Gemäß
der Pareto-Verteilung (20/80-Regel) konstatiere ich, daß
die von mir als bedeutungsvoll im Sinne eigener Autorenschaft ausgewählten
Seiten (1. Grad, 2.
Grad, 3. Grad, 4.
Grad) fast genau 20% (genau: 20,57% )
umfassen und 80% des Inhalts meiner Webpräsenz bedeuten ( ),
während die übrigen Seiten (Zitate,
Verzeichnisse, Navigatoren,
Rest) fast genau 80% (genau: 79,43% )
umfassen und 20% des Inhalts meiner Webpräsenz bedeuten. Ich nenne diesen
Aspekt den Bedeutungsaspekt. Und weil das Wort Bedeutung hier
sehr ernstzunehmen ist, müssen wir uns die Zitate
näher anschauen. Sie können nämlich durchaus den Seiten der Kategorie
1. Grad zugeordnet werden, wenn wir den
Akzent nicht so sehr auf meine eigene Autorenschaft legen, sondern auf die Bedeutung
insgesamt. Hierbei kommen wir ebenfalls der 20/80-Regel sehr nahe:
Bedeutungsvoll im allgemeinen Sinne sind die fast genau 20% (genau:
20,29% )
ausmachenden Seiten der Kategorien 1. Grad
und Zitate, weil sie für 80% des Inhalts
meines Internetangebots stehen, während die fast genau 80% (genau:
79,71% )
ausmachenden Seiten der Kategorien 2. Grad,,
3. Grad, 4.
Grad, Verzeichnisse, Navigatoren
und Rest eher bedutungslos im allgemeinen
Sinne sind, weil sie nur für 20% des Inhalts meines Internetangebots
stehen. Diese nur für 20% stehenden 80% sind aber deswegen nicht in jeder
Hinsicht bedeutungslos - sie haben andere Aufgaben, in denen sie glänzen
oder auch nicht glänzen. Vielleicht ist es eher sinnvoll, die Zitate
teils dem 1. Grad und teils dem 2.
Grad zuzurechnen. Dann stehen 24,83% ( );
1. Grad, 2.
Grad, Zitate) hauptsächlich (80%)
und 75,17% ( );
1. Grad, 2.
Grad, Zitate) nur nebensächlich
(20%) für den Inhalt meiner Webpräsenz. Was
den Zugriff auf die Seiten angeht, so läßt sich feststellen,
daß die Seiten der Kategorien Verzeichnisse
und Navigatoren ebenfalls
annähernd 20% (genau: 22,44% )
ausmachen und rund 80% der Seiten meiner Webpräsenz zugänglich
machen, nämlich die der Kategorien 1. Grad,
2. Grad, 3.
Grad, 4. Grad, Zitate,
Rest. Diesen Apspekt nenne ich den Zugriffsaspekt.
Unter diesem Aspekt verteilen sich - gemäß der letzten Aktualisierung
(! !)
- die 139 328 Verweise folgendermaßen: 80 518 (57,79%) auf die
Seiten der Kategorien Verzeichnisse
und Navigatoren und
58 810 (42,21%) auf die Seiten der Kategorien 1.
Grad, 2. Grad, 3.
Grad, 4. Grad, Zitate,
Rest, wobei man nicht vergessen sollte, daß
erstere ausschließlich Verweise beinhalten und sehr kleine Dateien sind
mit insgesamt 9,52 MB (12,81%), während letztere - je nach Grad - relativ
viel Text, folglich relativ wenig Verweise beinhalten und relativ große
Dateien sind mit insgesamt 64,83 MB (87,19%).Bezöge
man sich nur auf die Größe der Textdateien, was ich bisher
aus Gründen der Aspekte Bedeutung ( )
und Zugriff ( )
unterlassen habe, ergäbe sich vielleicht ebenfalls eine Pareto-Verteilung
(20/80-Regel), weil erwartungsgemäß etwa 20% aller
Seiten ungefähr 59,48 MB umfassen und also 80% der derzeit etwa 74,35 MB
umfassenden Größe aller Textdateien ausmachen könnten. Von den
derzeit insgesamt 2090 Seiten meiner Webpräsenz könnten also 418 Seiten
59,48 MB und 1672 Seiten 14,87 MB umfassen. So könnte doch die Hypothese
lauten. Bei meinem Internetangebot hat sie sich zwar nicht exakt bestätigt
- denn: es umfassen 418 meiner Textdateien 64,74 MB und damit 87,07% und 1672
meiner Textdateien 9,61 MB und damit 12,93% -, aber mit einer entsprechenden Nachrüstung
großer Textdateien und intensiverer Verkopplung von Vielfalt, Ungleichheit
und Abweichungsverstärkung ( )
dürfte sich die Pareto-Verteilung (20/80-Regel)
vielleicht noch erreichen lassen. Doch der Größeaspekt ist in
dieser Hinsicht nicht so wichtig, schon gar nicht für Suchmaschinen.Fazit:Die
Pareto-Verteilung (20/80-Regel) betrifft meine
Webpräsenz wohl am ehesten bezüglich der Aspekte Bedeutung
( )
und Zugriff ( ),
aber weniger des Aspekts Größe ( ).
Besonders im Hinblick auf den Zugriff mag man das auch sofort verstehen, weil
es sehr sinnvoll ist, ihn gemäß der 20/80-Regel zu steuern.
Erfahrungen aus der Ökonomie bestätigen diese Regel:Hier
bestätigt sich das Pareto-Gesetz der unbalancierten Reichtumsverteilung:
20% der Bevölkerung verfügen über 80% des Reichtums. Das ist ein
Effekt, der sich überall dort einstellt, wo Menschen aus einer Fülle
von Möglichkeiten frei wählen können. .... Vielfalt + Wahlfreiheit
= Ungleichheit. 20% aller Knoten ( )
ziehen 80% aller Links auf sich. Deshalb hat es keinen Sinn, in derartigen Netzwerken
nach repräsentativen, d.h. durchschnittlichen Teilnehmern zu suchen. Der
Mathematiker Albert-Lázló Barabási nennt sie deshalb skalenfrei.
Statistische Mittelwerte sind hier nicht aussagekräftig.Wo
sich Vielfalt, Ungleichheit und Abweichungsverstärkung verkoppeln, stellt
sich die schon 1897 von Vilfredo Pareto entdeckte Verteilung ein, die man in einfachster
Mathematik durch die Formel y = l/x darstellen kann. In der Sprache der Wirtschaft
heißt das: Weniges verkauft sich viel und vieles verkauft sich wenig. Diese
Power-Law-Verteilung der Pareto-Regel ergibt sich also immer, wenn viele Menschen
eine Fülle von Möglichkeiten haben, ihre Vorlieben auszudrücken.
Das führt zu einer Wirtschaft der Stars - und entsprechend dazu, daß
die meisten anderen unterhalb des Durchschnitts rangieren. Hier herrscht die Logik
der Abweichungsverstärkung. Popularität wächst durch positives
Feedback. Es ist also gerade die Wahlfreiheit der Kunden auf den Märkten,
die Stars produziert; denn die Leute wählen, was die Leute wählen.Diese
Logik der Abweichungsverstärkung führt in der Welt der Weblogs einerseits
dazu, daß einige Schreiber immer mehr Leser und Feedback bekommen. Diese
Stars der Weblog-Szene können natürlich nicht mehr auf die Unzahl der
Kommentare reagieren und kehren damit ironischerweise wieder in die Welt des Massenmedien
zurück; denn sie verteilen ja Material an die Vielen, ohne doch noch an der
Kommunikation darüber angemessen teilnehmen zu können. Andererseits
gibt es immer mehr Weblogs, die nur wenige Leser finden und folglich ein anderes
Erfolgskriterium als Popularität brauchen. Der größte Teil der
elektronischen Tagebücher wird deshalb ein schriftliches Gespräch unter
Freunden sein.Popularität
heißt heute also: viele Links zeigen auf mich. Und weil Popularität
attraktiv ist, wird dem, der hat, noch mehr gegeben. Auch Wissenschaftler, die
einen neuen Text schreiben, zitieren höchstwahrscheinlich Texte, die schon
vielfach zitiert worden sind - und steigern so deren Popularität. Der Soziologe
Robert K. Merton hat das den Matthäus-Effekt genannt: Wer hat, dem wird gegeben.
Berühmte Wissenschaftler bekommen eine unverhältnismäßig
große Anerkennung für ihre Beiträge, während unbekannte Wissenschaftler
eine unverhältnismäßig geringe Anerkennung für durchaus vergleichbare
Beiträge bekommen. Dahinter steckt ein Aufmerksamkeitsproblem. Niemand kann
ja mit der Flut der wissenschaftlichen Veröffentlichungen Schritt halten;
deshalb orientiert sich der Leser an berühmten Namen. Die Vertrautheit mit
der Quelle einer Information stimuliert dazu, sie zu nutzen. So werden aber nicht
nur die Star-Wissenschaftler immer berühmter, sondern auch - zumindest relativ
betrachtet - die unbekannten Wissenschaftler immer unbekannter.Dieser
Matthäus-Effekt prägt auch das Internet. Alle können sich heute
im Netz artikulieren, aber nur von wenigen wird Notiz genommen, nur wenige werden
sichtbar. Hier gilt tatsächlich der Satz von Bischof Berkeley: Sein heißt
Wahrgenommenwerden. Wenn niemand auf meine Webpage verweist, existiere ich praktisch
nicht im Netz. Wahrgenommenwerden ist alles. Sichtbarkeit im Internet ist eine
direkte Funktion der auf das eigene Informationsangebot verweisenden Links. Wer
den Status des Stars aber nicht erreicht, findet sich im langen Schwanz jener
Verteilungskurve wieder, die Pareto entdeckt hat und heute zumeist unter dem Titel
Power Law diskutiert wird. Daß das Internet Ungleichheit produziert
und eine Wirtschaft der Stars begünstigt, stellt für alle »radikaldemokratischen«
Utopisten der neuen Medienwelt natürlich eine tiefe narzißtische Kränkung
dar.Wer
von der Logik der Netzwerke keine Ahnung hat, läßt sich gerne die Geschichte
vom Internet als dem ultimativen Medium der Demokratie erzählen. Und zunächst
sieht es ja auch tatsächlich so aus, als ob hier jede Stimme gleich zählen
würde. Zensur im Internet ist schwierig, fast unmöglich. Jeder kann
seine Meinung veröffentlichen. Und was einmal ins Netz gestellt ist, steht
theoretisch Hunderten von Millionen Menschen zur Verfügung. Doch das World
Wide Web ist kein Netzwerk, in dem die Links, also die Verknüpfungen
der Webpages, gleich verteilt wären. Das Gegenteil ist der Fall. Albert-Lászloó
Barabási spricht sogar von einer vollständigen Abwesenheit von Demokratie,
Fairneß und egalitären Werten im Internet. Die Begründung dieser
These ist denkbar einfach. Von den Milliarden Dokumenten, die das Netz für
jeden von uns bereit hält, sehen wir ja nur einige wenige. Die Frage lautet
deshalb für jeden, der Informationen oder Meinungen ins Netz stellt: Wird
es überhaupt irgend jemandem auffallen?Es
geht hier um das Problem der Sichtbarkeit. Und das Internet mißt meine Sichtbarkeit
ganz einfach durch die Zahl der Links, die auf meine Webpage verweisen. Nun sind
einige wenige Knoten ( )
im Netz sehr stark, also mit zahllosen anderen verknüpft, z.B. Amazon oder
Google, fast alle aber nur sehr schwach. Verglichen mit den »Zentralflughäfen«
des Internet existieren die meisten anderen Knoten praktisch gar nicht. Webpages
werden also durch die Links, die auf sie zeigen, überhaupt erst sichtbar.
Und je mehr Links sie auf sich ziehen, umso leichter sind sie zu finden - und
umso vertrauter werden wir mit ihnen. So bildet sich ein unbewußtes Vorurteil
zugunsten erfolgreicher Websites. Popularität ist attraktiv. Wer hat, dem
wird gegeben. Wer googlet nicht?Das
ist ein gutes Beispiel für den Netzwerkeffekt der Abweichungsverstärkung,
den man auch positives Feedback nennt. Mit der Pareto-Verteilung sind wir am Gegenpol
des Egalitarismus angekommen. In den meisten Netzwerken herrscht die Pareto-Verteilung
vor, die auch als 80/20-Regel bekannt ist. 20% derer, die Einkommen haben, zahlen
80% der Einkommensteuer; 20% der Mitarbeiter eines Unternehmens sind für
80% des Profits verantwortlich; 20% der Produkte eines Supermarktes machen 80%
des Umsatzes aus; 20% der Wissenschaftler bekommen 80% der Zitate ab, 20% der
Wissenschaftler schreiben 80% der wissenschaftlichen Texte. Und eben: 80% der
Links im Internet zeigen auf 20% der Webpages.In
all den genannten Bereichen kann man natütlich bei empirischer Überprüfung
auf leicht veränderte Prozentzahlen kommen - es geht uns hier nur im die
Illustration einer Regel. In der Pareto-Verteilung gibt es einige gut sichtbare
Großereignisse und unzählig viele, kaum sichtbare Kleinereignisse.
Wer auf der zweiten Position ist, ist nur noch halb so viel wert wie der Erste.
Wer auf der fünften Position ist, ist nur noch ein fünftel so viel wert
wie der Erste. Und das Entscheidende ist: Es hat keinen Sinn, hier nach einem
Durchschnittswert zu suchen. Wenn sich dieses Power Law auch in der Einkommensverteilung
westlicher Länder zeigt, wenn also 20% der Bevölkerung 80% des Geldes
verdienen, dann bedeutet das, daß statistische Angaben über das Durchschnittseinkommen
genau so sinnlos sind wie die daran orientierten Berechnungen der Armutsgrenze.Egalitarismus
ist offenbar nur in sehr kleinen Gesellschaften möglich. Sobald eine gewisse
kritische Masse überschritten ist, stellt sich ein Ungleichgewicht des Ruhms
ein. Das zeigt sich jetzt auch in der Blogger-Szene. Je erfolgreicher ein Blog,
desto unmöglicher wird Interaktivität. Interaktivität unter Gleichen
war ja gerade das Heilsversprechen der Internetgemeinde. Heute wird aber deutlich,
daß Erfolg immer heißt: Ungleichheit. Die Erfolgreichen, denen unsere
Aufmerksamkeit gilt, können keine Aufmerksamkeit zurückgeben, denn wir
sind zu viele. So leben sie in einer anderen Welt als wir.Was
für die Erfolgreichen gilt, gilt auch für die Aktivisten im Netz. Es
gibt hier keine durchschnittliche Beteiligung, z.B. an Wikipedia. Die meisten
tragen unterdurchschnittlich viel bei, einige wenige dagegen fast alles. Statistisch
ausgedrückt könnte man sagen, daß sich der Durchschnitt immer
mehr vom Median entfernt. So kann man bei sozialen Netzwerken wie Meetup, MySpace
oder Facebook für die Zahl der »Freunde« einen Durchschnitt von
50, aber einen Median von nur 5 errechnen, weil eben einige wenige Nutzer tausendfach
stärker »verlinkt« sind als die meisten. Auch für Wikipedia
gilt: 20% der Schreiber liefern 80% der Beiträge. Es gibt also keinen repräsentativen
Nutzer des Internet.....In
einer modernen Gesellschaft können Kommunikationschancen nicht gleich verteilt
sein. Die alte Formel »Wissen ist Macht« gewinnt deshalb in der Welt
der neuen Medien eine ganz neue Konkretheit. Verteilung und Zugang zum Wissen
sind die großen Machtfragen des 21. Jahrhunderts. Eine Politik, die das
reflektiert, kreist dann um Probleme des Datenschutzes, der Privatsphäre,
des Geheimnisses und des freien öffentlichen Zugangs zu Daten.Die
globalisierte Welt wird heute nämlich nicht nur durch den Gegensatz »arm
vs. reich« sondern auch durch den Gegensatz »vernetzt vs. nicht vernetzt«
strukturiert. Diese Gegensätze gehen quer durch alle Gesellschafren hindurch.
Und die Zukunft wird vielleicht zeigen, daß der Gegensatz »vernetzt
vs. nicht vernetzt« noch mächtiger ist als der zwischen Arm und Reich.
Das digitale Netzwerk der Wertschöpfung wirkt nämlich abweichungsverstärkend:
Die Wertvollen werden immer wertvoller - und es gibt immer mehr Überflüssige.
Gerade in der globalisierten Welt gibt es keine gemeinsamen Medien mehr. Unterschiedliche
Wertsysteme werden von unterschiedlichen Medien bedient. Demographische, politische
und kulturelle Verwerfungslinien trennen verschiedene Informationswelten voneinander.
Vor allem die neuen computergestützten und vernetzten Medien fördern
eine kognitive Stratifikation, eine geistige Klassenschichtung. Auf der Sonnenseite
der Weltkommunikation können wir eine weltweite Kooperation der Geistesarbeiter
beobachten. Und gleichzeitig bieten die Massenmedien für die Armen und Dummen
das, was Raymond Carrell Phantasiekompensation genannt hat - etwa die Telenovela,
die in den Favelas von São Paulo empfangen wird. (Norbert Bolz, Diskurs
über die Ungleichheit, 2009, S. 76-81 ). |
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