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- Spätkulturelle Historiographie - |
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Die
nächste Zukunft wird zeigen, ob die abendländische Spätkultur mit
der modernen Technik eine wichtige Vorarbeit geleistet, einen Vorrat
für das nächste, winterliche Quartal gesammelt hat. |
Der Begriff Spätgeschichte muß vor eventuellen Mißverständnissen
geschützt werden. Er ist nicht deckungsgleich mit Posthistorie
oder Postmoderne ( | |||
| Beispiel (Kultur) | Stufe der Historiographie | Text zur Kulturgeschichte | ||
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Mesopotamien * Antike * Abendland * |
Spätkultur (ca. 2510 bis 2070) Spätkultur (ca. 359 bis 80 n.C.) Spätkultur (ca. 1789 bis 2230) |
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| Geschichtsstufe | Historiographische Werkzeuge | Hauptmotive | ||
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(1) Bildkunst (1) + (2) Schrift (1) + (2) + (3) Hilfsmittel (1) + (2) + (3) + (4) Kritikmittel |
(1) Religion, Gedenkbild (1) + (2) Ökonomie, Besitz (1) + (2) + (3) Wissenstechnik (1) + (2) + (3) + (4) Markt | ||
- Geschichtsphilosophie und Geschichtswissenschaft -
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Systeme werden nicht erträumt, Kunstwerke nicht errechnet oder, was dasselbe ist, erdacht.(Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863) |
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Vierkraft
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Historiographierte
Kelten und Germanen: 4. Jh. v. Chr. - 1. Jh. n. Chr. |
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Historiographierte
Germanen: 4. Jh. v. Chr. - 1. Jh. n. Chr. |
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Um 750 v. Chr. siedelten die Germanen bereits weiter südlich, auch im deutschen Mittelgebirge, wo sie die Kelten als Nachbarn hatten. Man weiß nicht genau, wann und wo die germanische Runenschrift entstanden ist. Sie muß aber im 2. Jahrhundert vor Christus bereits entwickelt gewesen sein, weil sie in dieser Zeit der ersten Zeugnisse - d.h. der ersten, uns bekannten germanischen Schriftquellen - bereits so fertig ausgebildet war wie im Mythos: eine Lautschrift, geordnet in einer festen Reihe, dem sogenannten Futhark. Runen wurden auf Schildbuckeln, Schwertortbändern, Lanzenspitzen, Fibeln, Kämmen angebracht, aber hauptsächlich in Stein, Metall oder Holz geritzt (engl. write ist verwandt mit dt. ritzen). Diese graphischen Zeichen wurden mit dem Aufkommen der christichl-mittelalterlichen Frühkultur des Abendlandes immer seltener und wichen schließlich ganz der lateinischen Schrift. Ursprünge für den Grundstock des germanischen Alphabets könnten auch in der antik-magischen Zeichenwelt liegen, während andere Zeichen rein germanischen Ursprungs bzw. germanische Neuschöpfungen sein dürften. Die Runenschrift ist auch eine Begriffsschrift, d.h. die Runen besitzen nicht nur einen Lautwert, sondern repräsentieren auch einen Begriff, der mit dem betreffenden Laut beginnt.
Schon das Wort Rune enthält Zauberisches, denn es teilt mit dem Wort raunen dieselbe Wortwurzel. | -
Germanische Runenschrift - Germanisches Futhark (Runen-Alphabet) - benannt nach den ersten 6 Zeichen. Der Zeichenvorrat umfaßt 24 Runen (mit graphischen Varianten). Sie sind in 3 sogenannte Geschlechte zu je 8 Runen eingeteilt. Neben ihren Lautwert bezeichnet jede Rune auch einen bestimmten Begriff, deer mit dem betreffenden Laut beginnt: f
= Fahrhabe, Vieh; u = Ur, Auerochse; Form und Anzahl der Runen unterlagen im Laufe der Zeit in einzelnen Gebieten mancher Veränderung, aber die Namen blieben. Umstritten ist, inwieweit die Runen nach Anzahl und Stellung in der Reihe auch zahlensymbolischen Wert hatten. Damit hängt das Problem der Runenmagie zusammen. Der Name Rune deutet auf eine Kunst, die Eigeweihten vorbehalten war (gotisch runa ist die Übersetzung von griech. mysterion = Geheimnis), in der literarischen Überlieferung Islands gelten die Runen als reginkunnar (den Göttern entstammend), die isländischen Sagen erzählen wiederholt vom magischen Gebrauch der Runen. | |||
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Archäologische Funde bestätigen auch die Berichte
von den Zügen der Kimbern und Teutonen ( | -
Sprachliche Entlehnung - (Transferenz) Es
gibt viele Möglichkeiten der fremdsprachlichen Entlehnung, denn in einem
Lehnwortschatz gilt es, Lehnwort (lexikalische Entlehnung) und Lehnprägung
(semantische Entlehnung) zu unterscheiden. Ein Lehnwort kann assimiliert sein,
z.B. Wein => vinum (lat.), oder auch
nicht, z.B. => Flirt. Eine Lehnprägung dagegen ist
als Lehnformung formal abhängig, z.B. Wolkenkratzer =>
sky-scraper (engl.), als Lehnschöpfung jedoch nicht, z.B.
Sinnbild => symbolon (griech.), denn symballein
bedeutet zusammenwerfen. |
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Innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie differenzierte sich das Germanische durch eine Veränderung in den grammatischen Formen aus, z.B. durch die Festlegung der zuvor freien Wortbetonung auf die Anfangssilbe und durch die phonetischen Veränderungen im Konsonantensystem. Diese Germanische Lautverschiebung (auch: 1. Lautverschiebung) wird auch Grimmsches Gesetz genannt: Sie betrifft im wesentlichen die indogermanischen Verschlußlaute und 3 unabhängig voneinander ablaufende Vorgänge. Die stimmlosen Verschlußlaute p, t, k werden zu den stimmlosen Reibelauten f, th, ch und die stimmhaften Verschlußlaute b, d, g zu den stimmlosen Verschlußlauten p, t, k verschoben. Die aspirierten Verschlußlaute bh, dh, gh werden zu stimmhaften Reibelauten und bald darauf weiter zu den stimmhaften Verschlußlauten b, d, g verschoben. Die 1. Lautverschiebung muß beim intensiveren Sprachaustausch zwischen Germanen und Römern bereits abgeschlossen gewesen sein, weil kein lateinisches Lehnwort im Germanischen von ihr betroffen wurde: aus camera (lat.) wurde Kammer (dt.) und nicht *chamer. Vermutlich vollzog sich die 1. Lautverschiebung von Süden nach Norden vom 2. Jh. v. Chr. bis zum 5. / 6. Jh. n. Chr.; und mit dem Ende der Germanischen Wanderungen ging die germanische Sprachentwicklung in den entsprechenden Gebieten in Richtung Deutsch.
Aus dem Germanischen differenzierte sich das Althochdeutsche durch die Hochdeutsche Lautverschiebung bzw. 2. Lautverschiebung genannt wird, heraus; im Unterschied zu den bedingungslosen Vorgängen der 1. Lautverschiebung geschah dies jedoch positionsabhängig: die stimmlosen Verschlußlaute p, t, k werden im gesamten hochdeutschen Gebiet nach Vokalen zu stimmlosen Doppelaspiranten zz, ff, hh verschoben, die aber überwiegend wieder vereinfacht werden, z.B. wird aus (altsächs.) latan, skip, makon > (ahd.) lazzan, shif mahhon. Im Anlaut, im In und Auslaut nach Konsonant sowie in der Gemination (Konsonanten-Verdoppelung) werden p, t, k mit unterschiedkicher regionaler Ausbreitung nur bis zur Affrikata tz, pf, kh (=ch) verschoben: (altsächs.) herta, penning, korn > (ahd.) herza, pfenning, khorn. Die aus der 1. Lautverschiebung hervorgegengen stimmhaften Verschlußlaute b, d, g werden mit unterschiedlicher Reichweite oberdeutsch, insbesondere bairisch, zu p, t, k: (altsächs) beran, bindan, giban > (oberdt.) peran, pintan, këpan. Verschobene Formen sind auch in Namensüberlieferungen seit dem 5. bzw. 6. Jh. bezeugt (z.B. Attila > Etzel). Da sich die 2. Lautverschiebung bei Baiern, Langobarden und Alemannen am konsequentesten durchgesetzt hat und sich aber nach Norden bis zur Benrather Linie, der hochdeutsch-niederdeutschen Grenze, immer mehr abschwächte, kann der Süden als Ursprungszentrum gelten. (Vgl. AHD). | |||
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| Franz Bopp ist
zu verdanken, daß man der Erforschung unserer Urahnen näher kam und
viele Forscher nach ihm vielleicht gar nicht oder später erst zu Ruhm gekommen
wären. Bopp fand die tote Muttersprache über den Weg des
historischen Vergleichens ihrer Tochtersprachen, denn wenn Sprachen
miteinander verwandt sind wie Geschwister, dann haben sie auch eine Mutter: wenn
aber die Grundsprache der Tochtersprachen Griechisch, Germanisch, Keltisch, Italisch
(u.a. Lateinisch, später: Romanisch), Hethitisch, Illyrisch, Indisch (u.a
Sanskrit, Vedisch, Hindi, Urdu, Bengali, Maratki, Assamisch), Iranisch (u.a. Awestisch,
Persich, Kurdisch, Afghanisch), Armenisch, Albanisch, Baltisch, Tocharisch, Slawisch
u.a. nicht mehr existierte und sich auf keinem Pergament, keiner noch so alten
Urkunde, auf keinem Grabstein, keiner Gedenktafel und anderen Relikten finden
ließ, mußte die Linguistik die tote Muttersprache, gleichsam
künstlich wie in einer Retorte, neu schaffen. Seit Bopps Zeiten, d.h.
seit der Romantik sind die Linguisten dabei,
das Indogermanische
über diesen Weg zu rekonstruieren. So wie die Archäologen seit Johann
Joachim Winckelmann
(1717-1768), d.h. seit Begründung der klassischen Archäologie und dem
frühesten Beginn des Klassizismus,
sich Schicht für Schicht in die Vergangenheit hinabgraben, gruben
sich die Sprachwissenschaftler zurück zu den Ursprüngen bzw. zu den
ältesten Wortformen und den kleinsten bedeutungsunterscheidenden Lautformen,
den Phonemen. Über die Lautgesetze fanden sie ihr Troja, ihr
Mykenae, ihr Knossos.
Die Wissenschaft von der geschichtlichen Entwicklung der deutschen Sprache und Literatur nennt man Germanistik - meist im gleichen Sinne wie deutsche Philologie, gelegentlich auch wie germanistische Philologie gebraucht, oft auch die germanistische Altertumskunde selbst umfassend. Die Germanistik hat natürlich selbst auch eine Geschichte: Ansätze zu einer Germanistik brachte schon der Humanismus hervor - aus Interesse an frühmittelalterlichen Textzeugnissen und Sprachformen, auch für die Grammatik der deutschen Sprache -, aber es waren insbesondere die deutschen Sprachgesellschaften, die die Sprachkunde und Textforschung förderten. (Althochdeutsche Textausgaben). Bedeutend hierfür war v.a. der Grammatiker und Schriftsteleller J. Georg Schottel (1612-1676) aus Einbeck mit seiner Ausführlichen Arbeit von der Teutschen Haubtsprache (1663). Er untersuchte die Etymologie der deutschen Wörter, bekämpfte das Fremdwörterunwesen und plante zur Festigung und Reinerhaltung der deutschen Sprache eine normative Grammatik und ein allgemeines Wörterbuch. Im
letzten Drittel des 18. Jahrhunderts richtete sich das Augenmerk von der Frühzeit
auf die Literatur des Hochmittelalters, deren Geschichte ebenfalls zu interessieren
begann (J. G. Herder).
Um Grammatik und Wortschatz bemühten sich F. G. Fulda und J. C. Adelung (1732-1806).
Die Romantik
griff v.a. die Ansätze Herders auf, aber auch andere Grundlagen, z.B. die
W. von Humboldts.
Die literarischen Zeugnisse des Mittelalters wurden als Zeugnisse des Wirkens
eines Volksgeistes gesammelt (A.
von Arnim und C.
Brentano), übersetzt (Tieck),
aufbereitet (A. W. und F. Schlegel,
F. Bouterwek, L.
Uhland). editiert (F. H. von der Hagen). Ihr geistiges und methodisches Fundament
erhielten diese Versuche jedoch erst durch die Forscherpersönlichkeiten J.
und W. Grimm
und K. Lachmann,
an deren Ruhm Franz
Bopp nicht ganz unschuldig war. Ein Markstein in der germanischen Sprachwissenschaft
ist die Deutsche Grammatik (1819) von Jacob Grimm, in der er
durch die Entdeckung der Ablautgesetze
die deutsche Sprache in gesetzesmäßige Verbindung mit der germanischen
und indogermanischen Sprachentwicklung brachte, ebenso die Konzeption für
die Geschichte der deutschen Sprache (1847 ff.) bzw. das Deutsche
Wörterbuch der Brüder Grimm (1854 ff.). Als Wilhelm Grimm
1847 seinen Plan zu einem deutschen Wörterbuch vortrug, war das also nicht
die Geburtsstunde der Germanistik, aber einer ihrer Höhepunkte. Wilhelm
und Jacob Grimm hatten 1847 - ein Jahr vor der Revolution - eine Arbeit aufgenommen,
die erst 1960 abgeschlossen werden sollte. (Vgl. Spät-NHD).
Denn in dem Maße, in dem die gründliche und geduldige Bestandsaufnahme
der deutschen Wörter geleistet wurde, wuchs die Masse der Sprache selbst.
Die erbrachten Grundlagen wichen immer präziseren Methoden. | |||
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Also
erforschte man die Vorfahren, und daß die Vorfahren der Deutschen eben jene
Germanen gewesen seien, von denen die antiken Autoren berichtet hatten, blieb
bis weit ins 19. Jh. eine von niemanden angezweifelte Tatsache. Diese Entwicklung
setzte sich im Historismus
fort und erfuhr erst ab 1917/18 eine Krise,
in der Bewegungen veschiedener Neuorientierungen entstanden, aber eben auch sie
bekämpfende Gegenbewegungen. ( Die
Historisch-Vergleichende Sprachwissenschaft, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts
bzw. seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts Disziplin oder Forschungsrichtung innerhalb
der Sprachwissenschaft, beschäftigt sich seitdem mit der Rekonstruktion von
Einzelsprachen, indem sie Ursprung, Entwicklungsgeschichte und Verwandtschaftsbeziehungen
von Einzelsprachen mit der Methode des Vergleichs untersucht. Komparative Methode
bedeutet, daß durch den Vergleich bestimmter Phänomene in mehreren
verwandten (oder als verwandt vermuteten) Sprachen Formen früherer Sprachzustände
aufgedeckt oder auch ausgeschlossen werden können und eine gemeinsame Ursprache
rekonstruiert oder auch ausgeschlossen werden kann. Neben der materialbezogenen
Historisch-Vergleichenden Sprachwissenschaft. die besonders durch die Entdeckung
der Verwandtschaft des Sanskrit mit den indogermanischen Sprachen ausgelöst
und begründet wurde und Methoden zum Nachweis sprachgenetischer
Verwandtschaft ausarbeitete, erzielte auch die allgemeine Sprachwissenschaft,
besonders seit Wilhelm von Humboldt
(1767-1835), größte Wirkung. Gerade Humboldts Unterscheidung von Energeia
(Sprache als Tätigkeit oder wirkende Kraft) und Ergon
(Sprache als Produkt einer abgeschlossenen Tätigkeit oder statisches
Werk) sowie von äußereren und innereren Sprachformen überhaupt
und seine These von der Verknüpfung der Sprache mit Kultur, Mentalität
und Weltsicht eines Volkes wirkten sich in unterschiedliche Weise auf spätere
Sprachtheorien aus. (Zur weiteren Geschichte der Sprachwissenschaft: |
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Anmerkungen:
Indogermanen-Kulturen entstanden wahrscheinlich
aus einer einzigen indogermanischen Vor-/Urkultur im Paläolithikum (wohl
im Jungpaläolithikum).
Die indogermanischen Sprachen sind auch nur unter Annahme einer gemeinsame Ursprache
erklärbar. Das Indogermanische, der Name wurde 1823 von H. J. Klaproth für
die 1812 bis 1816 von Franz Bopp
entdeckte Sprachfamilie geprägt, umfaßt die äußersten Glieder
der Gruppe im Südosten (Ceylon) und Nordwesten (Island). Bezogen auf das
Wort Hundert wurden die indogermanischen Sprachen unterschieden in
eine westliche (Kentum-Sprachen; phonetisch: [k]) und eine östliche Gruppe
(Satem-Sprachen; phonetisch [sch]). Weltweite Untersuchungen an Menschen aus den
1970er und 1980er Jahren haben ergeben, daß sprachliche und genetische Merkmale
der Indogermanen weitgehend übereinstimmen. Aus linguistischer, archäologischer
und anthropologischer Sicht dürften Trichterbecherkultur (
)
mit ihren Nachfolgekulturen, darunter die Schnurkeramiker (
),
ferner die Bandkeramiker (
)
und die Ockergrabkultur (
)
als Kulturen der Indogermanen
angesehen werden. Damit ist aber nur eine Zeitspanne erfaßt, die das Neolithikum
betrifft (für Europa etwa 4500 v. Chr. bis 1800 v. Chr.). Ungeklärt
bleibt auch die Herkunft der Glockenbecherkultur (
).
Obwohl man andere Möglichkeiten einer indogermanischen Herkunft nicht ganz
ausschließen kann, darf als gesichert angenommen werden, daß die Indogermanen
zum größten Teil der nordischen Rasse entstammen und deshalb nur ein
europäischer Ursprung dieses Volkstums in Betracht kommt.
Megalithkulturen
sind die die im Mesolithikum
bis Spätneolithikum (End-Neolithikum)
aufgekommene, in der Kupfersteinzeit (Chalkolithikum
bzw. Kupfermetallikum)
und Bronzezeit (Bronzemetallikum)
fortgesetzte Gewohnheit einiger vor- bzw. urgeschichtlicher und frühgeschichtlicher
Kulturen (siehe: Periodik),
megalithische Gräber und Kultmale zu errichten; z.B. Menhire (Lange
Steine), Alignments bzw. Steinkreise, bestimmte Henge-Monumente
und verschiedene Typen von Kammergräbern. Megalithkulturen gab es
auch im Nahen Osten, in Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika, obwohl man sie gewöhnlich
nur auf Europa bezieht, wo sie tatsächlich am ausgeprägtesten waren
und als Relikte heute noch mehr als anderswo zu bestaunen sind. Hier, in Europa,
waren einge Megalithkulturen mit Keramik
der Chaséen verbunden, andere mit Töpferware
der Seine-Oise-Marne-Kultur, der Pasteur-des-Plateaux-Völkerschaften
und der Glockenbecherkultur (
)
in West-, Südwest- und Mitteleuropa, besonders in Nordwestdeutschland und
ganz England sowie in Südirland. In Norddeutschland, Dänemark, Südschweden
und westlichen Teilen Osteuropas waren die Megalithkulturen verbunden mit Gefäßen
der Trichterbecherkultur
(Vorläufer der Schnurkeramik- bzw. Streitaxtkultur). Der Transport und die
Bearbeitung der Megalithe setzen eine relativ differenzierte Sozialstruktur voraus.
Umstritten
ist die sogenannte Nordwestdeutsche Gruppe: waren das Germanen
oder Kelten?
Es handelt sich um die Zeit des 6. Jahrhunderts v. Chr.; man wird auch hier wohl
eher von einer keltogermanischen bzw. germanokeltischen Bevölkerung sprechen
können, bei der sich die Züge der beiden später profilierten Völker
nur vermischt nachweisen lassen. Dagegen sind die sogenannte Jastorf-Gruppe
an und östlich der Elbe und die Gruppen zwischen Oder und Weichsel eindeutig
als Germanen zu bezeichnen. Für die nächsten Jahrhunderte kann man davon
ausgehen, daß sich die Germanen immer mehr Richtung Süden, Westen und
Osten ausgebreitet haben und schon im 2. Jahrhundert v. Chr. sowohl in Südosteuropa,
z.B. Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien, u.s.w., als auch in Südfrankreich,
in Norditalien und westlich des Rheins vertreten waren. Die westlichsten und südtlichsten
Gruppen der Germanen waren also im 1. Jahrhundert v. Chr. auch Einwohner des Römischen
Reiches (vgl. Karte)
- die Kimbern, Teutonen und Ambronen schon im 2. Jh. v. Chr. (
).
Es war Cäsar,
der die Kelten und Germanen mit politischen Hintergedanken aufteilte, obwohl die
von ihm eroberten Gebiete in Gallien auch aus Germanen bzw. aus einer Mischung
von Kelten und Germanen bestanden. Um die eroberten Gebiete westlich des Rheins
zu sichern, erzeugte Cäsar ganz bewußt eine unter dem Begriff Germanengefahr
bekannt gewordene hysterisierende Situation. Sie ist vergleichbar mit den Situationen,
die die heutigen abendländischen
Cäsaristen durch Schüren von Ängsten erzeugen. Keine
Angst, ein solcher Cäsar
steht uns erst noch bevor, denn im Abendland hat die Phase des Cäsarismus
gerade erst begonnen (!).
Bernstein (eigtl. Brennstein; Mittelniederdeutsch: bernen = brennen) ist ein unterschiedlich gefärbtes (hellgelb bis orangerot, bräunlich oder gelblichweiß), undurchsichtiges bis klares (durchsichtiges), fettglänzendes, fossiles Harz; der chemischen Struktur nach ein brennbarer Polyester aus Abietinsäure und Diabietinol neben Harzsäuren und Bernsteinsäure. Die bedeutendste Bernsteinlagerstätte der Welt befindet sich in Ostpreußen, wo der Bernstein in der blauen Erde auftritt. Die Gewinnung erfolgt im Tagebau, v.a. bei Palmnicken (Ostseebad an der Westküste des Samlandes, Ostpreußen). Bernstein enthält oft Einschlüsse tertiärer Tiere (v.a. Insekten) und Pflanzenteile. Die ältesten Belege von Bernstein, der v.a. ein beliebter Rohstoff für die Anfertigung von Schmuck war, stammen aus der Jungsteinzeit (Neolithikum). Seit Beginn der Bronzezeit trat Bernstein auch in anderen Gebieten Europas auf. Durch die Kartierung der Bernsteinfunde wurden hypothetische Handelswege erschlossen (Bernsteinstraßen), auf denen der Bernstein nach Süden gelangte. Bernstein wurde in den mykenischen Schachtgräbern entdeckt, dagegen fand man ägyptische Fayence-Perlen in England. Der Bernsteinhandel hatte also eine rein nordsüdliche Richtung:
1)
über den Fluß- und Landweg von der Ostssee (Ostpreußen) zur Adria;
2) über den Fluß- und Landweg von der Nordsee (Nordwestdeutschland,
Westjütland) zur Adria;
3) über den Fluß- und Landweg von
der Nordsee (Nordwestdeutschland, Westjütland) zum Mittelmeer;
4) über
den Atlantik von der Nordsee (Nordwestdeutschland, Westjütland) zum Mittelmeer.
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