Herbst / Abend |
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Spätkultur und Zivilisation |
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Die Befruchtung vollzieht sich im Verschmelzen zweier sexuell unterschiedlicher Geschlechtszellen oder Zellkerne. Im Fall der Geschlechtszellen spricht man von Gametogamie, im Fall der Zellkerne von Karyogamie. Das Produkt dieser Verschmelzung ist eine doppelte (diploide) Zelle, die Zygote genannt wird. Die Bedeutung der Befruchtung liegt in der Neuverteilung des elterlichen Erbgutes in den Nachkommen. Dadurch wird eine große Variabilität erreicht. Der Zufall kommt also ins Spiel. Die Verschmelzung eines männlichen Kerns mit einem weiblichen Kern würde in jeder Generation zur Verdoppelung der Zahl der Chromosomen führen, wenn nicht vor jeder Befruchtung bei der Bildung der Geschlechtszellen (Gameten oder Keimzellen) und Geschlechtskerne reduziert würde, nämlich vom diploiden Chromosomensatz (2 mal 23) auf einen einfachen (haploiden: 23). Dies geschieht während der Reifeteilungen (Meiose), deren Prophase sich über Wochen bis Monate hinziehen kann. Die Reduktion vollzieht sich in Form von zwei aufeinander folgenden Reifeteilungen an den Keimzellen, welche dadurch zur Befruchtung reif werden. Die Meiose erfolgt also bei beiden Geschlechtern in zwei Schritten: Während der 1. Reifeteilung werden die Chromosomen, die die aus DNS bestehenden Gene tragen, auf die Tochterzellen übertragen. Der diploide Chromosomensatz wird auf diese Weise halbiert, also haploid. Deshalb nennt man die 1. Reifeteilung auch Reduktionsteilung. Während der 2. Reifeteilung werden in beiden Tochterzellen - wie bei der Mitose, der Körperzellenteilung - die Chromatiden getrennt, so daß schließlich vier Zellen mit einem haploiden Chromosomensatz entstehen. Die Verteilung der vom Vater und von der Mutter ererbten Chromosomen erfolgt nach dem Prinzip des Zufalls. Dadurch wird das Erbgut in den Keimzellen neu kombiniert. Aus dem Grunde spricht man auch von Rekombination.
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![]() Nicht attraktive Sowjetunion ( Y = 1/2 X und X < 4 ) |
Diese russisch-sowjetische Situation, die von ewiger Dauer zu sein scheint, müssen führende westliche Geheimdienste und Berater in ihrem Kalkül gehabt haben. Diese Führer hatten mit den Mitteln den Zweck insgeheim geheiligt und abwartend darauf gesetzt, daß sich diese Nichtkultur Sowjetunion von selbst auflöst. Sie hatten wohl doch nicht das falsche Schwein geschlachtet. (Churchill). Aber man täusche sich nicht in der anderen Funktion, die Rußland in Zukunft für das Abendland innehaben könnte. Es ist die Rolle des ebenen Gens, des Komplements zum abendländischen räumlichen Gen. Nach einer Befruchtung und Aktivation könnte der spätere Furchungskern aus genau diesen beiden genetischen Polen bestehen, wobei die nicht-abendländische Komponente nicht rein russisch, sondern eurasich mit afroasiatischem Einschlag ausfallen dürfte. |
Es spricht vieles dafür, daß Deutschland auch bezüglich
des abendländischen Untergangs führend sein will. Das Mittehalten,
die Diplomatie oder andere Gleichgewichtsübungen sind nicht gerade
eine Stärke der Deutschen. Die heute besonders auffällig gewordene
Tendenz der deutschen Politiker, nach innen zu treten und
nach außen zu buckeln, scheint nicht neu zu sein,
mit der jüngeren oder jüngsten Geschichte hat sie jedenfalls
überhaupt nichts zu tun. Die benutzen sie aber gern als Ausrede und
als Alibi, hinter dem sie sich verstecken können. Hatte die Generation
vor ihnen nur geschwiegen, so versteht sich die jetztige Nicht-Verantwortungsgeneration
als etwas, was ihr dienstgradmäßig gar nicht zusteht: als Besatzungsmacht.
Sie, obwohl selber Deutsche, sehen sich auf der guten alliierten, nicht-deutschen
Seite und jeden, der ihnen widerspricht, auf der feindlichen, deutschen
Seite. Solche Leute sind der Selbstverwirklichung, also Selbstentwirklichung
zum Opfer gefallen. Sie sind Feinde ihrer selbst geworden. Aus der einstigen
Selbstliebe ist Selbsthaß geworden. Typisch deutsch ist heutzutage,
nicht deutsch sein zu wollen. Typisch deutsch war früher, deutsch
sein zu wollen. Psychologisch sind beide ein und derselbe nationale Charakter:
deutsch. Es hat sich nichts geändert, denn beide sind zwei Seiten
einer einzigen deutschen Münze, und auch jetzt gilt: am deutschen
Wesen soll die Welt genesen. Damals mußte man davor zittern,
heute darüber lachen. Obwohl der deutsche Geist so gut wie alles
erfunden hat, das politische Gleichgewichtsorgan hat er jedenfalls nicht
erfunden. Wenn deutsche Politiker auf unterschiedliche Weise mit den Neofaschisten
Berlusconi und Haider umgehen, dann tun sie das, weil sie nach innen einen
österreichischen Deutschen treten, der gar nichts anrichten
kann, und nach außen den Buckel machen vor dem Ministerpräsidenten
Italiens, der schon mehr anrichten kann. Um ihrer eigenen Eitelkeit
wegen schicken die deutschen Rotgrün-Regierendenen Soldaten in jeden
noch so idiotischen Krieg, in der Hoffnung, daß Amerika ihnen uneingeschränkt
auf die Schultern klopft. Hinter der uneingeschränkten Solidarität,
die Kanzler Schröder ständig anmahnt, stecken uneingeschränkte
Hörigkeit und eingeschränkte Einsicht ins Notwendige, die ihn
und seine Nation erst recht zu einem Spielball der U.S.A. und zu
einer Projektionsfläche der U.S.A-Feinde machen. Die Erfahrungen,
die Griechenland mit der damaligen Weltmacht Rom machen mußte, stehen
Europa erst noch bevor. Und dabei spielen Deutschland und die Deutschen
die entscheidende Rolle überhaupt, ob sie es wollen oder nicht, ob
sie es merken oder nicht. Vielleicht muß der Zahlmeister Deutschland
seine Europäische Union in der heutigen globalen Spätmoderne
genauso aufgeben wie schon im gotischen Spätmittelalter das Deutsche
Reich seine Universalidee, die zugunsten der nationalen Interessen immer
mehr verkümmerte. Die Nationen blühten damals auf und hatten
die besseren, weil praktisch fundierteren, politischen Argumente. (Vgl
10-12). Wenn es stimmt, daß Deutschland heute nur aus juristischen
Gründen existieren soll, dann wegen der damit verbundenen Ansprüche
und Titel der restlichen Welt, denn sie ist ja aufgrund des immer noch
nicht geschlossenen Friedensvertrages weiterhin Deutschlands Kriegsgegner.
Woher kommt dieses Desinteresse an einem Friedensvertrag und dieses merkwürdige
Interesse an einer Fortdauer des 2. Weltkrieges, wenn nicht von den Leuten,
die ihn schon längst zum 3. Weltkrieg haben werden lassen? Ein finanziell-ökonomisches
Interesse am Nerv des Wiederholungszwangs und die Hoffnung der Opfer auf
therapeutische Betreuung sind gerade in heutigen Zeiten der westlichen
Therapiegesellschaft nichts Außergewöhnliches und auch der
Geschäftsregelfall zwischen Therapeut und Patient (Klient !), aber
Geschichte läßt sich damit nicht verarbeiten, wohl aber markt-
und medientechnisch instrumentalisieren. Ein solcher Zynismus bewirkt
lediglich, daß die Opfer des Weltkrieges zum Schein noch einmal
durch die Hölle geschickt, die Geldkassen der scheinbaren Opfervertreter
gefüllt und die privat orientierten Geldpolitiker zu Scheindemokraten
werden. In jeder Kultur beginnt Cäsarismus mit Scheindemokraten,
die nur noch Geld denken, Macht meinen und, wenn sie gut sind, großartige
Politik machen können. Dann ist ihnen auch die Gefolgschaft der am
Personenkult Interessierten sicher. Nur ist dann auch sicher, daß
es längst nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Formen, um Äußerlichkeiten
gehen kann. Wie bereits erwähnt, sehen die im esoterischen Abendland
anders aus als in der populären Antike. (Vgl.
18-20). Das Abendland hat diese Phase noch größtenteils
vor sich, aber die ersten Vorboten schon hervorgebracht. Wahrscheinlich
ist es kein Zufall, sondern Schicksal, daß Deutsche auch hier wieder
die Nase vorn haben wollen, obwohl sie ständig ihre Genies an die
U.S.A. verlieren. Das Gleichgewichtsorgan kommt zu Deutschen, wenn sie
nicht zu ihm kommen. Entweder sie springen einem an die Gurgel oder
sie küssen einem die Füße, soll Churchill einmal über
die Deutschen gesagt haben. Er mußte es wissen, denn die Verlierer
des Weltkrieges waren alle europäischen Nationen mit Welmachtstatus
oder -ambitionen, also nicht nur Deutschland. Somit war Europa der Verlierer
des Weltkrieges. Churchill wußte das, und er kannte die Deutschen.
Nähere Verwandte kennen sich wie Geschwister, weil sie über
eine längere gemeinsame Erfahrung, eine längere gemeinsame kulturelle
Tradition verfügen als bloße Freunde, Ehepartner oder Nachbarn,
die eher zu Vorurteilen neigen. Deutschland und England unterscheiden
sich tatsäclich nur durch ihre jeweilige geographische Lage, die
allerdings unterschiedliche Verhaltensweisen zutage führt. Das bringt
natürlich Vor- und Nachteile mit sich. Politische Nachteile ergeben
sich für Deutschland durch seine Mittellage, die häufig Gleichgewichtsstörungen
zu verursachen scheint. Der Gleichgewichtssinn wird manchmal mit dem Geschmackssinn
oder dem Geruchssinn verwechselt und muß nicht selten nachkorrigiert
werden. Politische Vorteile hat England durch seine Insellage, weil sie
Möglichkeiten zum strategischen Rückzug und dem Land durch seine
Ringsum-Küsten eine zweite Haut verleiht. In Bezug auf andere Bereiche
ist Deutschland eher im Vorteil, den es aber aus politischen Gründen
gern ins Gegenteil dreht. Insbesondere
durch die eben erwähnten Gleichgewichtsprobleme gerät es viel
zu häufig in eine Schieflage. Das Ausland hat nicht erst seit 1945,
sondern spätestens seit 1648
erkannt, wie man aus einer solchen Schieflage Kapital schlagen kann. Auch
das gehört zur Geschichte einer politischen Reifeteilung.
Die Mächtigen, die eine Weltmacht anstreben und zu einer Befruchtung
beitragen wollen, dürfen nicht über das Ziel hinaus schießen,
nicht zu früh, aber auch nicht zu spät kommen. Eine Befruchtung
muß immer ein Volltreffer sein. Die Besten, nicht die Bestien,
werden dabei überzeugen, weil sie es geschaftt haben, ins Schwarze
zu treffen, wie in Urzeiten die frühen Wurf- und Werfgemeinschaften,
die ersten großen Projektemacher, die Entwerfer. Wie die
frühen Menschen mit ihren ersten Wurfgeschossen Projekte im Kopf
und Projektile in der Hand hielten, um sich zu schützen, andere zu
beschützen oder zum Jäger überhaupt zu werden, so muß
der die Große Theorie Vereinheitlichende vorgehen und Projekte
bieten, die der Kultur auch das zivilisierte Leben weiterhin ermöglichen.
Ein solcher Schütze wird vielleicht gehaßt und geliebt
zugleich, aber nur deshalb kann er erfolgreich sein. So sind auch die
Religionen, die Kulturen entstanden. Deshalb führt jede G.U.T. (Grand
Unified Theory) früher oder später zu einer abgewandelten
oder gar neuen Religion. Es gilt darum Sorge zu tragen, daß die
eigene Kultur nicht völlig auf der Strecke bleibt. Früher oder
später würde es dann heißen: auch das Abendland starb,
obwohl es an das Unendliche glaubte. (Vgl.
oben). Neue Religionen sind in bereits
bestehenden Zivilisationen durchaus möglich, wenn sie richtig integriert
werden. China und Indien sind Beispiele dafür, während die magische
Kultur ein einzige Sammelsurium an Religionen darstellte und heute grob
drei zivilisatorisch bestehende Richtungen aufweist: Judentum, Islam und
orthodoxe Christen. Der Islam ist diejenige Komponente, die vom 7., insbesondere
aber vom 8. Jahrhundert an mehr Gebiete und Menschen eroberte als knapp
über 1000 Jahre zuvor Alexander der Große. Das Judentum hat
den umgekehrten Weg eingeschlagen, eine Heimat in Buch und Rolle gefunden
und ist ohne Ort geblieben. Als Ausnahme bestätigt der zionistische
Staat seit 1948 diese Diasporaregel.
Wer metaphysischer Uterologe oder Gynäkologe sein will,
der muß die im Uterus herrschenden Kräfte genauso gut kennen
wie der Astronom die im Universum
herrschenden Kräfte. Er muß diejenigen Regelabläufe erkennen
können, die Schwerkraft, starke Kernkraft, Elektromagnetismus und
schwache Kernkraft bewirken. Da sie Wechselwirkungen von schwachem bis
zu starkem Ausmaß und von geringer bis zu unendlicher Reichweite
sind, bestehen sie aus Medien, aus Austauschteilchen (Gravitation,
Gluonen, Photonen, Bosonen). Wenn man zeitlich zurückgeht,
um die 4 Naturkräfte wieder zu vereinigen, dann fängt man mit
der schwachen Wechselwirkung an und vereinigt diese zunächst mit
der elektromagnetischen, beide mit der starken und schließlich diese
mit der gravitativen Kraft. Astronomen haben sich bereits bis zum dritten
Schritt durchgekämpft, Schwierigkeiten bereiten ihnen jedoch
die sogenannte Planck-Ära,
der früheste Zustand des Universums. Sie ist auch als Chaos-Ära
bekannt und erweist ihrem Namen Ehre dadurch, daß sie wegen
der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation Zeit zu Raum und Raum zu Zeit
werden läßt. Man hat sich auf die schon erwähnten Wahrscheinlichkeiten
der Wahrscheinlichkeit zu verlassen. (Vgl.
20-22). Diese typisch faustische Arbeit, dem Chaos auf die Schliche
zu kommen, die der antike Geist als irre bezeichnet hätte,
soll heute durch die Große Vereinheitlichende Theorie zu
Erfolgen kommen. Die Befruchtung auf geistig-technischem Gebiet könnte
also bevorstehen, und die politisch-ökonomische Aktivierung würde
sich direkt daran anschließen: Die Mächtigkeit der Samenzellen,
während der Höhlen-Ära auf ein Ei zu treffen, ist
bei einer Trefferwahrscheinlichkeit von 1 : der Einheitskraft
während der Planck-Ära zurechenbar und wird in der
Kulturgeschichte Weltmächtigkeit der Feldherrn in der
Höllen-Ära genannt. In der jetzigen Phase geht
es um die Befruchtung zweier geteilter Zellen, die zu einer verdoppelten
Zelle werden, welche sich anschließend wieder vervielfältigend
teilt, bis zur Morula.
Was früher halbiert worden ist, wird jetzt verdoppelt und anschließend
halbiert verteilt. Wo ein Halbiertes war, soll ein Verdoppeltes werden,
damit die halbierende Fortpflanzung klappt. In der Geschichte des Universums
ist das die Zeit von der Quark-Ära bis zur Strahlungs-Ära, die
Entwicklung der All-Heimat.
| 0)
Einheit (Planck-Ära) |
Einheitskraft | Männliche
und weibliche Elterngenerationen |
Seßhafte Spätkulturen | |
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1.)
Abspaltung in der Qurk-Ära |
Gravitation | Eine bewegliche Samenzelle nähert sich der Eizelle |
Eine unbewegliche Eizelle wartet den Zufall ab | Ein Staat nähert sich dem Status einer Weltmacht |
|
2.)
Abspaltung in der Qurk-Ära |
Starke Wechselwirkung | Eindringen des Spermiums in die Eizelle |
Eiaktivierung ( Konkurrenz ist ausgeschlossen) |
Die Ökonomie wird politisch autonom |
|
3.)
Abspaltung in der Qurk-Ära |
Elektroschwache Wechselwirkung |
Der Schwanzfaden des Spermiums löst sich ab | Die Eioberfläche wölbt sich dem eingedrungenen Spermium entgegen (Empfängnishügel) | 2 Parteien mit nur einem ökonomischen Interesse (Imperialügel) |
|
4.)
Abspaltung in der Qurk-Ära |
a) Elektromagnetische und b) Schwache Wechselwirkung |
a) Spermienkopf wird
männl. Vorkern, b) aktivierte Eizelle weibl. Vorkern |
Privatperson XY Privatperson XX |
|
| II)
Ergebnis (Quark-Ära) |
4 Einzelkräfte (1, 2, 4a, 4b) | 2 Vorkerne | Kulturzwiespalt
( Basis einer Vorkultur) |
|
| III) Hadronen-Ära |
Bildung strukturierter Teilchen (Protonen, Neutronen und deren Antiteilchen sowie Elektronen, Positronen, Neutrinos, Antineutrinos und Photonen). Gegenseitige Vernichtung der Teilchen und Antiteilchen. Teilchenüberschuß wird heutige Materie | Zusammenstoß der beiden Vorkerne | Privatkriege
zweier Diktatoren (Cäsaristen)
und Privatbündnisse (z.B. Triumvirate) |
|
| IV)
Leptonen-Ära |
Entkoppelung
der Neutrinos und gegenseitige Zerstörung der Elektronen und Positronen. Übrig gebliebenen Elektronen für spätere Materie-Ära (zur Rekombination, d.h. zum Einfangen eines Elektrons) |
Verschmelzung
der beiden Vorkerne zu einem diploiden Furchungskern = 1 diploide Zelle (Zygote) (befruchtetes Ei) |
Verschmelzung der Gegensätze zu einem diploiden Cäsarismus (Prinzip) | |
| V)
Strahlungs-Ära (Plasma-Ära) |
Erste
Kernfusionsprozesse Es entstehen neutraler Wasserstoff, schwerer Wasserstoff (Deuterium), überschwerer Wasserstoff (Tritium) sowie Helium, Helium-3-Kerne und Lithium. Somit entstehen die ersten 3 Elemente (H, He, LI) und die Isotope der ersten 2 Elemente (H, He) |
Furchungsteilung (Blastogenese,
Mitose) und |
Aus dem Prinzipat wird ein kulturell zweigeteilter Cäsarenwahn (z.B. der Titel: Kaiser und Gott) | |
| VI)
Materie-Ära (Rekombination bzw. Stern-Ära) |
Erste
Sterne, Galaxien und Galaxienhaufen Schwere Elemente werden in Sternen erbrütet |
Die vielzellige Morula beendet die Wanderung durch ihre Einnistung (Nidation) |
Der
Cäsarismus wird beendet (Neu-, bzw. Vorkultur) |
|
| Werdende Kultur |
Eltern
(Gen-Code) (Kultur-Basenpaar) DNA als Substanz der Information: CGAT, mit 2 Basen als Basenpaar (AT, TA, CG, GC), die je 3 Basenpaare zusammenstellen (Triplett, z.B.: GTG, TAA, ATT usw.), den Code einer Aminosäure. Das ergibt 64 Möglichkeiten zur Kennzeichnung der mindestens 20 jeweils regelmäßig vorkommenden Aminosäuren sowie nachrichtentechnische Hinweise für den Anfang einer Sequenz (z.B. GTG) und ihr Ende (z.B. TAA) einzubringen.. |
Kontrollgene
(Homöo-, Segment-, Chronogene), die eine raum-zeitlich-funktionale Steuerung der Zellentwicklung bewirken. Mit ihnen beginnt ein durchgängiges kybernetisches Steuerungssystem, das bis zu den Kontrollmotiven der Persönlichkeitspsychologie reicht. |
||
| Vaterkultur (XY) | Mutterkultur (XX) | Steuerungssystem (Kontrollvolk) | ||
| Antike | Ägyptische Kultur (Weg, Pyramiden, Konservierung, Nil) |
Sumerische Kultur (Tempel, Kreis, Verwaltung, Mauern) |
Indogermanen (Wanderungen) | |
| Abendland | Antike Kultur (Apollonik, Körper, Statik, Polis) |
Magische Kultur (Welthöhle, Kuppel, Consensus, Arabeske) |
Germanen (Wanderungen) | |
| Kultur (?) | Abendländische Kultur (Unendlichkeit, Raum, Dynamik, Dome) |
Eurasische Kultur (Ebene, Weite, Phlegmatik, Schicksal) |
? (Wanderungen) | |
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| 1941) Erster Computer (Konrad Zuse) |
| 1943/44) Neu-Lebensphilosophie (Existenzialismus: Sartre) |
| 1943/44) Erste Flüssigkeitsrakete (Braun, Dornberger): Grundlage für die Raumfahrt |
| 1945) Atombombe (Hiroshima () und Nagasaki () werden von U.S.A. zerstört) |
| 1945/49) Neu-Marxismus (Frankf. Schule, Kritische Theorie, Horkheimer, Adorno, Marcuse, Habermas) |
| 1945/48) Kybernetik (N. Wiener) -200) Götterangleichung in Rom: Zeus = Jupiter, Minerva = Athene usw. |
| 1945/49) Neu-Strukturalismus / Linguistische Wende (Lévi-Strauss, Lacan, Foucault) |
| um -200) Wissenschaftliche Grammatik (Aristophanes von Byzantion) |
| 1957) Analytische Philosophie / Linguistische Wende (Logistik der Sprachphilosophie: Chomsky) |
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seit 1945/1990) Spätneuhochdeutsch:
Der Höhepunkt der deutschen Sprache (Klassik)
ist vorbei. Die Weltsprache Englisch wird auch als Wissenschaftssprache führend (Vgl. AHD, Früh-MHD, Klassisches MHD, Spät-MHD, Früh-NHD, Klassisches NHD und Hochklassik des NHD) |
| seit -200) 1. Lautverschiebung: Germanisch löst sich vom Rest-Indogermanischen |
| Hier endet der Übergang, der den Anfang bildete für die jetzige Phase (Globalismus und Raumfahrt) |
| 1960/1965) Automobilisierung der Gesellschaft, Zunahme der Massenmedien (Fernsehen) |
| 1960/1965) Synthese von DNS und RNS (Kornberg, Ochoa) |
| 1960/1965) Empfängnisverhütung durch die Antibabypille |
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) Konzil
(22) von Rom (Vatikan II): Liturgische Erneuerung;
Offenbarung; |
| 1960/70) Beginn der Planetensystem-Erforschung
mit Raumsonden, z.B. Pioneer 6 (Start zur
Sonne: 1965) seit 1961) 1. bemannter Raumflug (mit den Forschungssateliten beginnen die geophysikalischen, astronomischen, bilogischen u.a. Messungen, mit den Nutzungs-Sateliten verschiedenster Art Verbesserungen von Kommunikation, Wettervorhersagen, Navigation u.v.m.) |
| 1969) 1. Landung auf dem Mond () |
| 1967/73) Erste Weltraumstationen und -labore (Sojus / Skylab) |
| 1969) Entdeckung der Fortpflanzung bei Bakteriophagen und Viren (Delbrück, Hershey, Luria) |
| 1969) Militärs in den U.S.A. entwickeln das Arpanet, den Vorläufer des Internet |
| 1972) Pioneer 10 startet mit dem Ziel, das Planetensystem zu verlassen. (Vgl. 1998 und 2001) |
| 1976/89) Künstliche Intelligenz, Computerlinguistik (Eisenberg) |
| 1978) Künstliche Samenübertragung: Erster Mensch aus der Retorte (geboren am ) |
| 1989/93) Globale Computer-Vernetzung durch HTML (Berners-Lee) |
| -160) Neu-Akademie (3. oder Neue Akademie: Karneades) |
| 1991/93) Entwicklung des Internet-Dienstes World Wide Web (www) in Genf (C.E.R.N.) |
| 1995/97) Entschlüsselung des genetischen Codes und Klonen als Humangenetik (Klonschaf Dolly: Wilmut) |
| -153) Beginn des Kalenderjahres in Rom mit dem 1. Januar |
| 1998) Die Sonde Pioneer 10 wird von der 1977 gestarteten Sonde Voyager 1 in Jupiters Nähe überholt |
| 2000) Ab Dezember wieder Kontakt zur Sonde Pioneer 6, die die Sonne umkreist (Vgl. 1965) |
| um
-150) Neu-Stoa (2. oder Mittlerer Stoizismus
(römischer
Stoizismus):
Panaitios, später: Poseidonios) -150) Griechisches Schauspiel erhält eine römische Variante (keine Masken und mehr Personen) |
| 2001) Ab April wieder Kontakt zur Sonde Pioneer 10. Sie hat bereits 12 Mrd. km zurückgelegt! (Vgl. 1972) |
| um -150/120) Sternkatalog, Verzeichnis der Finsternisse (Hipparch von Nikaia) |
| um -150/120) Entdeckung und Beschreibung der Präzession (Hipparch von Nikaia) |
| um -150/120) Stoizistisch geprägte Geschichtsmetaphysik (40 Bücher der Weltgeschichte: Polybios) |
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um -140/90)
Griechische Elementargrammatik (Dionysios Thrax) |
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-9)
Germanisches Reich (Markomannen) an Main und Donau und in Böhmen
(bis
433 |
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-7/6 bis 26/27 n. Chr.) Jesus (nach
seinem Tod breiten sich die Evangelien durch die Predigten aus) |
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um 70/80) Evangelien
entstehen; um 120 vollendet (Markus, Matthäus, Lukas
und Johannes) |
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80/150) Beginn
der 1. Germanischen Wanderung, d.h. Eindringen der freien
Germanen aus der |
|
um
150) Geozentrisches System als Weltbid, Tierkreis- und Planetenastrologie
(Viererbuch:
Ptolemäus) |
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200) Goten-(Foederaten-) Reich in Südosteuropa
(Balkan, N.-Griechenland, Kleinasien, Krim) (bis
400 |
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200/250) Letzter
Skeptizismus (gegen Dogmatismus der Stoa und radikale
Skepsis des Mittleren Platonismus): Sextus Empiricus
220/250) Neuplatonismus (Ende des Mittleren Platonismus, Beginn des Neuen Platonismus): (Urheber: Ammonios Sakkas) Begründer: Plotinos 220/250) (Gnostisch-Neuplatonische) Alexandrinische Schule christlicher Prägung (Systematik): Origenes |
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255)
Franken (-Reich) zwischen Weser und Rhein und im Rheindelta
(bis
480 |
Letzte Tabelle und Nächste Tabelle
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13) Skeptiker
Zweifler/Pyrrhonisten seit -315 |
13) Lebensphilosophen seit ) |
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Cäsarforum, 51 bis 46 erbaut,
später restauriert und verändert
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Erst durch die Entwicklungen in dieser Phase änderten sich die Ost-West-Richtungen, und zwar sowohl in der Antike als auch im Abendland: die Antike wurde römischer, das Abendland amerikanischer. Später sollte diese Richtung sich in der antiken Kultur erneut ändern, und das Abendland wird sich höchstwahrscheinlich in 250 Jahren auch damit abfinden müssen. (Vgl. 0-2). Doch jetzt, in dieser Phase, sollten beide Kulturen einen aus westlichen Richtungen wehenden Wind zu spüren bekommen. Die Antike erlebte jetzt zum ersten Mal eine römische Dominanz, auch wenn sie historisch als griechisch zu bezeichnen ist. Aber gerade deshalb sind ja auch Griechen und Römer zum selben Kulturkreis zu rechnen. Alle früher allein auf Griechenland konzentrierten antiken Kulturelemente bekamen jetzt einen zweiten Schwerpunkt im Westen: Rom wurde zum neuen antiken Kristallisationspunkt und trat in einen kulturellen Wettbewerb mit dem Hellenismus, statt ihn nur zu kopieren. |
Nach dem 2. Weltkrieg in die U.S.A. eingewanderte Europäer, wie z.
B. der Deutsche Wernher
von Braun, sorgten für den Beginn der Raumfahrt, die Festigung
der U.S.A. als Weltmacht und für den kulturellen Retransfer. Wissenschaftler
und Techniker, später auch Künstler, brachten sich und ihr Können
nach Amerika, das deren (Aus-) Wirkungen nach Europa zurückschickte.
Aber es waren immer Europäer, vor allem Deutsche, die, von Amerikanern
ins Land geholt, auf Europa und die Welt zurückwirkten. Nach dem 2.
Weltkrieg hatte der innerkulturelle Transfer also zum ersten Mal seine Richtung
um 180° gedreht. |
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Die derzeitige Hochkonjunktur der Psychotherapie sollte aus sozialhistorischen
Gründen nicht unterschätzt werden, denn sie hat Auswirkungen
auf unsere Kultur bzw. Zivilisation. Jede Spätkultur hat in ihrer
letzten Phase starken psychotherapeutischen Charakter, weil die Erfahrungen
aus der vorherigen Phase der kämpfenden Staaten klaffende
kulturseelische Wunden hinterlassen haben. (Vgl.
20-22). Um sie heilen zu können, muß eine Kultur Bilanz
ziehen und Rechenschaft über sich selbst abgeben. Die schwache
Wechselwirkung aus der Kriegsphase muß in eine Einheit mit der
unendlich weit reichenden Wechselwirkung des Elektromagnetismus gebracht,
dann vorübergehend zu einer elektroschwachen Wechselwirkung
entwickelt und diese schließlich wieder mit der starken Kernkraft
zu einer Trinitätskraft verbunden werden. Am Ende müßte
es dann auch mit der Gravitation klappen, und die Einheitskraft
wäre dann wieder hergestellt. So verfahren auch die Theoretiker unter
den Astronomen, wenn sie verstehen wollen, wie das Universum entstanden
ist. (Vgl. Kosmos).
Sie müssen den Prozeß von hinten aufrollen, die Entwicklung
wieder aufwickeln. Nach dem Kampf um das Ei und den kalten Kriegen
mußten die Mauern fallen. Die Mauer muß weg, sagte
Willy Brandt 1989, nachdem sie bereits gefallen, aber eben noch nicht
beseitigt war. Die fallende Mauer von 1989 löste die politischen
Zungen; man war wieder gesprächsbereit. Es konnte jetzt zusammenwachsen,
was zusammengehört. Die Politiker mußten jetzt
wie die eben angesprochenen Astronomen vorgehen. Sie mußten ihre
Geschichte von hinten aufrollen, die Entwicklung wieder aufwickeln. Die
U.S.A. hatten den Kontakt zum Konkurrenten Deutschland abgebrochen (1914
bis 1945/48) und nach mehr als 30 Jahren wieder hergestellt, während
der Kontakt zwischen Sowjetrußland (Reich des Bösen: Ronald
Reagan) und den U.S.A. von beiden Seiten nur für die Zeit erwünscht
war, die beide Staaten brauchten, um Hitler-Deutschland zu besiegen, also
bis 1945. Danach war ihr Kontakt ganz schnell unterbrochen: wie vom
Erdboden verschluckt. Beide erstarrten im Kalten Krieg. Die
Antipathie galt wieder voll und ganz dem schon seit 1917 isolierten, aber
von 1941 bis 1945 befreundeten und alliierten Anderen. Jetzt, im
Jahre 1989, begann der Dialog zwischen Ost und West wieder. Er begann
genau so, wie er 1917 bzw. 1945/48 geendet hatte. Auch daran wird deutlich,
daß das zwischenzeitliche Ost-West-Bündis ein reines Zweckbündnis
war. Die erste Isolierung (Ost-West) wurde auf die zweite Isolierung (Mitte)
übertragen, um die dritte Isolierung (Ost-West) zunächst aufschieben
zu können, die dann aber die erste nur bestätigte. Hegel
() und seine Dialektik, sein Aufheben der Thesis
in der Antithesis und das aufbewahrende Aufheben der Thesis
in der Synthesis, scheinen sich hier rechtfertigen zu wollen.
Für den Kommunismus war der Kapitalismus, für den Kapitalismus
der Kommunismus die Antithesis. Beide haben sie aufgeschoben und
aufgehoben, auch wenn am Ende das Synthetische siegte. Nur die
Mitte (Deutschland) wagte es, sowohl Ost als auch West zur Antithesis
zu machen und legte sich deshalb mit der ganzen Welt an. Dieses Risiko
gingen Ost und West nicht ein, denn mit einem Gegner lebt es sich leichter.
Sie hatten recht. Alles andere hätten beide Seiten nicht überstanden,
und das wußten sie, weil ihnen das deutsche Beispiel eines Alleingangs
vorgeführt worden war. Nach dem 2. Weltkrieg verharrten diese ehemaligen
Freunde des Ostens und des Westens 40 Jahre lang im sogenanten Kalten
Krieg. Das Aufschieben der eigentlich immer schon intendierten Isolierung
war eine Projektion, in diesem Fall ein Teil eines Abwehrmechanismus,
weil das politische Verhalten nicht den Willen ausdrückte, der ihm
in der Tiefe zugrunde lag. Die Mitte hatte den Willen auf Eis gelegt
oder war, wie Churchill
meinte, doch das falsche Schwein geschlachtet worden? Der Westen
stand nie zur Sowjetunion, weshalb er sie durch Isolation sich selbst
überließ, und so verfuhr auch Rom mit den hellenistischen Staaten
im Osten. Im Abendland scheinen sich jetzt, nach 1989, die Verhältnisse
wieder geändert zu haben. Aber man täusche sich nicht. Die alten
Krisen sind als neue wieder auferstanden, werden aber anders ausgetragen,
weil man aus der Vergangenheit gelernt hat, aber zum Kern dieser Geschichtsbewältigung
noch nicht vorgedrungen ist. Die eben erwähnte starke Kernkraft
ist noch nicht reintegriert, sie muß noch weiter, rückwärts,
aufgerollt werden. Man leckt noch die Wunden und gefällt sich in
der Opfer- oder Täterrolle. Deutschland, das das Kunststück
der 180-Grad-Drehung vollbracht haben soll, muß zu seinem Ego,
das Nationalbewußtsein heißt, regelrecht gezwungen werden.
Es solle wieder die Verantwortung übernehmen, die es vor der Krise
getragen hatte, wie der U.S.-Präsident Bush d.Ä. 1990 riet.
Deutschland reagierte auf diesen Vorschlag so wie früher, nur unter
umgekehrten Vorzeichen: die 180-Grad-Drehung hatte es schwindelig gemacht.
Die Medien haben jetzt eine so umfassende Macht
wie nie zuvor, und das Geld scheint die Meinungen wie ein Automobil zu
lenken. Personenkult und Gefolgschaften verschiedenster Personen nehmen
zu. Diese Tatsache kommt den Verhältnissen zu Beginn des antiken
Cäsarismus
ziemlich gleich. Es brodelt in der Gerüchteküche. Unliebsame
Kultpersonen werden wie Kriegsgegner behandelt. Im Deutschland
der 1990er Jahre folgten auf den Skandal um Botho Strauß
(*) und Peter Handke (*) der um Martin Walser (*)
und der um Peter Sloterdijk (*). Weitere werden folgen. Sie
stellen Inszenierungen der Medien dar, und so manche Empörte reagieren
auf die Skandale wie die Aktionäre auf die Börsenkurse. (Vgl.
Funk(ak)tionäre). Fällt der Walser-Kurs, setze ich
nicht mehr auf ihn; steigt er, war er schon immer mein Freund. Die Zivilcourage
scheint verloren gegangen zu sein, tatsächlich ist sie aber eine
einseitig gelenkte der Medienbörse. Eine einseitig gelenkte Zivilcourage
wirkt aber so wenig wie gar keine, weil sie eine Goldmedaille zu sein
scheint, wie die Medien nicht müde werden zu behaupten. Auch goldene
Münzen haben bekanntlich 2 Seiten. Wenn eine Goldmedaille nur eine
Seite hätte, wäre sie keine. In Zeiten des oligarchisch bzw.
konstitutionell verfaßten Deutschland gab es wesentlich mehr Zivilcourage
als im späteren demokratischen. Kein Wunder: sie war auch nicht einseitig
gelenkt. Totalität und Demokratie schließen sich nicht aus.
Im Gegenteil: je mehr Meinungsfreiheit es gibt, desto mehr Meinungslenker
gibt es. Eine Demokratie im 18. oder 19. Jahrhundert ist nicht dieselbe
wie die des 20. oder 21. Jahrhunderts. Meinungen sind wie Mathematiken.
Die Meinung des Konventionalismus
dazu: Es gibt so viele gleichberechtigte Mathematiken, wie es Mathematiker
gibt. Der Konventionalismus ahnte offenbar schon, daß die Mathematik
mit ihrer Meinung bald nicht mehr allein dastehen sollte. Axiome brauchen
keine evidenten Wahrheiten zu sein, sondern müssen zweckmäßig
ausgewählt, als Setzungen vereinbart sein und dem formal widerspruchsfreien
Aufbau eines Axiomensystems genüge leisten. Diese Erkenntnis ist
auch in der zweiten großartigen Wissenschaft, der Physik, mittlerweile
weit verbreitet. Und auch die Demokratie kommt am Ende an ihre Totalität,
mögen es noch so viele Leute nicht einsehen wollen. Die Meinungindustrie,
nicht die Staatsform, entscheidet darüber, was Demokratie tatsächlich
ist und wer lenkt, wenn der Geist denkt. Die Medien der Geldmacht sind jetzt der Gott,
der lenkt, wenn der Geist denkt. (Vgl. Mächtigkeit und Macht
unter 20-22).
Was am Ende der Gotik
durch den Buchdruck
erreicht worden war, ist jetzt, im weltweit vernetzten Rahmen allerdings,
komplementiert durch die Bildschirme und Computer, die man, neben dem
Auto, als Symbole für die Phase der Globalisierung im unendlichen
Raum ansehen kann. Die Informationen rasen wie Raketen durch den Raum
und kommen auf ähnlich individuelle Art zum Ziel wie Autos und andere
moderne Mobile. Nicht umsonst heißen die Wege der Daten auch Datenautobahnen.
In beiden Fällen sind es möglich gewordene Eindrücke
der Fernseher und der Fernreisenden. Auf die Autobahnen folgen die
Datenautobahnen, auf die Weltraumfahrt die Datenweltraumfahrt. |
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In dieser Globalphase steht uns das Erreichen des Zivilisationshöhepunkts bevor, dessen Anfänge wir gerade erleben. Schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts, am Ende der Gotik, erreichte der abendländische Kulturspracherwerb auch den ersten Kulturhöhepunkt mit den portugiesischen Globuseroberungen, dem deutschen Erdglobus und dem deutschen Buchdruck: die Zunahme der Leser, Globuskenner und Kulturreisenden bedeutete eine kultursymbolische Schriftfähigkeit. Mit der in der Gotik offenbar gewordenen Kompetenz zur eigenspezifischen Kultursymbolik ging am Ende auch der Humanismus einher, der sich heute gewissermaßen auf der gegenüberliegenden Seite befindet und wohl oder übel in einen Hominismus umgewandelt werden wird. Am Ende dieser beiden Phasen waren nicht nur sie selbst, sondern zugleich eine ganze und eine doppelte Kulturjahreszeit zu Ende. Der gotische Humanismus beendete nicht nur das scholastische Quartal, den Frühling des Mittelalters, sondern auch die geographisch auf Europa beschränkte 1. Hälfte der Abendlandkultur: Winter und Frühling (Spätantike und Mittelalter). (Vgl. 10-12). Er bereitete den Sommer der Neuzeit vor. Und am Anfang des 23. Jahrhunderts wird der global befruchtende Hominismus nicht nur den Herbst der Moderne endgültig beendet haben, sondern auch die Sommer und Herbst umfassende 2. Hälfte der Abendlandkultur: den Globalzeitraum. Durch ihn wird sogar die gesamte Sphäre der 4 Kulturjahreszeiten beendet werden. Mit der vollendeten Befruchtung wird er den Kreis geschlossen und den Winter der anderen Zeit vorbereitet haben. |
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Was vorher rein ursymbolisch-seelenbildlich vorbereitet worden war und in der Gotik auf der Oberfläche der Ozeane zum Beginn der konkreten Welteroberung führte, das wird in der jetztigen Phase mit der Weltalleroberung in aller Tiefe vollendet werden. Bis zum Beginn des 23. Jahrhunderts wird sich die abendländische Kultur auf die anderen Umstände vorbereitet haben müssen, um mit der schwangeren Kulturpartnerin und dem kommenden Nachwuchs gemeinsam überleben zu können, auch weil dann der letzte, vollendende Zivilisationshöhepunkt erreicht sein wird. In der römisch-lateinischen Antike wurde der Höhepunkt dieser Phase mit einem (cicero-cäsarischen) Goldenen Zeitalter erreicht: eine Befruchtung und ein Cäsarismus, der von Marius bis Augustus einen Wechsel von pessimistischer zu optimistischer Stimmung erlebte, wenn auch auf antik verhaltene Art. Das Verhalten eines Gentleman, wie wir heute sagen würden, war in dieser Zeit besonders ausgeprägt, besonders in der mittleren (römisch werdenden) und neueren (explizit römischen) Stoa, die einst von Zenon in Athen gegründet worden war. (Vgl. 18-20). Die Antike war ja bekanntlich eine ständig sich Enthaltsamkeit und politische Zurückhaltung (epoch) auferlegende Kultur. Gerade deswegen waren in der zivilisatorischen Urteilsenthaltung Persönlichkeiten sehr gefragt und die Antike, als populäre Kultur, in der Phase des Cäsarismus viel mehr auf Personenkult, Führer- und Gefolgschaft ausgerichtet als das heutige Abendland, das im Vergleich dazu als unpopuläre Kultur zu bezeichnen ist. (Vgl. Spengler). Weil die Antike an sich schon populär war, war sie es in der Zeit des Cäsarismus um so mehr. Heute assoziiert jeder durchschnittliche Zeitungsleser mit dem Begriff Antike Personennamen wie Cäsar, Augustus, Caligula oder Nero. Sie waren Staatsmänner, Diktatoren, Prinzeps oder Kaiser (Caesares), aber sie standen im politischen Mittelpunkt: als polisartig strahlend-euklidischer Punkt, der auf seiner ganzen Linie keine Parallele kannte. Im Abendland hingegen gibt es seit Gauß mathematisch und seit Wegfall der Demarkationslinie auch politisch unendlich viele Parallelen zur eingefahrenen Linientreue. Deshalb ist man hier auch ständig böse auf die lenkenden Medien, obwohl man ihnen unentwegt nach dem Mund redet und weil man es satt hat, es ständig tun zu müssen. Autolenker und Meinungslenker sind sich offenbar zu ähnlich. Man möchte die unendlichen Möglichkeiten auch repräsentiert sehen, obwohl man sich gleichzeitig nach antiken Mustern umschaut und weil man es satt hat, unendlich viele, aber nicht das eigene Exemplar sehen zu dürfen. Es ist das antik-väterliche Erbe, das zum Durchbruch kommen will und, wenn es erschiene, doch wieder abgelehnt würde. Da die Antike aber tot ist, kann sie auch nicht erscheinen. Die Suche nach dem Cäsar bleibt, und weil das Abendland das Gegenstück zur Antike ist, geht diese Suche immer weiter. Der Cäsarismus steht uns in seinem größten Ausmaß erst noch bevor und wird dieses erst in 100 Jahren erreicht haben, und zwar mit dem angenehmen Nebeneffekt einer künstlichen Befruchtung. Wahrscheinlich wird er geklont daherkommen, weil die Opfer-Täter-Rollen dadurch vertuscht werden können. Ein solcher Cäsarismus steht dem Abendland auch viel besser zu Gesichte, denn es möchte nicht populär, sondern esoterisch erscheinen. Denn schon jetzt gilt: der abendländische Cäsarismus sieht anders aus als der antike, aber er ist genetisch mit ihm verwandt. Und noch eines ist sicher: die Festsetzung der Geburt Jesu als das Jahr 0 und der Beginn des Hinaufzählens bis ins Unendliche ist nicht nur aus christlich-kirchlichen Gründen bedeutungsvoll, sondern auch aus ursymbolischen Gründen für das damals noch werdende Abendland, denn zu dieser Zeit wurde die genetische Information weitergegeben, d.h. zwei Kulturen liefen zu Höchstformen auf und lenkten ihr Interesse derart aufeinander, daß dadurch einer dritten das Leben ermöglicht wurde. Unter Augustus und Tiberius sollte das freie Germanien römisch werden, was Arminius verhinderte, und es sollten die Christen unbefruchtet bleiben, was Jesus verhinderte. Die magische Kultur war schwanger, aber sie wußte es noch nicht.
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Johann Wolfgang Goethe () Faust (Teil I), 1808, S. 27, Faust (II), 1832, S.113ff..Oswald Spengler (), Der Untergang des Abendlandes, 1917 (Band I), 1922 (Band II).Oswald Spengler, 1917, S.784ff.. "Historische Pseudomorphosen nenne ich Fälle, in welchen eine fremde Kultur so mächtig über dem Lande liegt, daß eine junge, die hier zu Hause ist, nicht zu Atem kommt und nicht nur zu keiner Bildung reiner, eigener Ausdrucksformen, sondern nicht einmal zur vollen Entfaltung ihres Selbstbewußtseins gelangt." (Ebd. S. 784).Seelenbild der Antike und Seelenbild des Abendlandes sind gegensätzliche Attribute: apollinisch und faustisch. Einzelkörper und Unendlicher Raum heißen ihre Ursymbole. Euklid hat in seinen "Elementen" (um 312 v. Chr.) die mathematische Entsprechung für das antike Seelenbild gegeben und Gauß 2150 Jahre später die für das abendländische. Das Seelenbild der magischen Kultur ist ein dualistisches: Geist und Seele, ihr Ursymbol die Welthöhle. (Vgl. Spengler, 1917, S. 155, 227ff., 234, 390 und 1922, S. 847f.). Vgl. dazu auch das Germanentum.Karl Friedrich Gauß () veröffentlichte seine nicht-euklidischen Geometrien nicht, weil er das Geschrei der denkfaulen, schwerfälligen und unkultivierten Menschen fürchtete. Er nannte sie Böoter, weil die Einwohner dieser antiken Landschaft (Hauptstadt: Theben) von den Einwohnern anderer Griechenstädte als denkfaul und schwerfällig beschrieben worden waren. Gauß meinte zu recht, daß man die Menschen nicht wirklich würde überzeugen können. Die erste der nichteuklidischen Geometrien entdeckte Gauß nach Vollendung seines Hauptwerkes Disquisitiones Aritmeticae (1801), durch deren in sich widerspruchslose Existenz bewiesen wurde, daß es mehrere streng mathematische Arten einer dreidimensionalen Ausgedehntheit gibt, die sämtlich a priori gewiß sind, ohne daß es möglich wäre, eine von ihnen als die eigentliche Form der Anschauung herauszuheben. (Vgl. 18-20).Römisch-katholische Interpretationen attestieren dem Abendland zumeist, daß in ihm die Dominanz des Christlichen überwiege. Diese Meinung teilen vor allem kirchliche und vornehmlich christlich orientierte Vertreter. Theodor Heuss () soll einmal gesagt haben, daß Europa von 3 Hügeln ausgegangen sei: von der Akropolis, von Golgatha und vom Kapitol. Diese Sichtweise würde eher, wenn vielleicht auch nicht beabsichtigt, auf eine Dominanz der Antike verweisen. Wenn man jedoch berücksichtigt, daß aus einem antik-apollinischen Einzelkörper und einer magisch-seelengeistigen Welthöhle ein abendländisch-faustischer Unendlichkeitsraum entstehen kann, dann muß unbedingt ein dritter Faktor hinzukommen, den ich die Kulturpersönlichkeit nenne: das Germanentum. Ohne das Germanentum versteht man die Willensdynamik eines Faust nicht, und ohne das germanische Element ist die Raumtiefe, aber auch die in jeder Hinsicht sowohl ins Mikrokosmische als auch ins Makrokosmische gehende Unendlichkeit nicht als distinktives Merkmal der abendländischen Kultur zu identifizieren. Diese Merkmale treffen auf keinen antiken Menschen zu, aber insbesondere auf die Abendländer, die germanischen Ursprungs sind. Scharfe Gegensätze, wie die zwischen Antike und Abendland, sind zwar unbedingt ein Indiz für Verwandtschaft, weil beide Kulturen so auffallend gegensätzlich sind: aktiv und reaktiv. Offenbar hat die Antike auf das Abendland aber nicht persönlichkeitsstiftend gewirkt und konnte auch erzieherisch nicht tätig werden, weil sie so früh verstarb. Die Biogenetik und Sozialisation geraten nicht selten so weit auseinander, wenn ein Elternteil früh verstirbt, d.h. nicht wirklich erlebt wird. Dem Abendland scheint es auch so ergangen zu sein. Die Auseinandersetzungen mit der magischen Mutter hat beim Kind jedoch zu einer enormen, fast schon verdächtigen Erinnerung bis hin zur Vergötterung des antiken Vaters Beitrag geleistet. Aber liegt deshalb immer auch schon ein Vaterkomplex vor? Es bleibt zunächst festzuhalten, daß auch kulturell zwischen Genetik und Sozialisation, zwischen Anlage und Umwelt, zwischen angeboren und anerzogen ganz klar unterschieden werden muß. Dazwischen bewegt sich die Persönlichkeit. Man kann sie nicht isolieren, folglich auch nicht isoliert betrachten, aber man kann sie beschreiben, und ich beschreibe die Kulturpersönlichkeit des Abendlandes als germanisch, weil dieser Raum zwischen Anlage und Umwelt für die Kulturpersönlichkeit zwanghaft unendlich werden muß, wenn sie die verlorene Vaterkultur zurückholen will. Der unendliche Raum und Wille sind auch deshalb Ursymbol und Urwort des Abendlandes. Wenn der Mensch eine Grundlage von etwa 60 Billionen Zellen hat und einer Umwelt von praktisch unendlicher Vielfalt ausgesetzt ist, so gilt für eine Kultur, daß sie Völker, Staaten oder Nationen zur Grundlage hat und einer Umwelt von unendlichen Möglichkeiten, aber auch gähnender Leere gegenübersteht. Mit dem Germanentum fiel eine faustische Entscheidung zugunsten der unendlichen Möglichkeiten. Die Eltern des Abendlandes waren also antik-magisch, ihre gentragenden Chromosomen römisch-christlich, aber die Kontrollgene germanisch. (Vgl. 22-24)."Jede Kultur hat ihren ganz bestimmten Grad von Esoterik und Popularität, der ihren gesamten Leistungen innewohnt, soweit sie symbolische Bedeutung haben. Die Antike war populär, weil naiv-körperhaft. Das Abendland ist esoterisch, weil nicht populär." (Spengler, 1917, S. 419ff.).Phase ist für mich der Inbegriff einer wohltemperierten Abrundung durch geistig-politische Tätigkeiten in einer bestimmten Zeitspanne, oft ausgedrückt durch Kunstrichtungen, aber auch durch ökonomisch-politische und geistig-metaphysische Richtungen. Sie kann nur 60 Jahre andauern, wie im Falle des Rokoko, oder 250-300 Jahre, die jeweils Karolingik, Romanik und Gotik ausmachten. Eine Phase umfaßt im Mittel 165-180 Jahre. Ein Kulturquartal jedoch umfaßt 3 Phasen und damit durchschnittlich 500-600 Jahre, manchmal auch nur 300-350 Jahre, wie im Falle der abendländischen Jugend ( Renaissance, Barock und Rokoko). Ein Kulturquartal ist eine Jahreszeit in dem Sinne, daß an ihr erkennbar wird, was sie ist, wenn sie gewissermaßen innehält. Winter, Frühling, Sommer und Herbst sind wie unterirdisches Wachstum, zarte Blüten, Hochblüte und Verfall, wie die pflanzliche Welt immer wieder bezeugt, aber nicht nur sie: die 4 Jahreszeiten sind wie uterines, kindliches, jugendliches und erwachsenes Leben , vergleichbar mit dem der Säugetiere. Das erwachsene Leben kann mehrere Quartale umfassen; in dem Falle teilen die Älteren (Elteren) ihr Leben mit den Kindern, Enkelkindern oder gar Urenkelkindern. In Kulturen war und ist dies auch möglich: China, Indien und die magische Kultur existieren als Zivilisationen (Erwachsene) schon länger als das Abendland.Die gegenwärtige Politik der U.S.A. spricht diesbezüglich eine eindeutige Sprache. Die Krise, die aus Sicht einer Weltmacht immer aus dem Osten zu kommen scheint, kam auch in antiken Zeiten aus dem Osten. Bewältigt hat Rom diese Krise letzten Endes nicht, aber immerhin für Jahrhunderte eindämmen und für sich nutzen können. Die Bildung von Klientelstaaten waren dafür eine von vielen Maßnahmen, von denen sich wiederum mehrere als falsch erweisen sollten. Fehler wurden gemacht, aber nicht immer wurde aus ihnen gelernt. Ob die U.S.A. weniger, ähnlich oder mehr erfolgreich sein werden, wird die Zukunft zeigen. Daß die Terroranschläge auf New York und Washington () nicht hingenommen werden konnten, dürfte jedem klar sein; jedem klar sein müßte aber auch, daß die Mittel, diesen Terrorismus zu bekämpfen, richtig oder falsch sein können, vorausgesetzt, es geht auch in der Kriegsführung darum. Eine einheitliche Politik der Krisenbewältigung ist auch eine Frage der Lehr- und Lernfähigkeit bzw. Lehr- und Lernbereitschaft auf beiden Seiten der Schule N.A.T.O.: der relativ jungen Nation U.S.A. (oder früher Rom) und den relativ alten Nationen in Europa (oder früher Griechenland), wenn sie sich überhaupt noch als Vertreter einer gemeinsamen Kultur verstehen und noch nicht in die Alternative einer politischen Transsexualität geflüchtet sind. Eines ist aber sicher: wenn die Weltmacht U.S.A und ihre europäischen Provinzen sich nicht verstehen, also nicht zusammenhalten sollten, dann werden zuerst die Provinzen stückchenweise von Eurasien angefressen. Das Klientelverhältnis zwischen den U.S.A. und Israel zeigt eher in Richtung einer Politik ohne Europa als in eine mit Europa, insbesondere in jüngster Zeit durch die Achse Bush-Sharon. Eine solche Politik der U.S.A. wäre dann genau der Alleingang, den auch die Weltmacht Rom favorisierte, ja: favorisieren mußte.Zum Untergang der Antike trugen erst die Ereignisse nach 80/150 bei, die Ereignisse der folgenden 3 Phasen des schwangerschaftlichen Kulturquartals, weil die antike Kultur es zuließ, von der magischen Kultur stückchenweise aufgefressen zu werden. (Vgl. 0-2 und 2-4 sowie 4-6).Die Plazenta als christlicher Mutterkuchen spielt besonders in der übernächsten Phase eine ganz entscheidende Rolle, weil dann Embryo und Plazenta ihre längerfristige Partnerschaft beginnen. (2-4). Nach der Geburt soll das Kind (Abendland) ohne Plazenta (Christentum) und Nabelschnur (Patristik) auskommen können, was offenbar Schwierigkeiten bereitet und nach Ersatz schreit. Wie noch zu sehen sein wird, bekommt das Kind mit der Geburt nicht nur seinen Namen (Abendland), sondern auch seine ganz spezifischen Möglichkeiten zu einem solchen Ersatz: entweder bekommt es dann die Milch (Religion) aus der Brust der Mutter (magischen Kultur) oder aus der Flasche (päpstliche, d.h.. römisch-katholische Kirche). Jedenfalls ist das Kind (Abendland) als Wesen ab dann auch für die Außenwelt erkennbar und benennbar. (6-8). Die Plazenta wird jedoch zeitlebens immer irgendwie vermißt, selbst dann, wenn sie bekämpft wird. Es ist die unbewußte Suche nach dem verlorenen Partner aus der ehemaligen Anfangswelt. Da das Kind (Abendland) im mütterlichen Uterus (der magischen Kulturwelt) aufgewachsen ist, sucht es sich später, auf welche Art auch immer, einen Ersatz für den ehemaligen Mutterkuchen. Es bekommt Muttermilch, Muttermale, erlernt eine Muttersprache, wohnt in einem Mutterland, aber es kämpft für ein Vaterland. Und wenn das Vaterland ein Buch oder eine Rolle sein sollte, wird es genauso verteidigt. (Vgl. oben). Das Zuhause ist Menschen wohl nicht zu nehmen, und wenn doch, wird es sogleich erneut gesucht. Das ist die unbewußte Suche nach der verlorenen Anfangswelt mit dem ehemaligen Partner. Der ehemalige Uterus ist für immer verloren, aber deshalb die Suche nach seinem Ersatz noch lange nicht. Weltsuche ist Weltsucht. Wer nicht sucht, ist auf der Weltflucht und somit nicht willig, von dieser Welt zu sein.Auf die Hominiden folgte der Homo sapiens sapiens, auf den Humanismus folgt der Hominismus. Damit schließt sich vorerst der Kreis. Schon im 13. Jahrhundert sollen Alchimisten erste Experimente unternommen haben, um einen künstlichen Menschen im Reagenzglas zu erzeugen. Goethe ließ im 2. Teil des Faust den Famulus Wagner einen Homunkulus nach Anleitung des Paracelsus erzeugen. Heute scheinen sich die Möglichkeiten zur Erschaffung des Menschen nach eigenen Wünschen konkretisiert zu haben.Vgl. hierzu : 10-12 und 12-14.Meiose (meiosis = Verringern, Verkleinern) bedeutet eine Reduktion des Chromosomenbestandes um die Hälfte. Da bei der Befruchtung die Kerne zweier Geschlechtszellen miteinander verschmelzen, wird der Chromosomenbestand verdoppelt. Dieser muß im Laufe der Entwicklung, spätestens bei der erneuten Bildung der Geschlechtszellen wieder halbiert werden, da sonst die Zahl der Chromosomen pro Zelle nicht konstant bliebe. Diese Reduktion auf den haploiden (einfachen) Chromosomensatz wird durch zwei kurz aufeinander erfolgende Teilungen erreicht. Das erste Stadium der 1. (meiotischen) Reifeteilung, ist die (1.1.) Prophase, die zeitlich z.T. über Wochen bis Monate gedehnt ist, wird in mehrere Unter-Phasen aufgegliedert: Im (1.1.1.) Leptotän werden die Chromosomen als langgestreckte, dünne Fäden sichtbar. Im (1.1.2.) Zygotän paaren sich die die homologen (übereinstimmenden) Chromosomen abschnittsweise. Im (1.1.3.) Pachytän verkürzen und verdichten sie sich und lassen eine Längsspaltung erkennen. Die Chromatiden überkreuzen sich teilweise (Chiasma) mit je einer väterlichen und mütterlichen Chromatide. Im (1.1.4.) Dioplotän (auch: Vierstrangzeit oder Tetradän) sind vier parallele Stränge zu erkennen. Die Chromosomen weichen bis auf die Überkreuzungsstellen auseinander. In der Diakinese (Übergang (1.1. zu 1.2.) trennen sich allmählich die vier Stränge paarweise. Die Überkreuzungsstellen werden an die Enden verschoben. In der (1.2..) Metaphase ordnen sich die Chromosomen in der Äquatorialplatte an. In der (1.3.) Anaphase trennen sich die gepaarten Chromosomen und wandern zu den Polen, wobei eine zufallsgemäße Neuverteilung der väterlichen und mütterlichen Chromosomen erfolgt. In der (1.4.) Telophase lockern sich die spiralisierten Chromosomen dann auf. Nun folgt ein kurzes Ruhestadium, das auch als Übergang von der 1. zur 2. meiotischen Teilung angesehen werden kann: die Interkinese oder Interphase (Übergang (1. zu 2.), in der keine Reduplikationen der Chromosomen stattfindet. Sie ist die Zeit des Zellkerns (Interphasen-Kern), weil der jetzt als Arbeitskern besonders aktiv ist. Die 2. (meiotische) Reifeteilung läuft nach dem Schema einer Mitose ab. Die beiden Chromosomenspalthälften (Chromatiden) werden voneinander getrennt. Es werden neue Kern- und Zellmembranen (bzw. Zellwände: bei Pflanzen) gebildet, und es sind vier neue Zellen mit jeweils einem einfachen (haploiden) Chromosomensatz entstanden.Mitose (mitos = Faden) bedeutet eine indirekte Kernteilung, Karyokinese, eine Äquationsteilung. Es ist ein Kernteilungsvorgang, bei dem aus einem Zellkern zwei Tochterkerne gebildet werden, die gleiches - mit dem Ausgangsmaterial identisches - Genmaterial und (im Unterschied zur Meiose) die gleiche Chromosomenzahl haben. Auch die Mitose kennt die Phasen (1.1.) Prophase, (1.2.) Metaphase, (1.3.) Anaphase und (1.4.) Telophase.Unter der Wirkung des Testosteron reifen in den Hodenkanälchen der Hoden die Spermien heran, die in den Nebenhoden gespeichert werden. Es kommt also schon bei der Bildung der Spermien zu diesen Zellteilungsvorgängen, den Reifeteilungen. Die Spermien zählen zu den kleinsten menschlichen Zellen. In deren Kopfteil liegt das Erbgut. Die Energie für die Beweglichkeit des Schwanzfadens liefert das Mittelstück, während der Schwanzfaden dem Spermium eine Schwimmgeschwindigkeit von 3 mm pro Minute verleiht. Jeder Samenerguß enthält Drüsensekrete und etwa 200-300 Millionen Spermien. Nach der Pollution sind die Spermien noch etwa 48 Stunden lebensfähig. Die weibliche Eizelle reift innerhalb des Eierstocks in einem Eibläschen heran, das auch Follikel genannt wird. Durch die Reifeteilungen wird sie zu einer befruchtungsfähigen Eizelle. Das Heranreifen der Eizelle dauert etwa 14 Tage. Danach platzt der Follikel und die Eizelle wird vom Trichter des Eileiters aufgenommen. Nach diesem Eisprung bleibt die Zelle etwa 4-6 Stunden befruchtungsfähig und wird im Laufe von 3-4 Tagen vom Eileiter zur Gebärmutter transportiert. Die Reifung des Follikels und der Eisprung werden angeregt durch die Hormone: FSH, ein Hormon zur Stimulanz des Follikels, und LH, ein luteinisierendes Hormon . Beide Hormone werden in der Hypophyse gebildet. Der Follikel bildet nun Follikelhormone, die Östrogene, die wiederum die Gebärmutterschleimhaut zum Wachstum anregen. Währenddessen beeinflussen sie die Menge der FSH- und LH-Bildungen in der Hypophyse. Bei einem bestimmten Verhältnis von FSH und LH platzt der Follikel. Es kommt zum Eisprung (Ovulation). Die Körpertemperatur der Frau steigt um 0,5 ° C. an. Nach dem Eisprung wandeln sich die Reste des Follikels um zum Gelbkörper, der das Gelbkörperhormon Progesteron bildet. Das Progesteron sorgt dafür, daß die Gebärmutterschleimhaut weiterwächst und schließlich von vielen Blutgefäßen und mit Nährstoffen und Schleim angereichert ist. Nun ist die Gebärmutterschleimhaut für die Aufnahme eines befruchteten Eies vorbereitet. Progesteron und Östrogene wirken hemmend auf die FSH- und LH-Ausschüttung der Hypophyse. Wenn der Gelbkörper verkümmert und die Progesteronbildung zurückgeht, hat keine Befruchtung stattgefunden. In dem Fall wird die Schleimhaut der Gebärmutter abgestoßen, und es kommt zur Regelblutung. Sie erfolgt etwa 14 Tage nach dem Eisprung und dauert etwa 3-5 Tage. Etwa 14 Tage nach Beginn der Regelblutung wird im anderen Eierstock wieder durch Reifeteilung eine befruchtungsfähige Eizelle herangereift sein. Der folgende Text ist eine teilweise substituierte Wiederholung dieses Textes und stellt den Versuch dar, Analogien zwischen Biologie und Kosmologie zu finden:Die Geschlechszellen (Keimzellen) werden also gebildet, während eine Teilung stattfindet, d.h. es kommt schon bei der Bildung der Samenzellen (Spermien) zu diesen Zellteilungsvorgängen, den Reifeteilungen. Für die Kultur- und Zivilisationsgeschichte ist das ein interessanter Aspekt, weil Staaten, wie Spermien, zu den kleinsten Zellen zu rechnen sind. Auch in ihrem Kopfteil liegt das Erbgut, repräsentiert durch die Superhirne aus den politisch-ökonomischen und geistig-technischen Bereichen. Die Energie für die Beweglichkeit der Steuerzahler liefert die Volkswirtschaft, während der Steuerzahler dem Staat einen Etat von "n" Geldeinheiten pro Kopf verleiht. Jede Politaktion bedeutet Veränderung und etwa "n" internationale Staatsakte. Nach jeder politischen Aktion brauchen die Staaten mindestens "n" Steuern. Der innere (gefestigte) Staat reift innerhalb eines Raumes in einem Herd heran, der auch Hauptstadt genannt wird. Durch die Machtteilung wird er zu einem herrschaftsdienenden Staatsapparat. Das Heranreifen eines solchen Staates dauert "n" Jahrhunderte. Danach platzt die Hauptstadt und der innere Staat wird vom Führer einer Revolutionstruppe übernommen. Nach dieser Revolte bleibt der innere Staat noch etwa "n" Jahre handlungsfähig und wird im Laufe von"n" Jahr(zehnt)en von Revolutionstruppen in eine andere Staatsform gebracht. Die Entwickung des Herdes und der Revolution werden angeregt durch die Sprachmittel: FSH, ein Medium zur Aufstachelung der Hauptstadt, und LH, ein ökonomischer Ausdruck für Unzufriedenheit. Beide Fördermittel sind vom alten Regime verursacht. Die Hauptstadt bildet nun Zentralräte, die Konvente, die wiederum die Massen zur Entwicklung der Gleichgesinntheit anregen. Währenddessen beeinflussen sie die Meinungen der Medien FSH- und LH-Wirtschaftsstrukturen des alten Regimes. Bei einem bestimmten Verhältnis von FSH-Sprachspielerei und LH-Realwirtschaftspolitik platzt die Hauptstadt. Es kommt zu Straßenkämpfen (Schreckenchaos). Die Börsenwerte der Gesamtkulturwelt steigen um 0,5 ° C. an. Nach der Revolution wandeln sich die letzten Altherrschaften um zum Bürgertum, das den Geldadel Demokratiegeist bildet. Der Demokratiegeist sorgt dafür, daß die Masse weiterhin mitmacht und schließlich von vielen Blutgefäßen und mit Kriegsbeute und Schleimerei angereichert ist. Nun ist die Masse der Nation für die Aufnahme einer neuen Kulturverfassung vorbereitet. Demokratiegeist und Konvente unterdrücken die FSH- und LH-Attraktivität der alten Mächte. Wenn das Bürgertum verkümmert und der Demokratiegeist zurückgeht, hat keine Cäsarisierung stattgefunden. In dem Fall wird die Masse (Nation) abgestoßen, und es kommt zur (Zwangs-)Wiederholung. Sie erfolgt etwa "n" Jahrhunderte nach der Revolution und dauert etwa "n" Jahrzehn(hunder)te. Etwa "n" Jahrhunderte nach Beginn der Wiederholung wird im anderen Raum wieder durch Machtteilung ein herrschaftsdienender Staatsapparat herangereift sein. So funktioniert der weibliche Zyklus einer Kultur.Sozialismus im abendländischen Sinne meint in etwa das, was allgemein unter einer grenzenlosen Fürsorge durch Vater Staat verstanden wird, der unendlichen Raum schafft für wiederum unbegrenzten Liberalismus: den unendlich-anspruchsvollen Rechtsstaat, den mikroskopisch-unendlichen Sozialstaat, die Auf-alles-einen-Anspruch-haben-Sozialdemokratie, die ewiggestrigen Gewerkschaften u.a. politisch-ökonomisch motivierte Gruppierungen, die, wenn sie zu weit gehen (und das tun Abendländer!) im Unendlich-Engen landen. Wenn sie nicht selber die Räume eng machen, wie Fußballspieler sich auszudrücken pflegen, dann ist das nur gut für den Gegner. Der nutzt den Raum, vorausgesetzt, er ist nicht genauso dämlich. Man muß die Räume so offen und so eng halten, wie es die politisch-ökonomische Taktik erlaubt. Das hört sich trivial an, ist aber für viele Staaten das Problem überhaupt. Der Abendländer macht sie zu weit auf und läßt die Abseitsfalle zuschnappen, wenn es klappt. Der Antike machte sie zu eng und ließ kontern, wenn die Defensive klappte. Darin liegt auch das in der Tiefe gleichbedeutende Argument beider begründet, imperial-offensive Politik aufgrund der Verteidigung, als eine Art Notwehr zu betreiben. Ein ganz klarer Fall: Abwehrmechanismus!Weltmachtskrieg meint Eierkrieg oder Spermienkrieg, weil diese um jene kämpfen, weil Großmächte um die Weltmacht kämpfen. Der Erste und der Zweite Weltkrieg, die de facto ein Weltkrieg darstellen, war ein solcher Weltmachtskrieg, der nicht zufällig mit den Einigungskriegen der U.S.A., , des Zweiten Deutschen Reiches, , und Italiens, , auf schleichende Art begann. In der eigenen Geschichte, d.h. in der längeren Tradition begründet, liegen die Ursachen dafür, daß Deutschland und Italien faschistisch werden sollten und die U.S.A. nicht.Winston Churchill () soll 1945 zum Präsidenten der U.S.A. gesagt haben, nachdem er die Greueltaten der Sowjetarmee von 1939 in Katyn (Polen) gesehen hatte: "Wir haben wohl das falsche Schwein geschlachtet".Deutsche repräsentieren, wie alle anderen germanischen Völker, am ehesten den typischen Abendländer, also sowohl im positiven als auch im negativen Sinne, während die romanischen Südländer (Süd-Franzosen, Süd-Italiener, Spanier und Portugiesen) immer noch einen Hauch ursprünglicherer, antik-magischer Qualität verspüren lassen. Es ist auch kein Zufall, daß die geographische Führungslinie vom deutschen (schleswig-holsteinischen) Angeln und (niedersächsischen) Sachsen über England nach Angloamerika (U.S.A.) führt, wenn es auch eine Nebenlinie von den Westgoten zu den Spaniern und Portugiesen und von den Ostgoten zu den Italienern gibt.Erste Reifeteilung meint hier die Phasen der reifen Kindheit, Jugend, Ehe, Krise und reifen Erwachsenenzeit (Vgl. 14 - 24 Uhr), im Abendland: Barock (Absolutismus), Rokoko (Aufklärung), Klassizismus (Idealismus/Romantik), Historismus (Große Weltmachtskriege) und Globalismus (Cäsarismus), die in der Antike ihre Entsprechungen hatten in: Tyrannis (Ionik), Demokratsierung (Korinthik), Zweittyrannis (Alexander/Hellenismus ), Weltmachtskriege (Rom) und Cäsarismus (Kaiserreich). Solche Reifeteilungen bergen immer die Gefahr in sich, die Macht früher oder später teilen zu müssen, d.h. sie einerseits zu verteidigen und sie andererseits zu erkämpfen. In der Geschichte folgen Staaten mehr oder minder den 3 Hauptwegen: dem absolut-tyrannischen Pfad (Spanien, Frankreich), dem konstitutionell-oligarchischen Pfad (England, Skandinavien) oder dem Zwitterpfad (Deutschland, Italien). In Deutschland blieben die Habsburger-, die Hohenzollern- und die kleineren Fürstenstaaten eher absolutistisch oder konstitutionell-oligarchisch, während das Reich selbst, d.h. die reichsunmittelbaren Gebiete, Städte, und Bistümer rein konstitutionell-oligarchisch, also eher in Richtung Demokratie verfaßt blieben. Im antiken Griechenland war der Übergang zur Demokratie durch die Abschaffung der Monarchie (Ausnahme: Sparta) deshalb relativ früh, weil es keine so unendlichen Räume wie im Abendland zu beherrschen galt, sondern nur politische Körper (Polis); die Polis ließ gar keine andere Entwicklung zu. Die Reihe Oligarchie-Tyrannis-Oligarchie-Demokratie-Tyrannis wurde hier teilweise und zeitweise verkürzt, während die römische Entwicklung, von monarchisch-konstitutioneller Verfassung abgesehen, ziemlich genau der abendländischen entspricht, insbesondere der englischen, skandinavischen und u.s.-amerikanischen. Diese kleinen Unterschiede zwischen Antike und Abendland versteht man nur, wenn man die Seelenbilder und Ursymbole kennt. Es ist halt ein Unterschied, ob Räume oder Körper politisch verwaltet werden.REP.-REF.-SEM.-TEXT ist eine Zusammenfassung von Texten repräsentativer Referenz-Semantiken, d.h. solche Texte versuchen die Wirklichkeit so abzubilden, daß sie, mediotechnisch globalisiert, wie Fernsehapparate und Bücher zugleich wirken, und zwar weltweit. Der Versuch, solche Abbildungen zu schaffen, existiert schon lange in der Evolution und betrifft insbesondere Primaten, wie Untersuchungen an Menschenaffen gezeigt haben. Menschen und ihre Weltbilder gibt es nicht erst seit der Zeit des Jungpaläolithikums, als z.B. die Cro-Magnon-Menschen ihre Welt durch Zeichnungen in Höhlen abbildeten; in Menschenköpfen bestehen solche Bilder schon länger. Heute, in der Phase des Globalismus, stehen Informationen jederzeit an jedem Ort der Welt zur Verfügung, weil die Erde orbital vernetzt ist. Das Internet stellt eine Verknüpfungsexplosion dar, die bisher kein noch so gut geknüpftes Netz erreicht hat. Die Globalisierung macht jede politisch-ökonomische und jede geistig-technische Aktion zu einer medialen Atmoshäre. (Vgl. Kulturtabelle).Das ist der Grund dafür, wehalb ich Geschichte und Sprachwissenschaft studiert habe. Doch die rein linear-progressiven Sichtweisen, z.B. die Linie Antike-Mittelalter-Neuzeit, und der damit einhergehende Dogmatismus , der noch nach Kants Überlegungen schon längst ein Kritizismus hätte werden müssen, überzeugten mich nur halbwegs. (Eine Reifeteilung?) Der abendländische Akademismus beweist ja gerade selbst, daß Antike und Abendland zwei verschiedene Kulturen, zwei verschiedene Leben sind. Eine platonische Akademie hat anders ausgesehen. sich anders angehört, anders gerochen, den Studenten anders geschmeckt und sie anders fühlen lassen. Die Antike hatte ihr eigenes Leben. Sie ist nicht unser Leben, sondern unser Erbe.Pharsalus (griech. Pharsalos) heißt die Stadt in Süd-Thessalien, die berühmt wurde durch die entscheidende Schlacht zwischen Cäsar und Pompeius am v. Chr.. die mir der Niederlage Pompeius' endete. 20000 Pompejaner ergaben sich, während Pompeius nach Ägypten floh und dort ermordet wurde.Marius (Gaius Marius), , war römischer Konsul (107, und 86), Plebejer und Feldherr, er kämpfte 109 als Legat im Jurguthinischen Krieg (111-105), den er als Oberbefehlshaber 105 siegreich beendete. Marius schuf ein Berufsheer und schlug die Teutonen 102 bei Aquae Sextiae (= Aix en Provence) und die Kimbern 101 bei Vercellae (= Vercelli). Um seine Veteranen zu versorgen, verbündete er sich 103 mit dem Volkstribunen Lucius Appuleius Saturninus, mußte aber wegen der entstandenen Unruhen den Ausnahmezustand gegen ihn verhängen. Marius scheiterte an den Widerständen der Optimaten, Aufstände wurden von Senatoren und Rittern niedergeworfen. Ab 88 führte Marius den Bürgerkrieg gegen Sulla (138-78), den Oberbefehlshaber im 1. Mithidratischen Krieg (88-84). Marius mußte nach Afrika fliehen, kam aber 87 zurück und bekämpfte die Optimaten. Es begann eine Schreckensherrschaft unter ihm und Cinna. Während seines 7. Konsulats starb Marius.Parteipolitik war im antiken Rom zu dieser Zeit der untergehenden Republik Sache der Optimaten (von optimas = zu den Besten gehörig), und der Popularen (von populus = Volk). Die Optimaten waren der Teil der Senatsaristokratie, der sich zur Senatsherrschaft bekannte und sich damit als konservative, staatstragende Schicht verstand. Die von ihnen so genannten Popularen waren der Teil der Nobilität (Mischung aus Plebejern und Patriziern), der seine tatsächlichen oder scheinbaren volksfreundlichen Ziele unter Umgehung des Senats allein mit Hilfe der zur Gesetzgebung befugten Komitien durchzusetzen versuchte. Führende Popularen waren z.B. Marius und Cäsar.Privatpolitik bedeutete in der Antike auch, daß man Privatarmeen hatte. Jedenfalls ging es nicht mehr um Parteienpolitik, sondern um private Interessen einer politischen Machtperson, die die eigenen politischen Vorstellungen auf die große Weltmachtpolitik projezierte und abstimmte sowie, je nach Freunden, d.h. Geldgebern, diese auch durchsetzte. Daß die Parteien nur noch an der Oberfläche wichtig waren, versteht sich von selbst. Das heißt aber nicht, daß sie unwichtig waren: Oberflächen sind in Zeiten der Zivilisation sehr wichtig, weil sie der Ablenkung, Meinungsbildung und -lenkung, der Täuschung und Einbildung dienen. Tatsächlich sind die Parteien jedoch keine echten Oppositionen mehr, sondern politisch von diesen Privatpersonen völlig abhängig. Diese Tendenz ist im heutigen Abendland schon zu beobachten, die Spitze dieses politischen Berges ist aber noch nicht erreicht. Außerdem muß berücksichtigt werden, daß die abendländische Cäsarismusvariante nicht so populär wie in der Antike, sondern auf esoterische Weise daherkommen wird. Trotzdem ist bekannt, daß sich in Westeuropa die Parteien kaum noch unterscheiden, und Vermutungen über diesen oder jenen Privatpolitiker immer häufiger geäußert werden. Erwähnt zu werden braucht nicht, daß die Privatisierungen ehemaliger Staatsdienste seit 1989 enorm zugenommen haben.Crassus (Marcus Licinius C. Dives [der Reiche] ca. ) war römischer Konsul (70 und 55) und Triumvir (mit Pompeius und Cäsar zusammen). Er beeinflußte mit seinem (sprichwörtlichem) Reichtum die römische Politik nachhaltig und erlangte 73 die Prätur, schlug 71 den Aufstand des Spartacus blutig nieder und wurde mit Pompeius, zu dem er bald in Gegensatz geriet, Konsul. Im Jahre 60 schloß er mit Cäsar und Pompeius das 1. Triumvirat (56 erneuert), überwarf sich 58 mit Pompeius, erhielt 55 mit Pompeius das 2. Konsulat und fiel als Prokonsul von Syrien aus in das Partherreich ein, wo ihn die Parther 53 östlich des Euphrat besiegten. Crassus wurde bei Carrhae überfallen und getötet."Der Prinzeps Pompejus und der Tribun Cäsar - Tribun nicht dem Amte, aber der Haltung nach - vertreten noch Parteien, aber sie haben auch schon in Lucca (56) zusammen mit Crassus zum ersten Male die Welt unter sich verteilt. Als bei Philippi (42) die Erben gegen die Mörder Cäsars kämpften, waren es nur noch Gruppen; bei Actium (31) waren es nur noch Einzelpersonen: damit ist auch auf diesem Wege der Cäsarismus erreicht." (Spengler, 1922, S. 1090)"Schon zur Zeit des Augustus kann von den antiken Kunstwerken aus Edelmetall und Bronze nicht viel übrig gewesen sein. Selbst der gebildete Athener dachte viel zu unhistorisch, um eine Statue aus Gold und Elfenbein nur deshalb zu schonen, weil sie von Phidias war. Man erinnerte sich, daß an dessen berühmter Athenefigur die Goldteile abnehmbar angefertigt waren und von Zeit zu Zeit nachgewogen wurden. Die wirtschaftliche Verwendung war also von vornherein ins Auge gefaßt. Was bei den Triumphen an Statuen und Gefäßen aufgeführt wurde, war in den Augen der Zuschauer bares Geld, und Mommsen (Ges. Schriften IV, S. 200ff.) konnte den Verdacht machen, den Ort der Varusschlacht nach Münzfunden zu bestimmen, weil der römische Veteran sein ganzes Vermögen in Edelmetall auf dem Körper trug. Antiker Reichtum ist kein Guthaben, sondern ein Geldhaufen; ein antiker Geldplatz ist nicht Mittelpunkt des Kredits wie die heutigen Börsenplätze und das ägyptische Theben, sondern eine Stadt, in welcher sich ein erheblicher Teil des Bargeldbestandes der Welt gesammelt hat. Man darf annehmen, daß zur Zeit Cäsars weit über die Hälfte des antiken Goldes sich jederzeit in Rom befand." (Spengler, 1922, S. 1170f.)Gaius Cilnius Maecenas ( v. Chr.) war Freund des Augustus und vertrat seit 36 ohne offizielles Amt mehrfach Augustus in Rom. Sein Vermögen verwendete er zur Förderung römischer Dichtertalente wie Horaz (), Vergil () und Properz (50-16). Im Zusammenhang mit der kultischen Erneuerung des Staates förderten Augustus und er, als sein Freund (daher: Mäzen), auch Asinius Pollio (76 - 5 n. Chr.) und Messala (64 - 13 n. Chr.).Marcus Vipsanius Agrippa (64/63-12) war der Jugendfreund Octavians und unterstützte diesen auf dem Weg zur Macht. Als römischer Staatsmann und Feldherr stand er natürlich ebenfalls auf der Seite des späteren Augustus. 38 v. Chr. siedelte Agrippa die germanischen Ubier am linken Rheinufer an, deren stadtähnliche Gründung Oppidum Ubiorum Keimzelle des heutigen Köln wurde. Diese Ubierstadt wurde 50 n. Chr. erweitert, befestigt und zur römischen Kolonie namens Colonia Claudia Ara Agrippinensium bzw. Colonia Agrippinensis erhoben, später hieß sie nur noch Colonia. Er ließ mit Maecenas u.a das Pantheon bauen (25), regte die Anfertigung der ersten Weltkarte an und war seit 21 mit Julia, der Tochter Kaiser Augustus' verheiratet. Für 5 Jahre war Agrippa durch Verleihung der tribunizischen Gewalt Augustus' Mitregent. (Vgl. Prinzipat).Das Prinzipat leitet sich ab vom Begriff des Princeps (= Erster unter Gleichen) und beruht auf dem Consensus universorum, der allgemeinen Übereinstimmung. Es stellt einen Ausgleich zwischen monarchischen und republikanischen Elementen dar. Die Machtbefugnisse werden vom Senat und vom Volk übertragen. Die Kennzeichen des Prinzipats sind die autoritäre Macht (Auctoritas) und die Ehrfurcht vor den überlieferten Formen (mores maiorum). In dem Gemeindestaat (also in der Polis) Rom erhielt Augustus das Konsulat (27-23), im Reich ein namenloses Imperium, eine Herrschaft. Er bekam den Oberbefehl über das Heer, die Führung der Außenpolitik, das Recht zum Abschluß von völkerrechtlichen Verträgen, daneben ein Imperium pro consulare für die kaiserlichen Provinzen, die interessanterweise genau die Gebiete umfaßten, die vor 148/146 weder zu Rom noch zu griechischen Herrschaftsbereichen gehört hatten. Es waren die Gefahrenherde, der Follikel. In sie entsandte Augustus Legaten (Legati Augusti pro praetore provinciae), die diese Gefahrenherde verwalteten. Auch Varus (um 46 - 9 n. Chr.) war Legat, zunächst in Syrien (6-4), ab 7 n. Chr. in Germanien, wo er die Romanisierung des Gebietes zwischen Rhein und Elbe durch intensivierte Verwaltung und Rechtsprechung einzuleiten hatte. Er wurde jedoch im Herbst 9 n. Chr. im Teutoburger Wald vernichtend durch den Cherusker Arminius geschlagen und nahm sich dort das Leben - im heutigen Kalkriese.Köln wurde 38 v. Chr. von Agrippa gegründet, als er die Ubier am linken Rheinufer ansiedelte. Die stadtähnliche Gründung der Ubier, die sie Oppidum Ubiorum nannten, wurde 50 n. Chr. erweitert, befestigt und zur römischen Kolonie Colonia Claudia Ara Agrippinensis bzw. Colonia Agrippinensis (später nur Colonia) erhoben. Sie entwickelte sich, vor allem im 2. Jahrhundert, als Hauptstadt Niedergermaniens (Germania Inferior) rasch zu einem Zentrum des Kunsthandwerks (v.a. Gläser) und Handels, während Mainz Hauptstadt Obergermaniens (Germania Superior) war und zu einem bedeutenden Handels- und Ankerplatz wurde. Beide profitierten von ihrer günstigen Verkehrslage. Köln hatte bereits im 3. Jahrhundert christliche Gemeinden und im 4. Jahrhundert einen Bischof. 310 wurde zum heutigen Köln-Deutz eine feste Brücke und dort das römische Kastell Divitia errichtet. Mitte des 5. Jahrhunderts wurde Köln als letzte römische Festung am Rhein fränkisch und Hauptstadt der ripuarischen Franken.In den Geschichtsbüchern wird oft von ripuarischen Franken, sogenannten Ufer- oder Rheinfranken, und von salischen Franken gesprochen. Der Name Ripuarier meint offenbar die ehemaligen Verbände aus einem römischen Miltärbezirk an der Rhône, aus der Gallia riparensis. Die Salier waren offenbar die seetüchtigen Stämme der Franken. (Vgl. 22-24 und 2-4). Der altfänkische Raum umfaßte wohl außer dem rheinfränkischen Kerngebiet, das am Rhein, nämlich zwischen Köln und Xanten zu finden ist, auch die Gegend um Deventer, zwischen dem Niederrhein und der Ijssel, die Mündungsgebiete von Rhein und Maas und die Gegend der fränkischen Brukterer zwischen Lippe und Ems, wo sich an der Lippe noch ein Gebiet der Bruktuarier hielt, das dann endgültig um etwa 700 zum größten Teil von den Sachsen besetzt wurde. Auch der Ruhrgau um Duisburg war wahrscheinlich ursprünglich fränkisch, ebenso der Hettergau rings um Herbede (bei Witten). (Vgl. 0-2 und 2-4 sowie 4-6).Trier wurde wahrscheinlich zwischen 16 und 13 v. Chr. von Kaiser Augustus im Gebiet der Treverer gegründet. Es wurde rasch Mittelpunkt und besaß schon um 100 n. Chr. ein Amphitheater für rund 20000 Zuschauer. Trier war Hauptort der Provinz Belgica, zu der auch Teile Germaniens gehörten. Unter Claudius ( v. Chr - n. Chr.; Kaiser von 41 bis 54) war es Colonia. Von 260 bis 270 war Trier Residenz der gallischen Gegenkaiser Postumus und Victorinus. Es wurde 275/276 von Franken und Alemannen zerstört und im Jahre 286 von Diokletian zur Kaiserresidenz und unter Konstantius I. Chlorus (Gaius Flavius Valerius Constantius, um ), der seit 293 Mitkaiser und seit 305 Augustus war, Kaiserresidenz und Verwaltungssitz der gallischen Präfektur (bis Ende des 4. Jhs.). Trier war mit 70000 Einwohnern für ein Jahrhundert die größte Stadt nördlich der Alpen. Bereits seit etwa 200 n. Chr. gab es in der Stadt eine Christengemeinde. Ein Bischof ist seit dem 3. Jahrhundert nachweisbar. 475 fiel Trier an die Franken, blieb aber weiterhin Mittelpunkt des christlichen Lebens. (Vgl. 0-2 und 2-4).Tiberius (Tiberius Julius Caesar;eigtl: Tiberius Claudius Nero, n. Chr.), römischer Kaiser (14-37), der Sohn der Livia Drusilia und ab 38 Stiefsohn des Oktavian (Augustus), der ihn 4 n. Chr adoptierte. Er erhielt als potentieller Nachfolger des Augustus schon früh entsprechende Ehren und öffentliche Tätigkeiten, u.a. war er 13 und 7 v. Chr. Konsul. Mit Julia führte er eine unglückliche Ehe. Von 8 bis 6 v. Chr. hatte Tiberius sein 1. Kommando in Germanien und drang bis zur Elbe vor. Während seines 2. Kommandos in Germanien (4-6) handelte er einen Vertrag mit den Cheruskern aus , unterwarf die Langobarden, errichtete eine Provinzialverwaltung ein, baute Straßen und sicherte die neugewonnenen Gebiete durch Legionslager. Nach seiner Regierungsübernahme zügelte er die Expansionsbewegungen des Germanicus in Germanien (Rheingrenze) und hielt die römischen Positionen im Osten. Tiberius war konservativ im Sinne des Augustus. Auf den Senat gestützt, geriet seine Herrschaft allerdings immer mehr unter den Einfluß des Sejan (Seian, 20 v. Chr. - n. Chr.), der sein Günstling und Prätorianerpräfekt war, der aber auch die Ermordung des Kaisersohnes Julius Caesar Drusus durchsetzte, die Familie des Germanicus ausschaltete und später wegen einer Verschwörung gegen den Kaiser verhaftet und hingerichtet wurde. Tiberius zog sich auch deshalb 21/22 nach Kampanien und ab 27 nach Capri zurück. Tiberius' Sohn, Drusus (Julius Caesar Drusus, 15/12 v. Chr. - 23 n. Chr.), unterdrückte 14 n. Chr. als Heerführer den Aufstand der pannonischen Legionen und war 17 n. Chr. Statthalter in Illyrien. Er trug maßgeblich zur Unterwerfung des germanischen Markomannenkönigs Marbod († 37 n. Chr.) bei. (Vgl. Tabelle).Drusus (Nero Claudius D. Germanicus, - Sept. 9 v. Chr.), war der Bruder des (Tiberius Claudius Nero) späteren Kaisers Tiberius, Stiefsohn des Kaisers Augustus und Vater des späteren Kaisers Claudius ( v. Chr - n. Chr.; 41 bis 54). Als Feldherr unterwarf er 15 v. Chr. Räter und Vindeliker. Im Jahre 13 v. Chr. war er Statthalter in Gallien und Kommandeur an der germanischen Rheinfront. Er führte zahlreiche Feldzüge gegen die Germanen, insbesondere von 12 bis 9 v. Chr.. So zog Drusus im Jahre 11 v. Chr. durch das Gebiet der Cherusker und erreichte die Weser; im Jahre 13 wiederholte er seinen Zug und stieß über die Werra bis an den Nordhang des Thüringer Waldes vor, marschierte die Ilm und die Saale entlang bis an die Elbe, wo ein Siegeszeichen errichtet wurde. Drusus starb auf dem Rückzug, nach einem Sturz vom Pferd an den Folgen des Knochenbruches.Germanicus (Gaius Julius Caesar Germanicus, v. Chr. - n. Chr.), Sohn des Drusus und von Tiberius adoptiert (4 n. Chr.), war verheiratet mit Agrippina (d. Ä.), Vater von Agrippina (d.J.) und Caligula (). Er nahm seit 7 n. Chr. an den Kämpfen in Pannonien und von 11 bis 14 an denen in Germanien teil. Trotz erfolgreicher Vorstöße nach Germanien (14-16) wurde er von Tiberius zurückberufen und mit großen Vollmachten in die orientalische Provinz geschickt.Varus (Publius Quinctilius Varus, um n. Chr.), römischer Statthalter in Germanien, war 13 v. Chr. Konsul, und 7 v. Chr. Prokonsul von Africa, Statthalter in Syrien (6-4) und ab 7 n. Chr in Germanien, wo er die Romanisierung des Gebietes zwischen Rhein und Elbe durch intensivierte Verwaltung und Rechtsprechung vorantrieb, um so die Provinzialisierung des restlichen, noch freien Germanien zu erreichen. Er wurde jedoch im Herbst 9 n. Chr. durch den Cherusker Arminius (18/16 - 19/21) im Teutoburger Wald vernichtend geschlagen und nahm sich dort das Leben.Arminius (Hermann der Herusker; der Hirschler; 18/16 - 19/21), Cheruskerfürst und Sohn des Cheruskerfürsten Segimer, war verheiratet mit Thusnelda. Er kam etwa 8 v. Chr. nach Rom und nahm als Militärtribun mit seinem Bruder Flavus 4 bis 6 an den Feldzügen des Tiberius gegen das freie Germanien teil, wobei er die Kontingente seiner Landsleute befehligte. Arminius wurde für seine Verdienste mit dem römischen Bürgerrecht und mit der Ritterwürde ausgezeichnet. 7 n. Chr. in die Heimat zurückgekehrt, wurde er zum Gegner Roms. Er organisierte den Widerstand eines Teils der Germanenfürsten und vernichtete im Herbst 9 n. Chr. im Teutoburger Wald ein römisches Heer unter Varus. In dem 14-16 zuerst von Tiberius, dann von Germanicus geführten Krieg gegen ihn blieb Arminius in mehreren Schlachten strategischer Sieger, erlitt zwar 16 eine schwere Niederlage, erreichte aber trotz einer weiteren Niederlage die Räumung des freien Germanien und wandte sich nun gegen den romfreundlichen Markomannenkönig Marbod († 37 n. Chr.), der sich, weil geschlagen, nach Böhmen zurückziehen mußte. Arminius wurde bei einem Aufstand der Cherusker von Verwandten ermordet. Durch Arminius sind die Cherusker (Herusker, germ. herut = Hirsch) erst berühmt geworden. Diese Hirschleute wurden zuerst von Cäsar erwähnt: die Treverer hätten sich bis zu jenem Wald zurückgezogen, der Cherusker und Sweben trennt. Drusus zog im Jahre 11 v. Chr. durch das Gebiet der Cherusker und erreichte die Weser; im Jahre 13 wiederholte er seinen Zug und stieß über die Werra bis an den Nordhang des Thüringer Waldes vor, marschierte die Ilm und die Saale entlang bis an die Elbe, wo ein Siegeszeichen errichtet wurde. Drusus starb auf dem Rückzug, nach einem Sturz vom Pferd an den Folgen des Knochenbruches. 4 n. Chr. schlossen die Römer einen Bündnsivertrag (und Föderatenvertrag) mit den Römern ab. Als Folge dieses Vertrages bekamen Arminius und sein jüngerer Bruder Flavus, der Blondkopf, weil sie zu den Adeligen gehörten, das römische Bürgerrecht und übernahmen Kommandos über Hilfstruppen, welche die Cherusker als Gegenleistung für das Bündnis zu stellen hatten. Der Konflikt zwischen Freiheitswillen und Zivilisation wurde auf dem Thing der Stämme schon damals mit Sicherheit besprochen; daß sich die Partei der Römerfreunde, die ihr Wort halten wollten, und die der Rebellen, die den Untergang des Volkes befürchteten, im Grunde unversöhnlich gegenüberstanden, zeigt eine Textstelle bei Tacitus. Er schildert, wie vor der Schlacht bei Idistaviso an der Weser im Jahre 16 Arminius und sein 16-jähriger Bruder Flavus einander begegneten, wobei Flavus die Partei derer ergriff, für die er gekämpft hatte und verwundet worden war, deren Orden er trug und deren Gemeinschaft er sich verpflichtet wußte. Flavus hatte offenbar im Rang eines Centurionen gestanden und war mit dem Orden des Adler ausgezeichnet, einem Dienstgradzeichen. Er war mit seinen damals 16 Jahren noch kein Ritter, kein Offizier, aber er besaß das römische Bürgerrecht wie Arminius. Flavus hatte auch an den Feldzügen des Tiberius in Pannonien teilgenommen. Die germanischen Feinde nannten Flavus mit Verachtung einen Spion, so berichtet es jedenfalls Tacitus. Durch einen Fluß getrennt, überschütteten die Brüder einander mit Vorwürfen, "indem der eine die Größe Roms, der andere Freiheit und Vaterland beschwört". Es wäre ohne trennenden Fluß wahrscheinlich zu einer kriegerischen Auseinandersetzung gekommen. Ein römischer Reiterführer namens Stertinius soll ein Blutbad verhindert haben. Auch der Bruder des Gaukönigs Segimer, Inguiomer, stand auf Seiten der Römer, und schließlich hatte Segestes, der Schwiegervater des Arminius, seit jeher für ein Bündnis mit Rom plädiert. Er bekam von den Römern das Bürgerrecht verliehen, aber seine Tochter Thusnelda mußte den politischen Konflikt zwischen Cheruskern und Römern, zwischen Mann und Vater mit der eigenen Existenz bezahlen. Ein Sohn des Segestes namens Segimund ging einen Schritt weiter als sein Vater: er wurde Priester am Altar der Ubier in Köln, wo für die Provinz Germania der Kultus des Augustus eingerichtet worden war. Tiberius, auf den diese sehr geschickte Befriedungspolitik zurückging, hatte sich gerühmt, auf diese Weise politisch mehr erreicht zu haben als Drusus und Germanicusdurch ihre Waffen. Tiberius hatte noch im Jahre 5 seinen Vorstoß nach Norden gegen die Chauken führen können, wobei ihm der Marsch entlang der Weser und Aller niemals möglich gewesen wäre, hätten nicht die Cherusker seine Flanke gedeckt. Die Katastrophe des Jahre 9 (Varusschlacht) änderte die Situation, aber selbst als der von Arminius eingeschlossene Segestes von Germanicus befreit worden war, verzieh man ihm seine Teilnahme am Überfall im Teutoburger Wald und sicherte ihm und seiner Sippe Straffreiheit zu. Gerade diese Großzügigkeit brachte die Anhänger des Arminius in Schwierigkeiten, und so eilte er selbst von Gau zu Gau, um für den Kampf zu agitieren. Es ist Arminius damals schließlich sogar gelungen, den Bruder seines Vaters, Inguiomer, auf seine Seite zu ziehen. Später trat Inguiomer aber in der Auseinandersetzung zwischen Arminius und dem Markomannenkönig Marbod mit seinem Gefolge auf die Seite Marbods über, der sich im Gebiet der Boier (Baiern, Bayern) in Böhmen sein Reich geschafffen hatte, das lange neutral blieb. Die Cherusker wählten im Jahre 47 einen Sohn des Flavus, Italicus, zum König. Tacitus erwähnt, daß später die Cherusker sich der Chauken nicht erwehren konnten. Jedenfalls hörte man nur noch einmal von ihnen: der spätere Kaiser Konstantin der Große, damals Regent der weströmischen Provinz, bereitete im Jahre 310 den angreifenden Germanenstämmen, darunter Cherusker, eine Niederlage. Seitdem sind die Cherusker wahrscheinlich Sachsen geworden. Die saßen nämlich zur Zeit des Ptolemäus (150) auf der kimbrischen Halbinsel, wie Ptolemäus schreibt, also im westlichen Holstein. Erst nach 150 bewegten sich die Sachsen von dort nach Westen, Osten und Süden. Die 3 Teilherzogtümer Westfalen, Ostfalen und Engern (Angrivarier) entwickelten sich in dieser Zeit - seit dem 2. und 3. Jahrhundert. (Vgl. 0-2)Jesus (4 v. Chr. - 29/30 n. Chr.) ist Urheber und zentrale Gestalt des Christentums. Das Christentum umfaßt die Auswirkungen des Glaubens an Person und Wirken Jesu Christi, wie er von den christlichen Kirchen und Gemeinschaften in der Auseinandersetzung mit fremden Religionen, den geistigen und weltanschaulichen Strömungen der verschiedenen Zeiten sowie mit den politischen Mächten entwickelt worden ist. In Rom galt die christliche Gemeinde zunächst als jüdische Sekte. Der römische Staat entzog dieser schnell wachsenden Gemeinschaft bald die religiösen und rechtlichen Privilegien, die er dem Judentum gerade eingeräumt hatte. Die Auseinandersetzung mit dem Römischen Reich wurde intensiv seit der Mitte des 3. Jahrhunderts geführt. Auf das Toleranzedikt des Galerius und Licinius, 311, folgte die Bekehrung Konstantins und mit dem Toleranzedikt von Mailand (313) die Einstellung der Christenverfolgungen. Konstantin der Große machte das Christentum zu der mit allen zeitgenössischen Kulten gleichberechtigten und schließlich zur allein berechtigten Religion im Reich (Konzil von Nicaea, 325). Damit hatte er eine Entwicklung eingeleitet, die zur Entstehung der Reichskirche als einer vom Reich letztlich abhängigen Einrichtung führte. Durch den oströmischen Kaiser Theodosius I. wurde 380 mit dem Edikt von Thessalonike der Athanasianismus (Katholizismus) begründet, im 1. Konzil (= 2. Ökumenisches Konzil, 381) von Konstantinopel das (konstantinopolitanische) Glaubensbekenntnis formuliert und das Nizänum bestätigt, 391 das Christentum überhaupt Staatsreligion, damit alle heidnischen Kulte verboten. 395 teilte sich das Reich in West- und Ostrom, 455 eroberten die Wandalen Rom und 476 erlosch das Weströmische Reich endgültig mit der Absetzung des Romulus Augustus durch den Germanen Odowaker (Odoaker), aber die römische Kultur wurde von den Eroberern nicht zerstört, die arianische Christen waren und mit der unterworfenen Bevökerung, die römisch-katholisch war, die erste und für die Christen-Geschichte wichtigste Verschmelzung eingingen. Für die geschichtliche Erkenntnis Jesu ist man nahezu ausschließlich auf die Evangelien des Neuen Testaments angewiesen. Derjenige, der das Christentum erst zur Weltreligion machte, war Paulus. (Vgl. 0-2 und 2-4 sowie 4-6).Paulus († oder 67; enthauptet), christlicher Heidenapostel, machte das Christentum durch Überwindung der nationalen und traditionellen Bedingtheiten seitens des Judenchristentums zur Weltreligion, indem er den übernationalen Charakter der durch den Glauben an Christus begründeten Heilsgemeinschaft betonte. Er war Verfasser zahlreicher neutestamentlicher Schriften. Als Quellen zur Rekonstruktion seines Lebens dienen vor allem die wirklich von ihm verfaßten Briefe an die Gemeinden in Rom, Korinth, Galatien, Philippi, Thessalonike und an Philemon, die alle aus der Zeit zwischen 50 und 56 stammen. Bei der spekulativen Durchdringung des Christentums verwendete er Elemente der stoischen und jüdisch-hellenistischen Philosophie. Seine vielen Missionsreisen führten am Ende zur Verhaftung in Jerusalem, zur Überführung nach Rom und dort zur Enthauptung (Märtyrertod). (Vgl. Mission).
Tacitus (Publius Cornelius, um 55 - nach
115) war römischer Geschichtsschreiber und befreundet mit dem Politiker
und Schriftsteller Plinius d.J. (61/63 - um 113), dem Neffen und Adoptivkind
des Historikers und Schrifstellers Plinius
d. Ä. (23/24 - 24. August 79 = Vesuv).
Tacitus war 88 Prätor, 97 Konsul und um 112 Prokonsul der Provinz
Asia. Er begann mit der Veröffentlichung seiner Werke erst nach der
Gewaltherrschaft Domitians,
der von 81 bis 96 regierte. Für unser Thema interessant sind die
Annales (16 Bücher) und besonders die Germania (De origene
et situ Germanorum), die er wahrscheinlich im Jahre 98 verfaßte.
Es ist eine geographisch-ethnographische Schrift mit teilweise idealisiertem
Germanenbild, das der Dekadenz der Sitten bei den Römern entgegengesetzt
werden sollte. Seiner tief pessimistischen Grundanschauung entsprechen
eigenwillige Akzentuierung und Stoffauswahl. Nach Tacitus gab es 3 (west)germanische
Stammesgruppen (Ostgermanen waren ihm wohl nicht bekannt):
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