjektivisten Elemenekinetik; Heraklit u.a. seit -520 5) Atomisten Naturph.; Leukipp/Demokrit, .. seit -490/-460 6) Sophisten Anthropologie/Aufklärung seit -475/-450 7) Sokratiker Sokrates, Maieutiker seit -440 8) Megariker Eristiker (Streiter) Euklid v. Megara seit -430 9) Kyrenäiker Aristippos von Kyrene, Hedoniker seit -400 10) Kyniker (Autarkisten) Antisthenes, Diogenes seit -400 11) Platoniker Platon, Alte Akademiker seit -385 | 2)Empirismus/Rationalismus
Mechanik seit 1600 3) Pol.-rel. Empirismus Polit. Rationalismus seit 1600 4) Subjektivismus Rationalismus; Descartes u.a. seit 1630 5) Atomismus Monaden/Infinitesimal., Leibniz seit 1660-90 6) Aufklärung seit 1685 (1700) 7) Naturalismus-Subjektivismus seit 1710 8) Naturalismus/Deismus Freidenker seit 1720 9) Sensualismus Positivisten/Materialisten seit 1750 10) Früh-Romantik Sturm-und-Drang seit 1760 11) Kantianer Transzendental-Idealismus, Kant seit 1770 |
| 26) Dionysos-Kult
zu: Rationalismus; seit Pythagoräer 27) Zeus-Götterwelt; Theogonie von Hesiod; seit - 7. Jh. 28) Gegenreformation (6) Zeus-Götterwelt seit - 7. / - 6. Jh. |
26) Neuscholastik (5) zu: Rationalismus;
seit Leibniz
- Wolff 27) Neumystik (4) seit 16. Jh. 28) Neuscholastik (6) Gegenreformation seit 16. Jh. |
Immanuel Kant (1724-1804)
stammte aus einer Handwerkerfamilie mit 12 Kindern, studierte in Königsberg
Mathematik und Naturwissenschaften, Philosophie bei dem Wolff-Schüler Martin
Knutzen. Kant verbrachte sein ganzes Leben in Königsberg,
wirkte ab 1756 als Privatdozent, ab 1770 als ordentlicher Professor der Logik
und Metaphysik mit großem Lehrerfolg, und er lehrte auch Naturwissenschaften,
insbesondere Geographie.| Immanuel
Kant (1724-1804) 4 Entwicklungsstufen (2 vorkritische und 2 kritische) | Platon
(427-347) 4 Entwicklungsstufen (2 vorakademische und 2 akademische) |
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Natur- |
Meta- |
Kritisch- |
Nach- | Sokrates- 407 |
Studien |
Akademie Kritik der |
Spätzeit Weiter- |
Die Mystik lebte auch in der Aufklärung fort: Friedrich Oetinger (1702-1782)
suchte die Narturmystik Jakob Böhmes mit der Gravitationstheorie Newtons
zu verbinden. (Vgl. 14-16).
Johann Georg Hamann (1730-1788) war ein Gegner der Aufklärung und wies gegenüber
Kants rein verstandesmäßiger Erkenntnis
auf die Schöpferkraft des Gefühls und des Gemüts hin, die er besonders
in der Sprache am Werk sah und die sich in der Dichtung der Muttersprachedes
Menschengeschlechts offenbare. Hamann wirkte über die Sturm-und-Drang-Zeit
und den Klassizismus bis weit in die Romantik und die moderne Sprachphilosophie
hinein. (Vgl. 18-20).
Aber Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)
war ein Gegner des Geniekults und des Mystizismus der
Philosophie seiner Zeit. Er war ein geistvoller Vertreter der Aufklärung,
in dessen Denken sich schon Züge des Deutschen Idealismus abzeichneten. (Vgl.
18-20).
Als Kritiker Kants zog er aus dessen Philosophie besonders ethisch und pädagogisch
weitgehende, auch praktische Folgerungen. Lichtenberg bekämpfte geistige
Zuchtlosigkeit (Relativismus) und Pedanterie (Rationalismus), ebenso die konfessionelle
Orthodoxie. Vermischte Schriften und Aphorismen, die viele satirische,
ironische, geistvoll formulierte Aussprüche über alle Lebensgebiete
enthalten, kann man ohne weiteres als geniale Qualität Lichtenbergs bezeichnen.
Die Zeit des Sturm und Dranggalt damals
als Geniezeit - wahrscheinlich weil deren Vertreter auf die später
noch mehr zu beneidende Deutsche
Klassik zu wirken vermochten. Der Sturm und Drang
erhielt Anregungen durch die Kulturkritik Rousseaus und das Genieverständnis
E. Youngs sowie durch die pietistische und empfindsame Tradition. Unmittelbarer
Wegbereiter der antirationalen und religiösen Komponente war der eben erwähnte
Hamann, die eigentlichen Grundideen entwickelte aber Herder. Der
literarische Sturm und Drang begann mit Begegnung zwischen Herder und Goethe 1770
in Straßburg. Von Herders ästhetischen Ideen beeinflußt, verfaßte
Goethe im lyrischen, dramatischen und epischen Bereich die initiierenden Werke
Sesenheimer Lieder (1771), Götz von Berlichingen (1773),
Die Leiden des jungen Werther (1774) u.a.. Goethe, Schiller, F. M. Klinger,
J. A. Leisewitz, H. L. Wagner, J. M. R. Lenz und andere Dichter des Sturm und
Drang verfolgten folgende Themen und Motive: Selbstverwirklichung des genialen
Menschen, den tragischen Zusammenstoß des einzelnen mit der Geschichte,
den notwendigen Gang des Ganzen, Bruderzwist bis zum Brudermord, Konflikte
zwischen Moralkodex und Leidenschaft, soziale Anklage gegen die Korruption der
herrschenden Stände und gegen Standesschranken überhaupt. Guter
Stoff war für die Dichter natürlich auch das Drama um Faust,
das es spätestens seit 1746 auch als Puppenspiel gab. G. E. Lessing konzipierte
ein Faustdrama in ganz neuem Verständnis. Dem Dichter der Aufklärung
bedeutete Fausts Streben nach Wissen nicht Vermessenheit und Aufbegehren gegen
Gott. Nach ihm wurde der Stoff von Dichtern des Sturm und Drang aufgegriffen:
Faust wird als titanische Persönlichkeit aufgefaßt, so bei Friedrich
Müller (genannt Maler Müller), bei F. M. Klinger und auch bei Goethe
im sogenannten Urfaust, der 1772-1775 entstand und als Abschrift des Fräuleins
von Göchhausen erhalten ist. In einer stark veränderten und von Goethe
1790 veröffentlichten Fassung war die Goethesche Konzeption, in der das Faustdrama
zum Menschheitsdrama wird, bereits so angelegt, wie in der Endfassung des Werkes
verwirklicht (Teil
I, 1806; Teil II, 1831). Den Rahmen bildet eine doppelte Wette des Mephistopheles
mit dem Herrn und mit Faust, in der es um das Streben des Menschen nach
Selbstverwirklichung geht, das für den Nihilisten Mephistopheles nur Selbsttäuschung
ist und daher in dumpfem Genuß enden muß. Goethes philosophischer
Werdegang führte ihn von der Abneigung gegen die Schulphilosophie (das
Collegium logicum) in der Leipziger Zeit (1765-1768), wo seine erste Lyrik
im Stil des Rokoko entstanden.
Zur Erweckung eigenen philosophischen Denkens kam es in der Straßburger
Zeit (1770-1771), wo Goethe in der Freundschaft mit Herder seinen Durchbruch zum
Sturm und Drang fand. Goethes naturphilosophische Studien der ersten Weimarer
Zeit (1775-1786) gründeten auf Auseinandersetzung mit Platon, Neuplatonismus,
Giordano Bruno und vor allem mit Spinoza. Nach seiner italienischen Reise (1786-1788)
begann nicht nur die Weimarer
Klassik, sondern auch Goethes Sachinteresse an der Farbenlehre und an der
vergleichenden Gestaltlehre, der Morphologie
(niedergelegt in der Metamorphose der Pflanzen, 1790; vgl. Metamorphose).
Rokoko bezeichnet die Stilstufe der europäischen Kunst von etwa 1720 bis
1780. Das Wort ist abgeleitet aus dem französischen rocaille, Muschel-
und Grottenwerk, nach einem immer wieder hervortretenden Ornamentmotiv. Diese
Ableitung läßt vermuten, daß es sich hierbei um einen Dekorationsstil
handeln könnte. Aus diesem Grunde pflegt man auch hinsichtlich der monumentalen
Baukunst und Bildnerei jener Zeit nur in sehr bedingtem Maße von Rokoko
zu sprechen.
| Eigentlich wird das Rokoko nur auf dem Gebiete des Kunstgewerbes gegen den Barock einigermaßen scharf abgegrenzt. Ansonsten ist das Rokoko eher als eine Endphase des Barock zu bezeichnen. Allerdings ist die Reaktion auf das Pathos und die Monumentalität des Barock als eine Art Gegenwirkung und Hinwendung zum Intimen, Wohnlichen und Spielerischen deutlich zu erkennen. Die künstlerischen Akzente verlagerten sich vom Außenbau auf den Innenraum, der von einem lockeren Schmuckwerk übersponnen und in Bewegung gesetzt wurde. Das Schwere, Üppige, Großformige und Volltönende des Barock wurde im Rokoko zu Leichtigkeit, Zierlichkeit, Kleinteiligkeit und beschwingter Grazie gewandelt. Die Farbe hellte sich auf, und so konnte erst im Rokoko die zartfarbige Pastellmalerei zu wirklicher Geltung gelangen. Barockes Pathos schlug in spielerisches Gebaren um, dem das kleine Format gemäßer war. |
Was für das Abendland das Rokoko war, das war für die Antike die Korinthik.
Das korinthische Kapitell, viel dekorativer als andere Formen und seine Vorläufer
(vgl. 12-14
und 14-16),
enstand um 400 v. Chr. und war, laut Überlieferung, eine Erfindung des attischen
Bilhauers Kallimachos (um 400). Seine Kunst neigte ebenfalls zu übergroßer
Zierlichkeit und überfeinerter Ausführung.
| Korinthische Ordnung bedeutet, daß die ionischen Säulen und Kapitellen zum Teil noch höher, aber vor allem dekorativer sind als ihre Vorläufer. Die Säulen waren fast nur noch Schmuck und genaugenommen gar keine Säulen mehr, sondern nur noch eine Verkleidung der Mauerzungenenden. Die Dekoration trat an die Stelle der Betonung der Konstruktion. Korinthische Ordnung heißt also Dekoration und ist so tatsächlich als ein Analogon zum abendländischen Rokoko zu sehen. Die korinthische Säule wurde zum ausgeschmücktesten antiken Kapitell überhaupt, wenn man von den späteren Nachahmungen und Neostilen absieht. (Vgl. Kompositkapitell). Das korinthische Kapitell, allseitig mit Akanthus (-Blättern) geschmückt und stilisiert, verschleiert die Funktion des Tragens vollständig.Korinthische Säulenordnung. Das Kapitell
ist ein Zwischenglied zwischen Stütze und Last. |
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Obwohl wahrscheinlich schon die Portugiesen im 16. Jahrhundert Australien entdeckt
hatten, gilt der Holländer W. Janszoon offiziell als Entdecker dieses Kontinents
(1605). (Vgl.
14-16). Aber dessen Ostküste wurde erst 1770 erreicht: James Cook befuhr
sie von Süden nach Norden, überwand das große Barriereriff und
fand erneut die Meeresstraße zwischen Australien und Neuguinea, deren Entdeckung
(1606) die Spanier geheimgehalten hatten. Bis auf einige Abschnitte der Süd-
und Südostküste war nun der Umriß Australiens bekannt. Bis 1800
sollten Engländer die noch unbekannten Küsten erforschen. Die Besiedlung
Australiens erfolgte ausschließlich von Großbritannien aus. Die australische
Ostküste wurde anstelle der durch den nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg
(1775-1783) verlorenen Kolonien zum neuen Platz für die Anlage von Sträflingskolonien.
1788 landete eine Flotte mit etwa 1000 Sträflingen in Port Jackson. Dort
wurde die Siedlung Sydney gegründet. Freie Siedler kamen erst ab 1793. Sie
führten die Schafzucht ein und wurden zu den eigentlichen Pionieren der Kolonisation.
(Vgl.
Karten).
Auch in der Antike gab es einen Dualismus, und zwar in erster Linie den zwischen
Sparta und Athen. Hier spielte Persien die Rolle des begünstigt Außenstehenden.
Diese Tatsache erwies sich auch durch den Peloponnesischen Krieg (431-404),
aus dem Sparta als Hegemonialmacht hervorging, Persien aber der eigentliche Sieger
war. Der folgende Krieg Spartas gegen Persien (399-394) weitete sich zum Korinthischen
Krieg (395-387) aus, in dem Athen, Korinth und Argos gegen Sparta von Persien
unterstützt wurden, dann aber, weil Athen die Erneuerung des Attischen
Seebundes und die Wiedererrichtung der Festung Athen-Piräus anstrebte,
Persien und Sparta in ein Bündnis getrieben wurden. Spartaner und Perser
sperrten den Bosporus und damit die Getreidezufuhr aus den skythischen Gebieten.
Der Königsfriede zwischen Athen und Sparta (387), die Gründung
des 2. Attischen Seebundes (377) gegen spartanische Übergriffe und der Landfriede
zwischen Athen und Sparta folgten. Doch während der Friede zwischen Sparta
und Athen trotz des Risikos, das mit dem erneuten Seebund heraufbeschworen wurde,
halbwegs gesichert schien, ging der Kampf des demokratischen Theben gegen das
aristokratische Sparta weiter. Theben siegte 371 unter Epameinondas (420-362)
bei Leuktra aufgrund der schiefen Schlachtornung und befreite Messenien von der
spartanischen Herrschaft. Diese erste Niederlage eines spartanischen Heeres in
offener Feldschlacht war der Beginn des Niedergangs Spartas. 369 verbündeten
sich Sparta und Athen gegen Theben, das eine eigene Flotte aufbaute und mit Zustimmung
Persiens zur neuen Hegemonialmacht in Griechenland wurde. 362 besiegten die Thebaner
Sparta und Athen in der Schlacht bei Mantineia, aber ihr großer Führer
Epameinondas wurde verwundet und starb, so daß mit dem Ende des Thebanischen
Krieges, den Theben gewann, die Hegemonie Thebens zu Ende war.
Weil in einer Zeit der Aufklärung die Staatsdinge auch für einen Herrscher
nicht wie im Handumdrehen zu erledigen sind, der Anspruch auf Perfektionismus
aber aufrechterhalten bleiben soll, gibt es viel Dienst und mühsame Arbeit
für die pflichtbewußten Staatsdiener. Das gilt auch z.B. für Staatstheoretiker
und Historiker. Thukydides (460-396) und Xenophon (430-354) hatten also wie Charles
de Montesquieu (1689-1755) und Justus Möser (1720-1794) viel Material zu
bearbeiten. Nicht ganz so pedantisch gehalten ist die folgende Tabelle, in der
die antiken Daten rot gefärbt
sind:| um
-460/450) Leukipp, Lehrer des Demokrit (Atomist) -458) Athen läßt die 3. Klasse (Zeugiten) zum Archontat zu (Entmachtung des Adels führt zur politischen Verantwortung des Volkes im Sinne des Bürgerrechtsgesetzes: Bürger müssen aus Attika sein; Verlust des Bürgerrechts für Athener mit ausländischer Mutter) (Vgl. Demokratie) 1700)
Seit Ende des 2. Türkenkrieges (1683-1699) ist Österreich Großmacht
(Held: Prinz Eugen). Wien wird politischer, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt des Deutschen Reiches |
| -
450) Zwölftafelgesetze schaffen das öffentliche und private römische
Recht (gegen den Widerstand der Patrizier) Römische Plebejerversammlung erzwingt Aufhebung des Verbots der Heirat zwischen Plebejern und Patriziern Bauvollendung: Tempel des Theseus (Thesion) in Athen Bauvollendung: Tempel des Poseidon in Paestum um -450) Sophistik gewinnt immer mehr an Bedeutung (Protagoras, Gorgias u.a.): Der (einzelne) Mensch ist das Maß aller Dinge (Protagoras) Es ist nichts. und wenn doch, dann nicht mitteilbar (Gorgias) |
| um 1700) Musik:
Hamburger Oper (Johann Wolfgang Franck, Johann S. Kusser, Kohann Theile, Reinhard Keiser) 1700) Wahrscheinlichkeitsrechnung (Jakob Bernoulli) Der Gregorianische Kalender (von 1582) gilt ab jetzt auch in protestantischen Ländern Beginn des Nordischen Krieges (Dänemark, Rußland und Polen gegen Schweden). Ende: 1721 Aussterben der Habsburger in Spanien. Nachfolger in Spanien wird ein frz. Bourbone. Deshalb: 1701) Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges (Spanien, Frankreich, Köln, Bayern gegen England, Niederlande, Preußen, Potugal, Deutsches Reich) Ende: 1714 Friedrich III., seit 1688 Nachfolger des Großen Kurfürsten, krönt sich selbst in Königsberg zum König in Preußen (Friedrich I.). Er wird höfischer Barockkönig Gründung der preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin (Gottfried Wilhelm Leibniz) Neubaubeginn: Kloster Melk 1702) Universität Breslau 1703) Baubeginn: Buckingham Palace Baubeginn: Langhaus der Nikolauskirche auf der Prager Kleinseite (Christoph Dientzenhofer) 1704) Musik: Almira. Die Oper wird 1705 in Hamburg aufgeführt (Georg Friedrich Händel) Neubaubeginn: Dom in Fulda (Johann Dientzenhofer) |
| -
449) Doppelschlacht von Salamis: Athen besiegt (mit Bundesgenossen) Heer und Flotte der Perser und Phönizier - 448) Wiederaufbau-Beginn: Akropolis, Parthenontempel (im zeitgemäßen dorischen Stil) mit 160m langem Fries (Phidias) Ende der Perserkriege -446) Athen und Sparta schließen einen 30jährigen Frieden - 445) Herodot (Vater der Geschichtsschreibung) hält in Athen eine öffentliche Vorlesung |
| 1705)
Philosophische und juristische Klagen gegen Hexenprozesse und Folter (Christian
Thomasius) 1706) Bauvollendung: Invalidendom (Jules Hardouin Mansart) 1707) England und Schottland werden zum Königreich Großbritannien vereinigt Neubaubeginn: Fürstäbtliches Residenzschloß (Johann Dientzenhofer) Böttgersteinzeug und (1717) 1. europäisches Porzellan (Johann Friedrich Böttger [Böttiger], Meißen) 1708) In Rußland wird die heutige Schrift eingeführt 1709) Rußland besiegt die Schweden bei Poltawa (Nordischer Krieg, 1700-1721) Baubeginn: St. Paul's Cathedral (Christopher Wren) |
| - 443)
Dichtung (Trgödie). Antigone (Sophokles) - 443- 429) Perikleisches Zeitalter(Athen): Perikles wird für 15 Jahre zum Feldherrn gewählt (jedes Jahr neu) In Athen (90000 Einwohner) sind 30000 Einwohner Bürger, 35000 Einwohner Sklaven und der Rest Nicht-Bürger Wirken des Statuen- und Bronzebildners Polyklet (Werk u.a.: Speerwerfer) Wirken des Philosophen Anaxagoras: Grundlage des Seins sind die vom Weltverstand (Nous) geordnete Urteilchen (unendlich kleine Elemente) -441) Hippodamos von Milet entwirft erste abstrakte, planmäßig angelegte Städte (z.B. Thurioi) |
| um 1710) Musik:
Instrumentalmusik: 6 Suiten, 6 Brandenburgische Konzerte, 6 Konzerte für
1-3 Violinen |
| -
439) Aufstand der Plebejer in Rom Lucius Quinctius Cinncinatus wird in Rom zum Diktator ernannt |
| 1714) Friede von Rastatt:
Ende des Spanischen Erbfolgekrieges. Österreich erhält Neapel, Mailand. Sardinien und die spanischen Niederlande, Stärkung Österreichs und Schwächung Frankreich. Englands Gleichgewichtspolitik Georg I. aus dem Hause Hannover wird König von England (Großbritannien) Großbritannien und Hannover bleiben bis 1837 durch Personalunion vereinigt. Monadaenlehre bzw. Monadologie (Gottfried Wilhelm Leibniz) Leibniz schlägt auch ein System von Pavillons für Krankenhäuser vor Preußen verbietet Hexenprozesse Deutsche Aufklärung: umfassende Begriffsbestimmung auf rationalistischer Grundlage: Vernünfige Gedanken von Gott, Welt und der Seele (Christian Wolff) Englischer Deismus. Natürliche Religion gegen kirchliche Religion: A discorse of freethinking. Abhandlung über Freidenkertum(Collins) Musik: Wassermusik (Georg Friedrich Händel) Musik: Violinkonzerte (Antonio Vivaldi) 1716-1718) 3. Türkenkrieg. Siege Prinz Eugens: Österreichs (Habsburgs) größte Ausdehnung 1716) Baubeginn: Karlkirche in Wien (Johann Bernhard Fischer von Erlach) 1717) Schulpflicht in Preußen um -430) Demokrit
gründet die Demokritische Schule (Atomisten) 1718)
Franzosen gründen New OrleansDie Neuberin, die Schauspielerin Friederike Karoline Neuber, tritt erstmalig auf. Als Leiterin einer Schauspieltruppe, verbannt sie den Hanswurst von der Bühne 1718) Zar Peter I. läßt seinen reformfeindlichen Sohn zu Tode foltern In Rußland werden Dörfer samt Einwohner verkauft 1719) Literatur: Robinson Crusoe (Daniel Defoe) |
| -
432) Sparta verbündet sich mit Korinth gegen Athen Bauvollendung: Torweg (Propyläen) der Akropolis (Mnesikles) - 431) Beginn des Peloponnesischen Krieges (bis 404) zwischen dem aristokratisch regierten Sparta und dem demokratischen Athen, zwischen Landmacht und Seemacht Dichtung (Tragödie): Medea (Euripides) - 430) Friedensangebot der Athener wird von Sparta abgelehnt Rom: Tempel zu Ehren des griechischen Gottes Apollon - 429) Kleon wird Nachfolger des im belagerten Athen gestorbenen Perikles (Pest) Pest in Athen: Tod eines Drittels der attischen Bevölkerung in 4 Jahren |
| 1720)
Baubeginn: Residenz in Würzburg (Balthasar Neumann) Staatsbankrott in Frankreich 1721) Friede von Stockholm, Frederiksborg und Nystad. Ende des Nordischen Krieges Ergebnis: Rußland löst Schweden als (Ostsee-) Großmacht ab 1722)Musik: Wohltemperiertes Klavier (Johann Sebastian Bach) 1723) Musik: Johann Sebastian Bach wird Thomaskantor in Leipzig Musik: Magnificat (Johann Sebastian Bach) 1724) Musik: Johannespassion (Johann Sebastian Bach) 1724-1749) Musik: h-moll-Messe (Johann Sebastian Bach) |
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- 425) Nach einem Sieg über
Sparta lehnt Kleon das Friedensangebot der Spartaner ab Prostitution derHierodulen (Heilige Sklavinnen) im Aphrodite-Tempel zu Korinth - 424) Kleon fällt in deer Schlacht bei Amphipolis, in der Sparta Athen besiegt Hippokrates (griechischer Arzt) von Kos erkennt die Heilkraft der Natur Sokrates lehrt die (sokratische) Methode: Der Schüler soll im Zwiegespräch durch Fragen angeregt werden und dadurch selbst die Wahrheit finden |
| 1725) Philosophischer Nationalismus. Neuere Geschichtsphilosophie
und Völkerpsychologie: Prinzipien einer neuen Wissenschaft (Giovanni Battista Vico) 1726) Baubeginn: Dresdner Frauenkirche (Georg Bähr) François-Marie Arouet Voltaire (Philosoph der französischen Aufklärung), zweimal in der Bastille eingekerkert, emigriert nach England Literatur: Gullivers Reisen (Jonathan Swift) 1727) Lichtempfindlichkeit der Silbersalze - Grundlage der Photographie (Johann Heinrich Schulze) Bauvollendung: Schloß Mirabell in Salzburg (Johann von Hildebrandt) 1728) Aberration des Lichtes (Grimaldi) 1729) Musik: Matthäuspassion (Johann Sebastian Bach) |
| -
421) Der Peloponnesische Krieg wird für 3 Jahre unterbrochen (Friede des Nikias, der Führer der Oligarchen ist), der Peloponnesische Bund (Sparta stützend) wird aufgelöst, der Attische Seebund (Athen stützend) bleibt bestehen Baukunst: Nike-Tempel auf der Akropolis (dorisch-ionischer Mischstil) - 418) Fortgang des Peloponnesischen Krieges (bis -404) um
1730) Musik:
Die Pilger (Oratorium), Opern (Johann Adolf Hasse) Musik: Violinkonzerte, Sinfonien, Kammermusik (Johann G. Graun) 1731) Musik: Markuspassion (Johann Sebastian Bach) 1732) Ansiedlung von 20000 Salzburger Protestanten in Preußen 1733) Musik: Die Magd als Herrin (Giovanni Battista Pergolesi) Baubeginn: Johann-Nepomuk-Kirche in München (Gebrüder Asam) 1734) Musik: Weihnachtsoratorium(Johann Sebastian Bach) 1735) Natürliches System der Lebewesen (Carl von Linné) Gußstahl (Huntsman)
- 415) Auf Veranlassung des Alkibiades (Gegner des Nikias) unternimmt Athen unter Leitung des Nikias einen Feldzug gegen Sizilien, - 413) Nikias wird wegen mangelnden Kriegsglücks hingerichtet - 412) Eingreifen Persiens (Hilfgsgelder) zugunsten Spartas 1738)
Spinnmaschine (Wyatt) Kinetische Gastheorie (Bernoulli) Philosophie: Antimachiavell (verfaßt vom preußischen Kronprinzen Friedrich II., veröffentlicht von F. A. Voltaire) 1740) Friedrich II. wird König von Preußen: Abschaffung der Folter, Verwirklichung religiöser Toleranz, Orden pour le mérite Die Mathematiker Leonhard Euler und Pierre Louis Maupertius werden nach Berlin berufen 1. Schlesischer Krieg (1740-1742) und: Österreichischer Erbfolgekrieg (1740-1748) (Deutscher Dualismus: Preußen-Österreich) -
411) Einführung der Oligarchie in Athen (Rat der 400): Volksversammlung von nur 500 besitzenden Bürgern Thukydides, griechischer Historiker, beschreibt den Peloponnesischen Krieg; gilt deshalb als Vater der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung Der Dichter Aristophanes beschreibt den Widersinn des griechischen Bruderkampfes in: Lysistrata 1741)
Gründung des Wiener Burgtheaters 1742) Thermometereinteilung (Anders Celsius) 1744/1745) 2. Schlesischer Krieg 1745) Baubeginn: Schloß Sanssouci (Georg von Knobelsdorf) - 405) Sieg der Spartaner unter Lysander Elektrischer Kondensator (Ewald Jürgen von Kleist) 1746) Literatur: Geschichte meiner Zeit (Friedrich II.) 1747) Zuckergehalt der Rübe (Andreas Sigismund Marggraf) 1748) Friede von Aachen: Ende des Österreichischen Erbfolgekrieges Staatsphilosophie: Geist der Gesetze (Charles de Montesqieu) -
405) Sieg der Spartaner unter Lysander 404) Belagerung und Übergabe Athens Friedensbedingung: Schleifung der Langen Mauern, Auflösung des Attischen Seebundes, Verpflichtung zur Heeresfolge. Einführung der Oligarchie (30 Tyrannen) in Athen Hegemonie Spartas. Endgültiger Sieger ist jedoch Persien 403) Die von den Spartanern in Athen errichtete Herrschaft der 30 Tyrannen wird durch die Demokratie abgelöst -401) Xenophon, Geschichtsschreiber aus Athen und Schüler des Sokrates, führt die griechischen Söldner des Kyros d.J. zurück und beschreibt diesen Zug in seinem Werk Anabasis (Der Weg zurück) |
| 1747-1758) Kants
naturwissenschaftliche Entwicklung 1750-1752) Voltaire lebt bei Friedrich II. auf Schloß Sanssouci um
-400) Kyniker (Antisthenes, zuvor Schüler des Sophisten Gorgias) 1751) Hinterladergewehr (Chaumette)Kyrenäiker (Hedoniker: Aristippos, zuvor Schüler des Sokrates) Korinthisches Kapitell erfunden (Kallimachos) Beginn der korinthischen Säulenordnung (Korinthik) Einfall der Kelten in Italien und Ansiedlung in der Po-Ebenes -399) Sokrates, als Religionsfrevler und Verderber der Jugend verurteilt, muß den Giftbecher nehmen 1752) Blitzableiter (Franklin) 1754) Eisenwalzwerk (Cort) -396)
Platon, Schüler des Sokrates, verfaßt zu dessen Verteidigung seine
Apologie 1754-1763)
Britisch-Französischer KolonialkriegDionysos, Tyrann auf Sizilein, bewirtet Samokles unter einem an einem Pferdehaar aufgehängten Schwert Die etruskische Hauptstadt Veji wird von den Römern zerstört - 395-393) Im Sizilianischen Krieg zerstören die Karthager Messina, werden aber danach mit Flotte und Heer von Syrakus geschlagen -395-387) Korinthischer Krieg (Korinth, Athen und Theben kämpfen gegen die Vorherrschaft Spartas) 1750/60) Beginn des Sturm & Drang. Sensualismus (Condillac) und Früh-Positivismus (Hume, d' Alembert) 1755) Nähmaschinen-Vorform: Masch. Vorrichtung zum Zusammennähen von Webwaren (Weisenthal) 1756) Kant wird Privatdozent in Königsberg (Ostpreußen) 1756-1763) 3. Schlesischer Krieg (7jähriger Krieg) 1757) Englische Aufklärung: Naturgeschichte der Religion (David Hume) Deutsche Aufklärung: Oden und Lieder (Christian F. Gellert) Französische Aufklärung: Der natürliche Sohn (Denis Diderot) 1758-1781) Kants metaphysische Entwicklung (von Wollfs Lehre zur kritischen Metaphysik) 1758) Malkunst: Die Parlamentswahlen (William Hogarth) 1759) Musik: 1. Symphonie D-Dur (Joseph Haydn) -390/380)
Demokrit (Atomismus) erklärt alles Geschehen aus dem bis
1760/78) Rousseauismus (Alter Rousseau und Anhänger)Atomaufbau (Atomismus-Lehre) (Vgl. 18-20) Einzelgänger-Philosophen (u.a. Hippokrates) (Vgl. 18-20) -390/370) Späte Sophisten (Gorgias, Hippias) (Vgl. 18-20) -390/350) Sokratiker (Xenophon) (Vgl. 18-20) -390/350) Kyniker (Antisthenes, Diogenes) (Vgl. 18-20) 1760/80) Rousseau-pietist. bew. Sturm & Drang 1761) Musik: Joseph Haydn wird Kapellmeister in Eisenstadt 1762) Philosophie: Contrat social (Gesellschaftsvertrag; Rousseau) Musik: Der 6jährige Wolfgang Amadeus Mozart spielt auf einer Konzertreise vor der Kaiserin Maria Theresia Archäologie, neuere Kunstwissenschaft und Wegbereitung des Klassizismus (Winckelmann) -387) GallierKatastrophe:
Kelten unter Brennus, zerstören Rom 1763)
Ende des 3. Schlesischen Krieges und des Britisch-Französischen
KolonialkriegesFriede zu Hubertusburg (Preußen gewinnt gegenüber Österreich und Sachsen) Friede zu Paris (England gewinnt gegenüber Frankreich und Spanien) 1764) Musik: Der 8jährige Wolfgang Amadeus Mozart schreibt seine 1. Symphonie Ende der Aufklärung bis Kritizismus (wolffscher bis kritischer Kant) 1764/65) Spinnmaschine (Hargreaves) / Wattsche Dampfmaschine (Watt) Beginn der Industriellen Revolution in England -385) Akademie (Platon) (Vgl. 18-20) 1765) Bergakademie Freiberg - älteste Technische Universität der Welt 1765) Deutsche Siedler gründen in Rußland die Wolga-Kolonie 1766) Lothringen kommt durch Erbfall an Frankreich 1766) Entdeckung: Wasserstoff (Cavendish) 1767) Spanien weist alle Jesuiten wegen Hochverrats aus 1768) Musik: Der 12jährige Mozart komponiert das Singspiel Bastien und Bastienne Frankreich kauft von Genua die Insel Korsika: Napoleon wird dadurch als Franzose geboren (*15.08.1769) Physiokratische Volkswirtschaftslehre (Turgot und Quesnay) |
| 1770)
Beginn der Wiener
Klassik Philosophie: Immanuel Kant wird als Professor an die Universität Königsberg berufen James Cook nimmt für England Australien in Besitz Entdeckung: Sauerstoff (Carl Wilhelm Scheele) -379) Platon
lehrt in seinem Phaidon die Unsterblichkeit der
Herder und Goethe als junge Dichter
und Schriftsteller (Vgl.
18-20)Seele und die Kugelgestalt der Erde 1772) Entdeckung: Stickstoff (Rutherford) 1. Teilung Polens zwischen Preußen, Österreich und Rußland (2. Teilung Polens zwischen Preußen und Rußland, 1793, 3. Teilung Polens zwischen Preußen, Österreich und Rußland, 1795) Dichterbund (Hainbund) in Göttingen 1. ausgebaute Alpenstraße: die Brennerstraße 1772-1775) Auf seiner 2. Reise beweist J. Cook die Nichtexistenz der Terra australis und überquert 1773) Teaparty of Boston: Kolonisten in Nordamerika verlangen Vertretung im englischen Parlament 1773/1774) zweimal den südlichen Polarkreis: Entdeckung der Antarktis -377)
2. Attischer Seebund (Kampfinstrument Athens gegen Sparta) 1775)
Nordamerikanischer UnabhängigkeitskriegBeginn der Weimarer Zeit für Goethe (frühe Weimarer Klassik) um
-375) Athen beherbergt 10mal soviel Sklaven wie Bürger
(Vergleich) 1776)Unabhängikeitserklärung
der 13 nordamerikanischen Kolonien Englands:Sie proklamieren die unveräußerlichen Menschenrechte Liberale Nationalökonomie (Adam Smith) |
| 1778/80) Taucherglocke (zum Bau unter Wasser) / Verbrennungstheorie (Smeaton / Lavoisier) |
| 1780/92) Neuhumanismus (Lessing, Herder, Goethe, Schiller, Humboldt) |
| 1781-1793)
Kants kritische Entwicklung
(kritische Philosophie) Kritizismus (Transzendental-Idealismus, -Erkenntnistheorie: Kant) |
| 1782) Letzte Hexe Europas wird in Glarus (Schweiz) geköpft |
| 1783/85) Heißluftballon / Mechanischer Webstuhl (Mongolfier / Cartwright) |
| 1788) Nach Goethes Italien-Reise:
Beginn der Weimarer
Klassik 1789) Beginn der französischen Revolution 1793-1804) Kants nachkritische Phase (Bindeglied zwischen Kants Kritizismus und Deutschem Idealismus) 1794) Musik: Beethoven beginnt mit seinen größten Werken (bis 1827) |
| 1794) Ethik-Idealismus (Fichte) |
| 1795) Menschenbildungs-Idealismus (Schiller) |
| 1795/99) Individuell-ästhetischer Idealismus (Schlegel) |
| 1799) Ästhetisch-religiöser Idealismus (Kant) |
| 1799/1801) Absoluter Idealismus (Identitätsphilosophie:
Schelling) 1799) Alexander von Humboldt beginnt mit seinen weltweiten Expeditionen und Entdeckungen (bis 1859), bereichert u.a. die botanische Systematik um 5000 neue Arten zu den bisher 8000 bekannten Arten, begründet u.a. die Pflanzengeographie (Geobotanik); er ist also der wahre, der wissenschaftliche Entdecker Amerikas um 1800) 83% der Erde (60% ihrer Landfläche) sind bekannt (vgl. 10-12, 14-16, 22-24) |
| um 1800) Hochklassisches
Neuhochdeutsch (Höhepunkt der deutschen Sprache) (Vgl. AHD, Früh-MHD, Klassisches MHD, Spät-MHD, Früh-NHD, Klassisches NHD, Spät-NHD) |
| 1800) Logischer Idealismus (Panlogismus: Hegel) -335) Peripatetiker (Aristoteles) |
| 1800) Nicht-euklidische Geometrie (Gauß) |
| um -315) Euklidische Geometrie (Euklid) |
| 1800) Papiermaschine (Robert) |
| 1800) 1. Dampflokomotive (Trewithick) |
| 1802) Erste erfolgreiche Keilschrift-Entzifferung: Georg Friedrich Grotefend |
| 1800/04/07) Drehbank / Netzstrickmaschine / Dampfschiff (Maudsley / Jayquard / Fulton) |
| 1806) Franz II. legt die Kaiserkrone nieder (06.08.): Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation |
| 1807) Reichsfreiherr Karl vom und zum Stein führt als Minister liberale Formen durch |
| 1807/11) Neue Nomenklatur und Symbole in der Chemie (Berzelius) |
| um 1810) Vitalismus (u.a. Louis Dumas) |
| 1808) Vergleichende Sprachwissenschaft (Wegbereiter: Schlegel, Begr.: Bopp, Gebr. Grimm) |
| 1812) Germanische Altertumswissenschaft, Germanische Sprachwissenschaft, Deutsche Philologie (Grimm) |
| ab 1812) Begründung
der Vergleichenden Sprachwissenschaft: Franz Bopp |
| 1812) Schnelldruckpresse (König, Bauer) |
| 1813) 16. Oktober: Völkerschlacht bei Leipzig (Niederlage Napoleons) |
| 1814) 31. März: Einzug der Verbündeten in Paris und Absetzung Napoleons |
| 1814) Spektroskop (Fraunhofer) |
| 1814) Fraunhofer-Linien, Absorptions- und Emissionslinien im Sonnenspektrum (Fraunhofer) |
| 1814/15) Wiener Kongreß (Beginn der Restauration), Deutscher Bund |
| 1815) Der dem schon so gut wie besiegten englischen
Feldmarschall Wellington zur Hilfe kommende Generalfeldmarschall Blücher besiegt Napoleon am 18. Juni bei Waterloo |
| 1815) Polarisation des Lichts / Wellentheorie des Lichts (Malus / Fresnell) |
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Anmerkungen:
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